Die Botschaft
auch: Deutschland kann mehr, als nur Wiederaufbau – die Bundeswehr
der Zukunft soll auch für die Interessen des eigenen Landes kämpfen.
Von einer „Interventionsarmee“ will Verteidigungsminister Struck auf Frage von truppen.info
dennoch nichts hören, aber selbstverständlich gehöre etwa die Evakuierung von EU-Staatsbürgern
aus Krisenregionen zum neuen Auftrag der Bundeswehr. So dargestellt bei der Präsentation in Eckernförde.
Erstmals werden in dem Szenario Marine, Luftwaffe, Heer, Streitkräftebasis und Sanitätsdienst in Kombination
eingesetzt. 1.700 Soldaten sind an der 90minütigen Show beteiligt – als Teil ihrer Übung,
so ein Marinesprecher.
„Laborbedingungen“, urteilt anschließend Oberst a.D. Friedrich Benz – und er
sollte 24 Stunden später Recht bekommen, auf dem Truppenübungsplatz
Bergen. Dort will schwerpunktmäßig das Heer beweisen, was es kann - mit
Unterstützung der Österreicher. Das Szenario: Überwachung einer entmilitarisierten
Zone, Checkpoint - es kommt zu Ausschreitungen und sogar Angriffen. Die EU antwortet
letztendlich mit einem vernichtenden Gegenangriff aus der Luft und vom Boden.
Doch etwa der Vortags abgekündigte „scharfe Schuss“ des nagelneuen Hubschraubers
„Tiger“ fällt aus – selbst General Bürgener mag an die Begründung
„Wind“ und „Sicherheitsbestimmungen“ nicht so recht glauben.
Dass die Übung, beziehungsweise Show überhaupt stattfinden konnte, verdankt der in Bergen tagenden
Verteidigungsausschuss eh dem Organisationstalent seiner Soldaten: nach Aussage Bürgeners musste man sich die
notwendige Computertechnik in der gesamten Armee zusammensammeln. Für den „Kopf“ in
Wildflecken gilt nichts anderes.
Eines steht gleichwohl fest: „European Challenge 2005“ zeigt – nachdem der demnächst
„von der Fahne gehende“ General Bürgener viele Vorbehalte aus der Welt räumen
musste – was der Bundeswehr in den kommenden Jahren bevorsteht. Sie ist dafür,
so vermitteln es zumindest die öffentlichkeitswirksamen Termine, grundsätzlich
gerüstet. Auch wenn niemand einen Hehl daraus macht, dass die Bewaffnung
des „Tigers“ nicht passt, es an der IT hakt und so mache der beteiligten Waffensysteme
deutlich älter sind als deren Bediener.
(Lars Bessel)
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