Lütjenburg
(uz) [08.03.08].
„Ich werde meinen Ruf als Kommandeur der
Baustellen hier behalten“, sagte Oberstleutnant
Hans-Jürgen Beutler in seiner Ansprache
an die Soldaten des Flugabwehrlehrregiment 6
in Lütjenburg. Selbstkritisch beleuchtete
er das, was er seinen Soldaten in den vergangenen
eineinhalb Jahren zumuten musste. Dafür,
dies ertragen zu haben, galt den Männern
und Frauen sein Dank, ein „dickes Kompliment“,
wie er es formulierte.
Der Verband wuchs erst im vergangenen Jahr im
Zuge der Transformation der Streitkräfte
vom Bataillon zu einem Regiment auf. Für
den ehemaligen Kommandeur hieß dies, dass
fast die doppelte Zahl von Soldaten im Standort
hinzukommt. Zusätzlich wurden schon früh
große Mengen an Material nach Lütjenburg
gebracht. All dies hieß es zu meistern.
Selbstverständlich, dass dies mit dem einen
oder anderen Abstrich zum normalen Dienstbetrieb
verbunden war.
Zusätzlich setzte sich Beutler dafür
ein, dass die Infrastruktur der Schill-Kaserne
verbessert wird. Längst notwendige Renovierungen
verbunden mit Umbaumaßnahmen, die durch
den Prozeß der Umgliederung gefordert
wurden, sind zum Teil schon abgeschlossen, teilweise
aber noch im Gange. All dies waren Erinnerungen,
die wohl nicht nur dem scheidenden Kommandeur
bei diesem Appell durch den Kopf gingen. Gedanken,
die auch über das Regiment hinaus eine
Rolle spielten Brigadegeneral Volker Barth,
der stellvertretende Kommandeur der 1. Panzerdivision
aus Hannover, sprach Beutler großes Lob
für die Abwicklung der Maßnahmen
aus.
Seinem Nachfolger, Oberstleutnant Maik Mackewitz
kommt nun die Aufgabe zu den Aufwuchs und Aufbau
des Verbandes abzuschließen. Er hat es
sich unter anderem zur Aufgabe gemacht, das
Profil des Verbandes ‚zu schärfen‘.
Das Regiment ist nicht nur einer der wenigen
verbliebenen Verbände der Heeresflugabwehr,
es ist auch Teil der Division der Eingreifkräfte
in Hannover. „Damit sind im wesentlichen
wir DIE Flugabwehr des Heeres“, betont
Mackewitz die Marschrichtung. Eine Batterie
des Regiments wird in wenigen Wochen in den
Einsatz im Kosovo aufbrechen. Für Mackewitz
fast ein optimaler Zeitpunkt, das Kommando zu übernehmen: „Das
ist kein Handicap. Ich finde es gut, dass ich
das Kontingent selbst verabschieden kann“,
betont der neue Kommandeur im Gespräch
mit truppen.info. Er ist schon wenige Tage nach
der Übernahme sicher, dass die Batterie
im Einsatz einen guten Job machen wird: „Das
ist ein ‘eingeschworener Haufen‘,
die Veränderungen haben da keine Spuren
hinterlassen.“
Nur auf einen fahrenden Zug aufspringen kann
der neue Kommandeur dagegen im Bereich der Baumaßnahmen. „Das
ist ein längerer Prozeß, den auch
ich an meinen Nachfolger übergeben werden
muss und der vermutlich auch noch an seinen
Nachfolger, bis alles abgeschlossen ist“,
stellt er fest. Natürlich werde er dort
wo es möglich und notwendig ist im Sinne
seines Vorgängers weiter agieren und sicherlich
weitere Projekte anschieben, aber der Einfluß stößt
aufgrund der haushalterischen Zwänge rasch
an Grenzen, ist sich Oberstleutnant Mackewitz
sicher. |