Berlin (eb) [25.03.10]. Der Parlamentarische
Abend des Reservistenverbandes
stand im Zeichen der bevorstehenden
Umstrukturierung der Wehrpflicht.
Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor
Freiherr zu Guttenberg sagte
vor über
500 Gästen: „Unsere Vorschläge sind, die
Grundwehrdienstleistenden künftig flexibler einzuberufen,
sie eine zweimonatige Basisausbildung
durchlaufen zu lassen und sie
dann vier Monate in die Truppe
zu geben.“ Er
wolle für die Bundeswehr die Besten eines Jahrgangs
gewinnen, damit sie dort die
beste Zeit ihres bisherigen Lebens
verbringen könnten. „Künftig
wollen wir jährlich 50.000 einberufen. Die Soldaten,
die wir am 1. Oktober 2010 einziehen,
wollen wir am 31. März
2011 erstmals nach sechs Monten
wieder entlassen.“
Zu Guttenberg lobte in seiner
Ansprache vor Vertretern aus Politik, Presse, Wirtschaft
und Verbänden das beispielhafte Engagement der Reservisten.
Auf sie müsse die Bundeswehr künftig noch mehr
bauen. Denn gerade Reservisten brächten private Mittel,
ihren Urlaub und ihre Freizeit für ihr Land ein – hätten
dabei jedoch oft Nachteile bei ihrem Arbeitgeber. „Reservisten
tun mehr, als sie müssen. Dadurch zeichnen sie sich
aus. Künftig brauchen wir unsere Reservisten mehr denn
je an unserer Seite.“ Er verwies darauf, dass unter
den etwa 7.000 Soldaten in den Auslandseinsätzen derzeit
500 Reservisten sind. „Sie nehmen dort Schlüsselfunktionen
wahr“, betonte der Minister ausdrücklich.
Verteidigungsminister zu Guttenberg
gratulierte dem Reservistenverband zu dessen 50. Geburtstag. „Ich
freue mich darüber, dass es anlässlich dieses
Jubiläums keine nostalgische Rückschau auf Vergangenes
gab, sondern der Blick in die Zukunft gerichtet wurde“,
sagte er dankend zum Präsidium des Verbandes. Der Stellvertreter
des Präsidenten, Roderich Kiesewetter, hatte in seinem
Redebeitrag auf die Zukunft der rund eine Million Reservisten
hingewiesen, die der Wehrüberwachung unterliegen. Nur
diese stehen der Bundeswehr für Wehrübungen zur
Verfügung. Er warb jedoch auch für eine Anerkennung
der Reservisten, die aufgrund ihres Alters nicht mehr beordert
werden können.
Kiesewetter: „Freiwillige Reservistenarbeit muss attraktiv
sein. Es darf bei Reservisten keine zwei Klassen geben.
Er forderte eine Gleichbehandlung von beorderten und nicht
beorderten Reservisten. Dies schließt zum Beispiel
die Beförderungsmöglichkeit nicht beorderter Reservisten
ein.
Das freiwillige Engagement für die Bundeswehr setze
außerdem die Planbarkeit für den Reservisten
voraus. Dazu sei eine langfristige Planung nötig. Kiesewetter
sprach in diesem Zusammenhang von einem Reservisten-Tracking.
Hierzu gehöre auch die fähigkeitsorientierte Verwendung
lebensälterer Reservisten im Alter 60 plus. „Die
Silver Angels verfügen über weitreichende gesellschaftliche
Netzwerke die genutzt werden sollten“, sagte der Stellvertreter
des Präsidenten des Verbandes.
Minister zu Guttenberg sicherte
dem Verband zu, Verbesserungen zu erarbeiten. „Wir
haben in der Vergangenheit sicherlich nicht alles richtig
gemacht. Ich weiß, dass unsere Reservisten mehr sind
als Wochenendsoldaten. Deshalb darf Loyalität keine
Einbahnstraße sein. Es ist nie zu spät, Fehler
zu korrigieren.“ Er wolle den Verband deshalb auch
in die künftigen Kommissionen zur Bundeswehrstruktur
und zum Grundwehrdienst mit seiner Expertise einbeziehen.
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