truppen.info: Truppe: Brandschutz in der Bundeswehr
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 „Soldaten sind immer gerne gesehen“
 Gerhard Manzke führt nicht nur eine Freiwillige Feuerwehr
Schönweide (uz) [01.07.07]. Im Jahr 1972 ist Gerhard Manzke nach Schönweide gezogen. Bald merkte er, dass die Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung in dem kleinen Ort im Plöner Land eher begrenzt sind. So kam es, wie es kommen musste: Gerhard Manzke trat schon bald in die Freiwillige Feuerwehr des kleinen Ortes ein. „Es war eigentlich das Einzige, was man hier machen konnte“, schmunzelt Gerhard Manzke. Er ist im 31. Jahr seiner Feuerwehr-Karriere der Gemeindewehrführer von Grebbin und dort für die drei Ortsfeuerwehren verantwortlich, außerdem ist er Amtswehrführer des Amtes Großer Plöner See und Kreisausbilder. All dieses Engagement ist wohlgemerkt ehrenamtlich. Ein Hobby, das viel von der Freizeit von Gerhard Manzke in Anspruch nimmt. „Man muss schon ein bißchen verrückt sein, um das durchzuhalten“, gesteht er und gibt zu, dass von sieben Abenden in der Woche mindestens vier diesem Engagement gehören.
Gerhard Manzke
Für die weiteren Tage bleibt aber auch noch die dazugehörige Schreibtischarbeit versichert er.
Seinen Lebensunterhalt verdient Gerhard Manzke als Berufssoldat. In die Bundeswehr trat er übrigens erst ein Jahr nach der Feuerwehr ein. Heute ist er Kompaniefeldwebel einer Stabs- und Versorgungsbatterie. Auch dies ist ein Job, der alles von ihm verlangt. Sichergestellt ist in seinem Dienstalltag aber selbstverständlich, dass er ständig erreichbar ist. Meistens telefonisch, über das Mobiltelefon, kann ihn die Leitstelle jederzeit erreichen, wenn eine Alarmierung erfolgt. „Je nach den Informationen entscheide ich, ob ich selbst vor Ort sein muss oder nicht“, erklärt Manzke. Das Engagement des Soldaten wurde von seinem Kommandeur genehmigt, eine wichtige Voraussetzung für die Aufgabe, die er im Sinne der Allgemeinheit ausfüllt. Der „Zusatzdienst“ ist auch bei der Stammdienststelle der Bundeswehr vermerkt. „Das gilt wie ein politisches Mandat“, erläutert Manzke. Damit gilt für den Soldaten auch ein Versetzungsschutz, soweit dieser gewährt werden kann.
Für die Feuerwehr sind die Qualifikationen, die Gerhard Manzke bei der Bundeswehr erworben hat, ein großer Vorteil. Gerade auch der Umgang mit Auszubildenden und die Grundlagen der Menschenführung kommen dem Wehrführer zu Gute. Doch auch die Bundeswehr kann von den Erfahrungen Manzkes profitieren. Das beginnt schon damit, dass ihm die Nebenfunktion des Brandschutzbeauftragten übertragen wurde. So hat er auch in der Kaserne die Verantwortung für den Brandschutz ebenso, wie in seinem Amtsbereich. Viele Dinge in der Arbeit überschneiden sich und beide Aufgaben bringen genügend Berührungspunkte, versichert Manzke und ergänzt: „Mit der beruflichen Erfahrung aus dem Bundeswehralltag, ist man bei der Feuerwehr gerne gesehen.“ So richtig trennen kann er auch die beiden Bereiche nicht mehr. „Es kommt schon vor, dass man mich bei der Feuerwehr darauf aufmerksam macht, dass ich nicht auf dem Kasernenhof sei“, lacht er. Das könne er eben nicht ablegen, betont er, besonders wenn es um Leistungsüberprüfungen gehe, lägen klare Maßstäbe zu Grunde.
Als Brandschutzbeauftragter bei der Bundeswehr und als Kreisausbilder bei der Feuerwehr kann beide Institutionen auf die jeweils anderen Ausbildungseinrichtungen zurückgreifen lassen. So nutzt die Feuerwehr bei Bedarf, aber durchaus regelmäßig, die Ausbildungseinrichtungen der Marine in Neustadt (Holstein) um zu üben, wie man Flüssigkeitsbrände beherrschen kann und umgekehrt gastiert die Bundeswehr regelmäßig in der Ausbildungseinrichtung der Feuerwehr Plön, um in deren Container den Umgang mit Feststoffbränden oder Löschmitteln zu üben. Beispielsweise organisiert Manzke die notwendigen Einweisungen mit den üblichen Löschmitteln in der „zivilen“ Ausbildungseinrichtung. Soldaten können so den Umgang mit Feuerlöschern oder Küchenpersonal den Umgang mit Löschdecken erlernen.
Kritische Blicke zwischen Soldaten und anderem Feuerwehrpersonal gibt es kaum. Auch junge Leute, die sich für den siebenjährigen Ersatzdienst bei der freiwilligen Feuerwehr entscheiden, verdienen sich den Respekt von Manzke. Eine gemütlichere Alternative zum Wehrdienst sucht hier keiner. „Die meisten bleiben auch nach der Pflichtzeit bei uns“, betont der Gemeindewehrführer. Für ihn ist es zugleich auch ein Indiz der funktionierenden Kameradschaft in der Freiwilligen Feuerwehr von Schönweide. Wobei, so gesteht Manzke ein, man schon merke, wenn einer eine gewisse Zeit im Wehrdienst stand. „Neben der Disziplin geht es auch darum, dass Soldaten oder ehemalige Soldaten auch oft einen Lkw-Führerschein mitbringen“, beschreibt er ein Problem, dass zunehmend die freiwilligen Retter vor Probleme stellt: In vielen ländlichen Orten, sind die Helfer tagsüber nicht greifbar und die Löschfahrzeuge können nicht bewegt werden.
Für Gerhard Manzke war es der Spaß an der Aufgabe, am Retten, Löschen und Bergen, das ihn so lange im freiwilligen Engagement gehalten hat. Auch wenn sich die Aufgaben in den vergangenen Jahren verändert hat: Heute wird, wie Gerhard Manzke bestätigt, viel mehr technische Hilfeleistung von den Feuerwehren verlangt. Das Löschen von Bränden, das man landläufig zuerst mit den Feuerwehren in Verbindung bringt, ist eine eher seltene Aufgabe geworden. Verkehrsunfälle, Sturm- und Wasserschäden stecken meistens hinter den Anrufen, die der Oberstabsfeldwebel im Dienst und natürlich auch in seiner „Freizeit“ von der zuständigen Leitstelle entgegen nehmen muss.
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