truppen.info: Mit Tornados gegen H5N1
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 Mit Tornados gegen H5N1
 Bundeswehr-Einsatz gegen Vogelgrippe - Rügen im Ausnahmezustand
Bergen (lb) [24.02.06] Kontingentwechsel auf der Ferieninsel: Nach einer Woche Dauereinsatz gegen die Vogelgrippe sind die rund 300 Bundeswehrsoldaten auf Rügen heute ausgetauscht worden. Die Soldaten unterstützen seit vergangenem Freitag mit Rat und Tat im Krisenstab, beim Aufspüren und Einsammeln von Tierkadavern sowie beim Desinfizieren von Fahrzeugen und Personen. Neben Bundeswehr-Veterinären und ABC-Abwehrsoldaten ist auch die Marine mit Landungsbooten und die Luftwaffe mit Aufklärungstornados im Katastrophen-Einsatz. Der unsichtbare Feind heißt H5N1, ein auch für den Menschen lebensgefährliches Virus.
Die Bundeswehr rückte denn auch entsprechend „gefechtsbereit“ an: ABC-Schutzanzug „Overgarment“ (Kategorie III) samt Schutzmaske und Überhandschuhe. „Ich habe schon ein bisschen Angst“, erklärt Wehrpflichtiger Lars (21) gegenüber Journalisten. Wie viele seiner Kameraden ist er freiwillig bei diesem „Seucheneinsatz“ dabei. Auftrag: tote Vögel einsammeln. Andere haben am Rügendamm beziehungsweise am Fährhafen Desinfektionsschleusen aufgebaut, durch die jede Person und jedes Fahrzeug nach langem Warten hindurch muss. Auf der ansonsten so geruhsamen Ferieninsel herrscht der Ausnahmezustand. Wie viel diese Maßnamen tatsächlich bringen ist mittlerweile zwar durchaus umstritten, aber „die Soldaten erhöhen das Sicherheitsgefühl – auch wenn sie mit dem Wasserschlauch kommen“, so Werner Barnekow (66) aus Stralsund gegenüber dem „Hamburger Abendblatt“.
Die Soldaten jedenfalls nehmen ihre Aufgabe sehr ernst. „Im engeren Sinne sind wir zwar eher auf militärische Aufträge wie die Abwehr chemischer oder radiologischer Stoffe vorbereitet“, sagt Obergefreiter Arne Sörensen vom ABC-Abwehrbataillon 610 im schleswig-holsteinischen Albersdorf gegenüber dem „Flensburger Tageblatt“, aber der Einsatz gegen die Vogelgrippe sei nicht minder gefährlich. Der Leiter des Friedrich-Löffler-Instituts (Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit), Professor Thomas Mettenleiter, ist voll des Lobes über die Soldaten: sie verstünden ihr Handwerk, so der Virologe.
Nach den zum Teil haarsträubenden Pannen zu Beginn des Einsatzes auf politischer und Verwaltungsebene, soll es die Bundeswehr nun richten. Und dann wird nicht gekleckert, sondern geklotzt: von Seeseite aus sind Landungsboote der „Barbe“-Klasse im Einsatz, das Aufklärungsgeschwader 51 „Immelmann“ schickt Tornados mit Wärmebildkameras in den Himmel, um Luftaufnahmen von der Küste zu machen. Sie sollen „bei guten Flugbedingungen theoretisch erkennen, ob da unten was liegt“, so Fregattenkapitän Alexander von Heimann vom Kieler Wehrbereichskommando I „Küste“ gegenüber dem „Flensburger Tageblatt“.
 
 Info-Hotline
Info-Hotline des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Telefon: 01888 - 529 -
4601, 4602, 4603, 4604, 4605, 4606, 4607, 4608, 4609

Die Hotline ist täglich von 9 bis 17 Uhr erreichbar. Bitte haben Sie Verständnis, wenn es auf Grund der verstärkten Anfragen zu Wartezeiten konnen kann.
  Homepage des Ministeriums
Experten haben da allerdings ihre Zweifel, wie viel die Wärmebildkameras in der eisigen Ostsee ausmachen können. Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer (CSU) weist den Vorwurf des blinden Aktionismus dagegen entschieden zurück: „Die Bundeswehr kann als erste ein klares Lagebild erstellen. Das ist der Grund für den Einsatz – nicht Aktionismus.“
Morgen wartet auf die Soldaten vor Ort noch eine zusätzliche Aufgabe: der eigene Minister hat sich angekündigt, Verteidigungsminister Dr. Franz Josef Jung (CDU). „Wir sind den ganzen Tag mit Einladungen und Akkreditierungen beschäftigt“, klagt ein betroffener Soldat gegenüber truppen.info.
Mittlerweile ist die Zahl der bestätigten H5N1-Fälle auf 110 Wildvögel angestiegen. Der Einsatz der Bundeswehr dürfte demnach noch länger andauern – und sich ausweiten.
(Lars Bessel)
[Fotos: Verteidigungsbezirkskommando 86 / Presse- und Öffentlichkeitsarbeit]
 
Anzeigen
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Der
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info