Er ist Leiter Kundenbereich
beim BFD Sigmaringen und schon seit
vielen Jahren im Bereich der Berufsförderung tätig. „Viele Interessenten
kommen immer wieder und die kennt man auch vom Sehen aus der Kaserne – andere
sehen die Notwendigkeit nicht und denen laufen wir schon auch mal nach“,
zieht Rothweiler als Fazit. Er selbst habe, so sagt er, in den langen Jahren
eine Menge über unterschiedlichste Berufe gelernt und könne auch schon
bei der einen oder anderen Beratung mit dem Wissen glänzen.
Die stärkste Nachfrage nach den Angeboten gibt es von Soldaten, die aus
gewerblichen Berufen kämen, wissen die Berater zu berichten. „Diese
Soldaten wissen, dass sie viel tun müssen, wenn sie am Arbeitsmarkt bestehen
wollen“, gibt Bertold Rothweiler zu. Andererseits sei man aber auch darauf
angewiesen, dass die Soldaten vom BFD hören und sich auch eigene Gedanken
machen, wie sie mit ihrem Förderungsanspruch umgehen wollen.
Gerade in der kurzen Zeit der Wehrpflicht ist es nicht immer leicht, die Ansprüche
mit den dienstlichen Rahmenbedingungen in Einklang zu bringen. Viele der Maßnahmen
werden nach Dienstschluss oder am Wochenende angeboten.
Ein wachsames Auge haben die Berufsberater dabei auch auf die Bildungsträger,
die neben den bundeswehreigenen Ausbildungseinrichtungen einen Großteil
der Angebote übernehmen. Die meisten davon habe man, so betont Rothweiler,
im Laufe der Zeit ohnehin gut kennen gelernt und weiß, dass die Qualität
stimmt.
Das Spektrum der Fördermaßnahmen ist breit angelegt. Es reicht vom
einfachen Computerkurs bis hin zur fachlichen Weiterbildung wie Stapler-Führerscheine
oder ähnliches für Wehrpflichtige und Zeitsoldaten mit kürzerer
Verpflichtungszeit. Bei längeren Verpflichtungszeiten sind vollwertige Berufsausbildungen
möglich. Soldaten die nicht über einen, für den Dienstposten vorgeschriebenen,
Ausbildungsgang verfügen, erhalten diese Förderung normalerweise während
der Dienstzeit im Rahmen der Laufbahnausbildung. Das schmälert aber auch
die Möglichkeiten für die Maßnahmen am Ende der Dienstzeit. Diese
so genannte ZAW, die zivilberufliche Aus- und Weiterbildung wird meist durch
die Stammdienststelle der Bundeswehr geplant. Die Mitarbeiter des BFD haben auf
diese Maßnahmen nur selten Einfluss, da sie erst in späteren Karriereschritten
für die Zeitsoldaten wichtig werden. Erfahrungen nach diesem Ausbildungsgang
gibt es noch nicht. Bertold Rothweiler ist aber optimistisch. Die Ausbildung
wird überwiegend von zivilen Bildungsträgern angeboten. Sie fördert
nicht nur die den Soldaten in der Laufbahn, sondern auch die Kooperation mit
der Wirtschaft für später. „Das ist eine gute Sache“, betont
er. Im Sinne seiner „Kunden“ ist aber auch wichtig, dass die Ausbildung,
die zu Beginn der Dienstzeit absolviert wird, auch nach den Dienstjahren für
die Soldaten sinnvoll bleibt. „Viele Dinge sind bei der Bundeswehr eben
anders als im Zivilberuf“, weiß auch Bertold Rothweiler.
Die Maßnahmen des BFD sind meist an das bestehende oder angestrebte Berufsbild
gekoppelt. Die Berater verfügen aber über einen gewissen Spielraum. „Wenn
wir plausibel erklären können, warum eine bestimmte Ausbildung, die
augenscheinlich nichts mit dem Beruf des Soldaten zu tun hat, Sinn macht, dann
steht der Maßnahme auch nichts im Wege“, betont der Leiter Kundenbereich.
Oftmals sind dazu auch die Soldaten gefordert, ihre Expertise einzubringen. Das
gilt vor allem für die ständig angepassten Berufsbilder oder neue Berufe,
die in den letzten Jahren entstanden seien, sagt der Berater. |