Für die
weiteren Tage bleibt aber auch noch die dazugehörige Schreibtischarbeit
versichert er.
Seinen Lebensunterhalt
verdient Gerhard Manzke als Berufssoldat. In die Bundeswehr trat er übrigens
erst ein Jahr nach der Feuerwehr ein. Heute ist er Kompaniefeldwebel
einer Stabs- und Versorgungsbatterie. Auch dies ist ein Job, der alles
von ihm verlangt. Sichergestellt ist in seinem Dienstalltag aber selbstverständlich,
dass er ständig erreichbar ist. Meistens telefonisch, über
das Mobiltelefon, kann ihn die Leitstelle jederzeit erreichen, wenn
eine Alarmierung erfolgt. „Je nach den Informationen entscheide
ich, ob ich selbst vor Ort sein muss oder nicht“, erklärt
Manzke. Das Engagement des Soldaten wurde von seinem Kommandeur genehmigt,
eine wichtige Voraussetzung für die Aufgabe, die er im Sinne
der Allgemeinheit ausfüllt. Der „Zusatzdienst“ ist
auch bei der Stammdienststelle der Bundeswehr vermerkt. „Das
gilt wie ein politisches Mandat“, erläutert Manzke. Damit
gilt für den Soldaten auch ein Versetzungsschutz, soweit dieser
gewährt werden kann.
Für die Feuerwehr sind die Qualifikationen, die Gerhard Manzke bei der Bundeswehr
erworben hat, ein großer Vorteil. Gerade auch der Umgang mit Auszubildenden
und die Grundlagen der Menschenführung kommen dem Wehrführer zu Gute.
Doch auch die Bundeswehr kann von den Erfahrungen Manzkes profitieren. Das beginnt
schon damit, dass ihm die Nebenfunktion des Brandschutzbeauftragten übertragen
wurde. So hat er auch in der Kaserne die Verantwortung für den Brandschutz
ebenso, wie in seinem Amtsbereich. Viele Dinge in der Arbeit überschneiden
sich und beide Aufgaben bringen genügend Berührungspunkte, versichert
Manzke und ergänzt: „Mit der beruflichen Erfahrung aus dem Bundeswehralltag,
ist man bei der Feuerwehr gerne gesehen.“ So richtig trennen kann er auch
die beiden Bereiche nicht mehr. „Es kommt schon vor, dass man mich bei
der Feuerwehr darauf aufmerksam macht, dass ich nicht auf dem Kasernenhof sei“,
lacht er. Das könne er eben nicht ablegen, betont er, besonders wenn es
um Leistungsüberprüfungen gehe, lägen klare Maßstäbe
zu Grunde.
Als Brandschutzbeauftragter bei der Bundeswehr und als Kreisausbilder bei der
Feuerwehr kann beide Institutionen auf die jeweils anderen Ausbildungseinrichtungen
zurückgreifen lassen. So nutzt die Feuerwehr bei Bedarf, aber durchaus regelmäßig,
die Ausbildungseinrichtungen der Marine in Neustadt (Holstein) um zu üben,
wie man Flüssigkeitsbrände beherrschen kann und umgekehrt gastiert
die Bundeswehr regelmäßig in der Ausbildungseinrichtung der Feuerwehr
Plön, um in deren Container den Umgang mit Feststoffbränden oder Löschmitteln
zu üben. Beispielsweise organisiert Manzke die notwendigen Einweisungen
mit den üblichen Löschmitteln in der „zivilen“ Ausbildungseinrichtung.
Soldaten können so den Umgang mit Feuerlöschern oder Küchenpersonal
den Umgang mit Löschdecken erlernen.
Kritische Blicke zwischen Soldaten und anderem Feuerwehrpersonal gibt es kaum.
Auch junge Leute, die sich für den siebenjährigen Ersatzdienst bei
der freiwilligen Feuerwehr entscheiden, verdienen sich den Respekt von Manzke.
Eine gemütlichere Alternative zum Wehrdienst sucht hier keiner. „Die
meisten bleiben auch nach der Pflichtzeit bei uns“, betont der Gemeindewehrführer.
Für ihn ist es zugleich auch ein Indiz der funktionierenden Kameradschaft
in der Freiwilligen Feuerwehr von Schönweide. Wobei, so gesteht Manzke ein,
man schon merke, wenn einer eine gewisse Zeit im Wehrdienst stand. „Neben
der Disziplin geht es auch darum, dass Soldaten oder ehemalige Soldaten auch
oft einen Lkw-Führerschein mitbringen“, beschreibt er ein Problem,
dass zunehmend die freiwilligen Retter vor Probleme stellt: In vielen ländlichen
Orten, sind die Helfer tagsüber nicht greifbar und die Löschfahrzeuge
können nicht bewegt werden.
Für Gerhard Manzke war es der Spaß an der Aufgabe, am Retten, Löschen
und Bergen, das ihn so lange im freiwilligen Engagement gehalten hat. Auch wenn
sich die Aufgaben in den vergangenen Jahren verändert hat: Heute wird, wie
Gerhard Manzke bestätigt, viel mehr technische Hilfeleistung von den Feuerwehren
verlangt. Das Löschen von Bränden, das man landläufig zuerst mit
den Feuerwehren in Verbindung bringt, ist eine eher seltene Aufgabe geworden.
Verkehrsunfälle, Sturm- und Wasserschäden stecken meistens hinter den
Anrufen, die der Oberstabsfeldwebel im Dienst und natürlich auch in seiner „Freizeit“ von
der zuständigen Leitstelle entgegen nehmen muss. |