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Feuerwehrarbeit hat eine Vielzahl von unterschiedlichen
Facetten und Schwerpunkten, die von freiwilligen Helfern, Ortsfeuerwehren
und Werkfeuerwehren u.s.w. wahrgenommen werden. Wie können Sie Herr
Kröger, als Präsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, allen
diesen Facetten gerecht werden? |
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Hans-Peter Kröger
Foto: Deutscher Feuerwehrverband |
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Alle
Feuerwehren verbindet die ureigenste Aufgabe, anderen zu helfen,
Menschenleben zu retten, Brände zu bekämpfen und Sachwerte
zu schützen. Historisch ist diese Aufgabe zunächst auf
freiwilliger Basis entstanden und gewachsen. Nach wie vor wird das
deutsche Feuerwehrwesen größtenteils durch ehrenamtliche
Tätigkeit geprägt. Mittlerweile haben alle Feuerwehren
in Deutschland einen gesetzlichen Auftrag zu erfüllen, nämlich
den vorbeugenden und abwehrenden Brandschutz, die technische Hilfeleistung
und teilweise den Rettungsdienst sicherzustellen. Dieser Herausforderung
begegnen wir gemeinsam, indem wir die einzelnen Interessen im Deutschen
Feuerwehrverband bündeln und nach außen vertreten. |
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Welchen Stellenwert nehmen
in diesem Verbandskonstrukt die Feuerwehren aus dem Bereich der
Bundeswehr, auch im Hinblick auf ihre Personalstärke, ein? |
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Die ca. 100 Feuerwehren der Bundeswehr mit insgesamt
mehr als 3000 Mitarbeitern sind regional unterschiedlich stark über
das Bundesgebiet verteilt. Innerhalb des DFV werden sie neben den Landesfeuerwehrverbänden
und der Bundesgruppe „Werkfeuerwehr“ durch die Bundesgruppe „Berufsfeuerwehr“ vertreten. |
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Heben sich die Angehörigen der Feuerwehren im Bereich der
Bundeswehr, besonders durch die Brandbekämpfung auf Booten
und Schiffen der Marine oder bei den Fliegerhorst-Feuerwehren,
die sich wegen der Bewaffnung auch von anderen Flugplatz-Kräften
unterscheidet, von anderen Kollegen ab? |
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Das
Einsatzspektrum beinhaltet in den von Ihnen erwähnten Teilbereichen
auch spezielle Anforderungen an den Einsatz der Feuerwehr. Neben
dem Abschluss der Grundausbildung, die grundsätzlich alle Feuerwehrangehörigen,
unabhängig ihrer Zugehörigkeit, durchlaufen, sowie der
Teilnahme an allgemein üblichen Sonder- und Führungslehrgängen,
werden die Angehörigen der Bundeswehrfeuerwehren natürlich
auch fach- und gefahrenspezifisch aus- und fortgebildet. Im Gesamtsystem
Feuerwehr brauchen wir diese Spezialisten, um die ganze Bandbreite
an möglichen Gefahren effektiv abwehren zu können. |
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Wie bewerten Sie die Möglichkeiten
der Zusammenarbeit im Rahmen der Amtshilfe zwischen kommunalen Feuerwehren
und den Kräften, die eigentlich nur für den Einsatz innerhalb
der Bundeswehrliegenschaften vorgesehen sind? |
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Im Zuge der zivil-militärischen
Zusammenarbeit besteht die Möglichkeit, dass die Bundeswehr
zur Unterstützung bei der Bewältigung von Naturkatastrophen
und besonders schweren Unglücksfällen im Inland herangezogen
werden kann, soweit dort entsprechende Kräfte zur Verfügung
stehen. Die Beratung und Unterstützung durch Verbindungspersonal
auf Ebene der unteren Katastrophenschutzbehörden erleichtert
den Einsatz. Dies ist ein unverzichtbarer Bestandteil der gesamten
Gefahrenabwehr in Deutschland. Spezielle Kenntnisse, sowie der Erfahrungsaustausch
im Bereich der Facharbeit und Fachpresse bilden hier eine Grundlage
von unschätzbarem Wert.
Können auch die Bundeswehr-Feuerwehren grundsätzlich außerhalb
des Zuständigkeitsbereiches auf Anforderung eingesetzt werden,
soweit diese abkömmlich sind, so ist diese Möglichkeit einer
Zusammenarbeit zur Optimierung der Gefahrenabwehr immer als positiv
zu bewerten.
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Was macht für Sie
den Brandschutz in der Bundeswehr aus, was verbinden Sie mit diesem
Bereich?
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Brandschutz in der Bundeswehr bedeutet zunächst
die grundsätzliche Erfüllung eines gesetzlichen Auftrages,
den auch die öffentlichen Feuerwehren zu erfüllen haben. Ziel
ist die Gefahrenabwehr, speziell der Schutz von Menschenleben
und Sachwerten. Im Bereich der Bundeswehr bedeutet dies natürlich
auch spezielle Gefahren und Risiken, die in Teilbereichen eine gesonderte
Ausbildung
erforderlich machen. Aber insgesamt steht wie bei allen
Feuerwehren auch hier die Aufgabe, im Notfall zu helfen, im Vordergrund. |
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Mit der Bundeswehr stehen
Angehörige der Feuerwehr, zum Beispiel mit den fliegenden Einheiten,
ständig in den Einsatzgebieten der Bundeswehr. Wird das in
den anderen Bereichen der Feuerwehren wahrgenommen und honoriert?
Werden entsprechende Erfahrungen ausgetauscht?
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Viele Mitarbeiter der Bundeswehr-Feuerwehren sind
auch in Freiwilligen Feuerwehren aktiv und gewährleisten daher einen
direkten Erfahrungsaustausch.
Gemeinsame Übungen, Einsatzpraktika und Ausbildungsabschnitte von
Angehörigen der Bundeswehr-Feuerwehren bei öffentlichen Feuerwehren,
sowie die Aus- und Fortbildung an den Landesfeuerwehrschulen
sorgen ebenfalls für einen ständigen Kontakt und bieten daher
eine optimale Voraussetzung, Erfahrungen, Meinungen
und Interessen auszutauschen und
zu diskutieren. Sicher tauscht man sich dabei auch über die besondere
Einsatzsituation in den Einsatzgebieten aus. Dass es
dort auch zu speziellen Belastungen der Feuerwehrleute
kommt wird selbstverständlich
wahrgenommen. |
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Was sind aus Ihrer Sicht
die größten Unterschiede zwischen den Feuerwehren der
Bundeswehr und einer „normalen“ Feuerwehr? Wo gibt es
evtl. sogar den einen oder anderen neidischen Blick?
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Der wesentliche Unterschied besteht im Bereich der
Zuständigkeiten, die bei den Bundeswehr-Feuerwehren originär
auf die Liegenschaften der Bundeswehr begrenzt sind. Dadurch sind gegebenenfalls
auch die Aufgabenbereiche in ihren Anteilen anders zu bewerten, als bei öffentlichen
Feuerwehren.
Die Ausrüstungen unterscheiden sich insbesondere im Bereich der
Fahrzeugtechnik. Die Bundeswehrfeuerwehren brauchen
aufgrund der bereits erwähnten speziellen Anforderungen auch spezielles
Gerät, um
eine entsprechende Gefahrenabwehr effektiv durchführen zu können.
Für die Zukunft erwarten wir allerdings im Bereich der Bundeswehrfeuerwehren
eine noch größere Kompatibilität durch die zunehmende
Verwendung von Normgeräten und Fahrzeugen.
Neid wäre ein sehr schlechter Berater und ist meines Erachtens auch
nicht zu erwarten.
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Viele Zeitsoldaten finden
bei Berufsfeuerwehren oder Freiwilligen Feuerwehren mit hauptamtlichen
Kräften eine neue berufliche Heimat, viele auch unter Anwendung
von Eingliederungs- oder Zulassungsschein. Was qualifiziert dieses
Personal aus Ihrer Sicht für eine Laufbahn bei der Feuerwehr?
Welchen Vorteil hat ein ehemaliger Soldat von einer Laufbahn bei
der Feuerwehr und welchen die Feuerwehr von ehemaligen Soldaten?
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Große Vorteile bieten die Erfahrungen im Bereich
einer technisch-taktisch orientierten Führungsausbildung sowie mit
Organisationsstrukturen und Arbeitsabläufen, die oftmals sehr ähnlich
sind. Führungserfahrung und Kenntnisse von Stabsarbeit sind eine
optimale Voraussetzung, um eine leitende Funktion im Bereich der Feuerwehr
zu übernehmen.
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Junge Männer haben
die Möglichkeit, den Wehrdienst durch ein verpflichtendes „Langzeit-Engagement“ bei
der Freiwilligen Feuerwehr zu umgehen. Liegt da kein Widerspruch
in der Aufgabenstellung bzw. im Aufgabenspektrum?
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Zunächst einmal möchte ich erwähnen,
dass die meisten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren aus eigener
Motivation und Interesse ihr Ehrenamt bekleiden. Viele haben bereits
ihren Wehrdienst geleistet und bringen Erfahrungen und spezielle Kenntnisse
mit, beispielsweise aus dem Bereich der ABC-Abwehr oder des Sanitätsdienstes.
Im Rahmen einer 6-jährigen Verpflichtung zur Mitwirkung im Katastrophenschutz
kann auch eine Freistellung vom Wehrdienst beantragt werden. Die Tätigkeit
in einer Freiwilligen Feuerwehr bedeutet dann unmittelbaren Dienst am
Bürger, der sich nicht nur auf den Katastrophenschutz beschränkt,
sondern eine aktive Teilnahme am täglichen Einsatzgeschehen bedingt
und dadurch einen Beitrag zur inneren Sicherheit Deutschlands darstellt. |
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Inwieweit lässt sich
dieser Personenkreis wirklich motiviert und engagiert in eine Feuerwehr
integrieren?
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Als Mitglied einer Freiwilligen Feuerwehr hat man
die Möglichkeit, sich auf kommunaler Ebene aktiv an der nichtpolizeilichen
Gefahrenabwehr zu beteiligen und somit täglich neuen Herausforderungen
zu stellen. Der gesellschaftliche Stellenwert einer Freiwilligen Feuerwehr
und die langjährige Mitgliedschaft bieten die Basis für eine
Vielzahl an sozialen Kontakten und Tätigkeiten und steigern daher
die Attraktivität. Die Kameradschaft ist nicht auf wenige Monate
begrenzt und wird sowohl durch Einsatz- und Übungsdienst, als auch
durch gesellschaftliche Aktivitäten gelebt. Viele der bei der Feuerwehr
zu erwerbenden Qualifikationen können auch im privaten oder beruflichen
Umfeld von großem Wert sein.
Die Vielfalt an persönlichen Vorteilen und die Mitwirkung bei der
Bewältigung einer sozial wichtigen und in der Bevölkerung hoch
angesehenen Aufgabe steigert die Motivation, sich in einer Freiwilligen
Feuerwehr zu engagieren. Die problemlose Integration drückt sich
dann häufig in einer bleibenden Mitgliedschaft aus.
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(Das Gespräch führte Uwe Zeitter)
[01.07.07] |
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