truppen.info: 1 Jahr Kameradensuche im Web
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 Kameradensuche leicht gemacht
 Seit einem Jahr ist der Y-Treff im Netz
Itzehoe (uz) [16.06.07]. Gerade für Wehrpflichtige ist die Dienstzeit bei der Bundeswehr eine Phase, die sehr stark von persönlichen Beziehungen und der wohl einzigartigen Kameradschaft in der Allgemeinen Grundausbildung geprägt wird. Aber auch Zeit- und Berufssoldaten gehen am Ende von Verwendungs- oder Einsatzzeiten und nach Lehrgängen oft aus einander und versprechen sich: „Wir bleiben in Kontakt!“
Meistens kommt es anders: Erst nach Jahren, manchmal auch nach vielen Jahren kommen einem die „alten Kameraden“ wieder in den Sinn und werfen eine Frage auf: „Was mag wohl aus Ihnen geworden sein?“ Diese Frage haben sich zwei ehemalige Soldaten aus dem Münsterland auch gestellt und daraus eine Aufgabe gemacht. Vor gut einem Jahr haben Sie den „Y-Treff“, ein Suchportal für (ehemalige) Soldaten, ins weltweite Netz gebracht.
Im Interview mit truppen.info sprechen die beiden Macher des Treffs über Ihre Motivation, aber auch über den Erfolg, der sich mittlerweile eingestellt hat.

Der Y-Treff wird ein Jahr alt, wenn Sie nach einem Jahr Resümee ziehen, hat sich die Arbeit, die in das Projekt investiert wurde, gelohnt?
Oliver Thom: Die Kameradensuchmaschine Y-Treff ist eine tolle Idee, in dieser Form einzigartig und absolut interessant. Dass sich die Arbeit gelohnt hat und es auch immer noch tut, zeigen die Zahlen der registrierten Mitglieder, der eingetragenen Einheiten und auch der Besucher. Täglich werden zudem auch viele Einheitswappen (Patches) und Bilder hochgeladen. Ein besseres Feedback als steigende Zahlen kann man ja kaum bekommen und das motiviert auch weiter zu machen und besser zu werden.
Holger Füchter: Der Y-Treff lohnt sich bereits, wenn nur ein Mitglied einen anderen Kameraden findet. Aus den Rückmeldungen wissen wir, dass es bereits einige hundert positive Kontaktaufnahmen und auch schon Treffen gegeben hat.

Mit den Kameraden aus den einzelnen Abschnitten der mehr oder weniger langen Dienstzeit in Kontakt zu bleiben, ist oft ein Vorsatz, der auch auf Grund der Fülle der neuen Gesichter nur schwer zu halten ist. Kann man aus der Idee Y-Treff schließen, dass auch in Ihrem Fall die meisten Kontakte schnell eingeschlafen sind?
 Die Macher:
Oliver Thom ist 35 Jahre alt und war von 1991 bis 2000 als Zeitsoldat bei der Luftwaffe.
Als Luftfahrzeugmechaniker Fachrichtung Hydraulik, war er in Nörvenich und 3 1/2 Jahre auf der Holloman Air Force Base New Mexico USA stationiert.
Seit 6 Jahren ist er bei einem Software Hersteller im Münsterland beschäftigt.
Holger Füchter ist ebenfalls 35 Jahre alt.
Er war für 12 Monate als Wehrpflichtiger bei den Sanitätern in Rheine.
Heute arbeitet er beim selben Software Hersteller im Münsterland.

H. Füchter: Das ist richtig, oft kam es nicht mehr zum verabredeten Adressenaustausch oder die Notizen gingen im Laufe der Jahre verloren. Aber oft ist es auch so, dass die Adressen nicht mehr Aktuell sind oder sich die Namen Aufgrund einer Hochzeit geändert haben.
O. Thom: Bei der Bundeswehr, beziehungsweise nach der Zeit beim Bund ist es doch ähnlich wie nach der Schulzeit, einem Umzug oder wenn man den Arbeitgeber wechselt. Man nimmt sich vor, den Kontakt nicht abreißen zu lassen und es passiert dann doch. Das ist meist sehr schade. Ein paar Kontakte können gehalten werden viele andere verliert man aus den Augen. Mit Netzwerken wie dem Y-Treff oder anderen Portalen (zum Beispiel. für Schulfreunde) kann man den Kontakt langsam wieder aufbauen (vorausgesetzt beide sind zum Beispiel eben beim Y-Treff registriert). So muss man sich nicht überwinden nach Jahren an der schon fremden Tür zu klingeln. Eine kurze Mail mit einem Gruß erleichtert den ersten Kontakt nach Jahren doch enorm.

Sie sind beide ehemalige Soldaten, welcher Antrieb steckt für Sie hinter Motivation nicht nur zusagen „es müsste ein Portal geben“, sondern dies auch wirklich umgesetzt zu haben?
O.Thom: Wir waren ja beide von Anfang an überzeugt, dass es vielen anderen ehemaligen Bundeswehrsoldaten so wie uns ging bzw. noch geht. Wir hatten eine gute Zeit beim Bund und erinnern uns gerne an diese Zeit. Da blieb halt immer die Frage, was macht wohl der Oberfeld X oder Kamerad Y heute. So kam dann eins zum anderen.
Hier muss ich aber auch ein ganz großes Lob an Holger aussprechen. Er hat Dinge meist schon umgesetzt, kurz nachdem ich ihm z.B. eine neue Idee, Änderung oder neue Funktion vorgeschlagen habe. Eine Idee für ein Portal alleine reicht nicht, man muss es auch umsetzten können. Allerdings wäre der Erfolg vor ein paar Jahren nicht so groß ausgefallen. In Deutschland hat heute ja fast jeder die Möglichkeit ins Internet zu „gehen“. Das war bis vor ein paar Jahren nicht der Fall.
H. Füchter: Es gab nicht nur den Wunsch sondern auch die Möglichkeiten. Wir spekulieren nicht lange sondern führen aus.

Haben Sie selbst denn auch schon „verlorene“ Kameraden über Ihr Portal wieder entdeckt?
H. Füchter: Natürlich.
O.Thom: Vor ein paar Wochen habe ich noch eine E-Mail von einem ehemaligen Kameraden bekommen. Wir waren zusammen in Nörvenich stationiert und später auch gemeinsam in New Mexico (Holloman AFB). Auch mein ehemaliger Fachgruppenleiter aus Holloman hat sich über den Y-Treff wieder bei mir gemeldet. Mit beiden habe ich so jetzt wieder Kontakt. Ich habe auch von vielen anderen „Erfolgsgeschichten“ gehört.

Welchen Charakter hat Y-Treff für Sie zu Beginn gehabt, welche Herausforderungen hatten Sie in der Startphase nicht einkalkuliert?

O.Thom: Wir hatten schon vor Beginn viel Erfahrung mit dem Internet, Webseiten, Datenbanken und Datenpflege. Daher gab es kaum etwas, was wir vorher nicht einkalkuliert hatten. Die Schwierigkeit bestand eher darin, die Daten über Einheiten, Verbänden und Standorte usw. zu sammeln, filtern und in einer vernünftigen Form zur Verfügung zu stellen.
Da wir über die ganzen Einheiten nur begrenzte Informationen hatten, haben wir einfach das Wissen der Mitglieder (ehemaligen Angehörigen der Einheiten) genutzt bzw. nutzen es noch heute. Eine Art „mitmach Web“. So kommen immer noch täglich mehrere neue Einheiten hinzu. Mit der enormen Zahl von heute knapp 4000 eingetragenen Einheiten hatten wir in der Form nicht gerechnet.
H. Füchter: Wir haben nicht direkt mit so einen Ansturm gerechnet. Zwei Mal wurde das ganze System bereits auf Leistungsstärkere Server umgezogen um allen Besuchern immer ideale Vorraussetzungen geben zu können. Nun steckt die gesamte Technik in einem der Leistungsstärksten Systeme Deutschlands.

Sie überlassen die „Pflege“ der Standorten den Mitgliedern, inwieweit gibt es Handlungsbedarf, dass Sie selbst nachsteuern müssen bzw. ist der Y-Treff inzwischen ein „Selbstläufer“?
O.Thom: Wir legen selbst kaum noch neue Einheiten an. Das übernehmen in der Regel nur noch die Mitglieder selbst. Von uns wird aber jeder Datensatz auf Vollständigkeit und Plausibilität geprüft. Jedes Mitglied kann uns zudem über unvollständige Datensätze oder Fehler informieren. Dazu gibt es in jedem Datensatz eine entsprechende Funktion. Fehlt zum Beispiel in einem Jägerbataillon der Straßenname oder der Kasernename ist nicht richtig geschrieben, kann jedes Mitglied uns dieses mitteilen. Diese Möglichkeit wird von unseren Mitgliedern auch rege genutzt. Es macht ja auch viel mehr Spaß, wenn man selbst mitmachen kann. Beim Y-Treff kann man mitmachen bzw. mithelfen dass die Seite noch besser und vollständiger wird. Das ist von uns auch gewünscht.
H. Füchter: Grundsätzlich überlassen wir die Pflege den Mitgliedern. Dennoch überwachen wir jede Aktion um Missbrauch auszuschließen. Oft ist es aber tatsächlich so, dass die langjährigen Kasernen oder Einheits-Angehörigen mehr Details kennen, als wir je herausfinden können.

Zahlen, Daten, Fakten nach einem Jahr: Wie haben sich die „statistischen Werte“ entwickelt, gehen Sie schon auf einen 5stelligen Mitgliederbereich zu?
O.Thom: Mit weit mehr als 5500 registrierten Mitgliedern, knapp 4000 eingetragenen Einheiten und täglich bis zu 350 unique Besucher pro Tag haben wir einen guten Start bzw. gutes erstes Jahr hinter uns. Darauf wollen wir uns allerdings nicht ausruhen. Bis zum Ende dieses Jahres wollen wir unser 10.000tes Mitglied begrüßen. Bis dahin ist aber noch einiges zu tun. Neue interessante Funktionen sind schon geplant.
H. Füchter: Wenn wir von der bisherigen Expansion ausgehen, und die Zulaufzahlen bleiben so, dann werden wir die zehntausend noch vor Jahresende knacken. Aber sicher Vorhersagen lässt sich das natürlich nicht und meine Kristallkugel ist zurzeit in der Werkstatt ...

Beschreiben Sie doch einmal ganz kurz, was muss ich als User tun, wenn ich meine Kameraden von 1993 aus Sigmaringen wieder finden möchte?
O.Thom: Die Kameradensuche steht sowohl dem Besucher, als auch dem registrierten / angemeldeten Mitglied zur Verfügung. Auf der Seite des Y-Treffs klicken Sie auf den Menüpunkt »Suche« und geben in die Suchmaske den gesuchten Namen, Standort oder die Einheit ein. Mit einem Klick auf »Suche starten« wird die Suche durchgeführt. Für nicht angemeldete Besucher wird das Suchergebnis jedoch nicht vollständig angezeigt. Das ist auch bei der manuellen Suche über die Länderkarte so. Nicht angemeldet, wird der Name zum Beispiel nur abgekürzt angezeigt und auch das Profil lässt sich nicht aufrufen.
Eine weitere Möglichkeit einen Kameraden zu suchen bzw. finden ist die Anmeldung. Hierbei geben Sie einfach die Standorte an, an denen Sie selbst stationiert waren. Mitglieder, die bei dieser Einheit schon eingetragen sind, werden automatisch per E-Mail darüber informiert. Sie selbst können in ihrem Profil die angegebenen Standorte aufrufen und nachsehen wer sich dort schon eingetragen hat.
H. Füchter: Sie können etwa nach einem Mitglied suchen- einfach nach 1993. Es werden dann alle Mitglieder angezeigt die zu diesem Jahr Ihren Dienstzeitraum hatten, oder Sie suchen nach der Einheit und geben dort einfach „Sigmaringen“ ein. Es werden dann alle Einheiten aus Sigmaringen angezeigt.

Stichwort Datenschutz, selbst die Namen von Soldaten werden zunehmend bei der Bundeswehr geschützt, wie wird bei Ihnen mit diesem Thema umgegangen?
O.Thom: Datenschutz ist auch für uns ein wichtiges Thema. Zum Schutz der Privatsphäre können Mitglieder ganz gezielt bestimmte Daten wie zum Beispiel die Anschrift oder E-Mail Adresse für andere Mitglieder freigeben oder verbergen. Auch gibt es einen Schutz vor den so genannten Google Boots. Man kann beispielsweise festlegen, ob der eigenen Name in Verbindung mit dem Y-Treff bei Google gefunden werden soll oder nicht. Die Daten der Mitglieder werden selbstverständlich streng vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
H. Füchter: Wir sind hier sehr sensibilisiert. Alle Daten die wir nicht Mitgliedern zeigen sind Global, also nur der Vorname und der erste Initial des Nachnamens. Registrierte und angemeldete Mitglieder sehen den Nachnamen dazu. Die Adresse wird nur Angezeigt, wenn das Mitglied die eigene Adresse auch freigeben möchte. Grundsätzlich ist die Anzeige immer abgeschaltet, so kann man sicher sein, dass die eigene Adresse nicht gesehen werden kann. Die E-Mail Adresse ist immer versteckt um Spam oder ähnliches zu Unterbinden, es gibt keinen Weg an die E-Mail Adresse zu gelangen, außer das gesuchte Mitglied gibt die Adresse nach Anforderung selbst heraus. Jedes Mitglied kann darüber hinaus jedes andere Mitglied melden, wenn beispielsweise ein Missbrauchsverdacht besteht.

Gibt es auch persönliche Reaktionen der Nutzer an Sie? Welche waren besonders nett? Oder auch nicht?
O.Thom: Die Reaktionen von den Mitgliedern sind durchweg positiv. Wir bekommen viele E-Mails, in dem Mitglieder über die gute Idee und über die Umsetzung des Y-Treffs schreiben. Bei Schwierigkeiten, Fragen und Anregungen reagieren wir auch umgehend. Mails werden in der Regel innerhalb weniger Stunden bearbeitet / beantwortet. Das kommt gut an.
Dass wir mit dem Y-Treff auch ein Stück Geschichte schreiben, indem wir insbesondere die Geschichte von aufgelösten Einheiten und Standorten neu beleben, war für mich bisher das größte Kompliment.
Die Bundeswehr passt sich den neuen Aufgaben und Anforderungen an. Aus diesem Grund werden Einheiten zusammengelegt oder aufgelöst und Standort geschlossen, doch die Erinnerungen der Kameraden an die guten alten Zeiten werden im Y-Treff neu belebt.
H. Füchter: Da gibt es jede Menge, in der Regel sind das Anregungen wenn Funktionen fehlen oder Vorschläge im Bezug auf das Design. Wir nehmen jede Anregung oder auch jede Kritik zum Anlass entsprechende Änderungen einflie ßen zur lassen.

Y-Treff
 
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