Der Berufsförderungsdienst
in Bayern berät und unterstützt rund 39.000 Soldatinnen
und Soldaten auf Zeit bei der Eingliederung in das zivile Erwerbsleben. „Spätestens
ein Jahr nach Dienstzeitende oder nach der Ausbildungsmaßnahme
sind über 92% dieser Soldaten im Zivilberuf eingegliedert“,
so Brod, „das ist schon sehr gut, aber wir können noch
besser werden.“ Es seien immer persönliche Kontakte, die
eine gemeinsame Aufgabe zum Erfolg führten. „Und genau
da setzen wir mit dem Beratungszentrum an.“
Wirtschaftsminister Zeil war von dem Konzept des Beratungszentrums schnell überzeugt
und wurde Schirmherr des Projektes. In seiner Rede mahnte er mit Blick auf die
grundlegenden Veränderungen des Arbeitsmarktes ein Umdenken an. „Der
Wettbewerb um vielversprechende und qualifizierte Kräfte wird definitiv
zunehmen“, sagte Zeil. „Arbeitsmarktbezogene Kooperationen bieten
sich vor allem dort an, wo Kreativität und Flexibilität eine gute Zusammenarbeit
möglich machen.“ Unternehmen könnten über die Einstellung
ehemaliger Zeitsoldaten Qualifikationen gewinnen, die sie selbst nicht oder nur
mit großem Aufwand aufbauen können. Die Soldatinnen und Soldaten bezeichnete
er als Leistungsträger der Gesellschaft.
Das Verhältnis zwischen Bundeswehr und Wirtschaft nannte Zeil symbiotisch.
Die Unternehmen schöpften Werte, die es zu schützen gelte, die Bundeswehr
sorge für Sicherheit. Ohne Sicherheit gebe es keinen internationalen Handel.
Mit Blick auf die Auslandseinsätze der Bundeswehr betonte Zeil: „Wer
sich in besonderer Weise für sein Gemeinwesen einsetzt, der hat auch die
besondere Solidarität seines Gemeinwesens verdient.“
Nach Zeils Worten unterzeichneten die Kooperationspartner die Vereinbarung. Neben
der Bundeswehr sind die regionale Industrie- und Handelskammer, die Handwerkskammer
für München und Oberbayern, der Bund der Selbständigen, die Kassenärztliche
Vereinigung, die örtliche Agentur für Arbeit und der Arbeitskreis Bundeswehr & Wirtschaft
Partner des Zentrums.
Fritz Wickenhäuser vom Bund der Selbständigen übersetzte in seinem
anschließenden Grußwort den Begriff Kooperation mit „Pack ma’s
zamma o“ ins Bayerische und erntete dafür Lacher und Kopfnicken. Anton
Ganslmayer von der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern
lobte die Vereinbarung als Frischzellenkur für eine eh schon lebendige Zusammenarbeit.
Der Geschäftsführer der Handwerkskammer, DieterVierlbeck, bestätigte,
dass der demografische Wandel das Handwerk besonders hart treffe. „Die
fehlenden Lehrlinge von heute sind die fehlenden Fachkräfte von morgen“,
sagte er. Er freue sich über die Zusammenarbeit im Beratungszentrum und
die damit verbundene Möglichkeit, qualifizierte Fachkräfte für
das Handwerk zu bekommen. Bernd Becking von der Agentur für Arbeit in München äußerte
den Wunsch, dass die Zusammenarbeit nicht nur ein Netzwerk von Partnern sein,
sondern wie ein Uhrwerk laufen solle. Er wolle das Seine dazu tun. Insbesondere
bot er für die berufliche Rehabilitation schwerbehinderter Soldaten die
umfassende Unterstützung seiner Dienststelle an. Johannes Jakobs-Woltering
vom Arbeitskreis Bundeswehr & Wirtschaft betonte, dass auch er alles tun
werde, um das virtuelle Gebäude Beratungszentrum mit Leben zu erfüllen.
Er habe ein Geschenk für Soldaten .mit einer Verpflichtungszeit von vier
Jahren in der Laufbahn der Mannschaften im Gepäck. Näheres wolle er
jedoch erst bei der Gründung des regionalen Beratungszentrums in Regensburg
verraten.
Das Holzbläserquintett des Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen
umrahmte die gelungene Veranstaltung mit beschwingter Musik. Beim anschließenden
Stehempfang war in den Einzelgesprächen großer Enthusiasmus für
die Arbeit des neuen Beratungszentrums zu spüren. Alle Beteiligten zeigten
sich mit der Veranstaltung hochzufrieden.
Weitere Beratungszentren werden noch in diesem Jahr in Karlsruhe, Kempten, Regensburg
und Würzburg eingerichtet. |