truppen.info: Bundeswehr beschützt den Papst
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 Bundewehr beschützt den Papst
 "Amtshilfe" während des Weltjugendtages 2005 in Köln
Köln (lb) [16.08.05]. Über 400.000 junge Menschen treffen sich in dieser Woche in Köln zum Weltjugendtag – und die Bundeswehr ist mittendrin. Denn spätestens wenn am Donnerstag (18.8.) der Papst kommt, laufen die Sicherheitsapparate auf Hochtouren. Zwar zeichnet  das Bundeskriminalamt für den persönlichen Schutz des katholischen Kirchenoberhauptes verantwortlich, doch ohne die Unterstützung von zahlreichen Soldaten ist das schlicht nicht leistbar. Die bislang bekannt gewordenen „Aufmarschpläne“ lesen sich gigantisch: Abfangjäger, Aufklärungsflugzeuge, Spürpanzer, Rettungshubschrauber plus ein komplettes Feldkrankenhaus. Das Verteidigungsministerium war gegenüber truppen.info zu keiner Stellungnahme bereit – „aus Sicherheitsgründen“.
Die Weltjugendtags-Pilger kommen aus fast allen Ländern der Welt, von Argentinien bis Zypern. „Die große Welt ist in Deutschland angekommen“, so Jugendbischof Franz-Josef Bode. Allein aus Deutschland kommen außerdem mehr als 20 000 freiwillige Helfer. 9800 Priester, 759 Bischöfe, davon 60 Kardinäle, sind in Köln. 7700 Journalisten berichten über das Ereignis. Und am Donnerstag dann der „Staatsbesuch“ besonderer Güte: der deutsche Papst kommt.
Dass aus Angst vor Anschlägen Gullydeckel verschweißt werden ist nichts ungewöhnliches – aber das Sicherheitsaufgebot für Benedikt XVI. hat einen Umfang, wie es die Bundesrepublik kaum jemals erlebt hat. Bis Sonntag herrscht in und um Köln Sicherheitsstufe 1. Für die Bundeswehr bedeutet das weit mehr, als das Wachbataillon zur Begrüßung zu stellen. Zu ihrem „Inlands-Einsatz“ gehört ein breit gefächertes Aufgabenspektrum aller Teilstreitkräfte (abgesehen von der Marine vermutlich):
Sobald der Papst in den Luftraum seines Heimatlandes einfliegt, wird er von „Phantom“-Jagdflugzeugen begleitet werden. Und auch die kommenden tage stellt die Luftwaffe die Sicherheit über dem Großraum Köln sicher. Um im Fall eines vermeintlichen Terroranschlages rechtzeitig gewarnt zu sein, überwacht eine AWACS der NATO in zehn Kilometern Höhe das gesamte Rhein-Main-Gebiet, heißt es aus sicheren Quellen. Ganz in der Nähe von Köln stehen zudem Spürpanzer „Fuchs“ für den Fall eines Giftgasanschlages bereit. Das Vorhandensein von zwei Rettungshubschraubern Bell UH-1D sowie von ebenfalls zwei Großraum-Rettungshubschraubern CH 53 liest sich dann schon nahezu banal.
Weit fliegen müssen sie im Zweifelsfall nicht: in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes haben die Soldaten des Sanitätsregiments 22 aus Hamm ein komplettes Feldlazarett errichtet, ein sogenanntes „medical center“. Erprobt in allen Auslandseinsätzen ist das durchaus vergleichbar mit einem Kreiskrankenhaus. Die Arbeit in der kleinen Container- und Zeltstadt übernehmen 130 Soldaten schwerpunktmäßig aus dem Bereich des Sanitätskommandos II. An Spezialisten soll es dabei nicht fehlen: Im "Marienfelder Krankenhaus" stehen Anästhesisten, Internisten, Kardiologen, Chirurgen, Radiologen, Zahnärzte, Notärzte, Apotheker, Psychiater und Militärpfarrer bereit – ob nun für den Papst oder für den „einfachen“ Besucher. Hinzu kommen natürlich Rettungsassistenten, Rettungssanitäter, Anästhesiepfleger, Instrumenteure, Krankenpfleger, Laboranten, Medizinisch-Technische sowie Pharmazeutisch-Technische Assistenten.
Die Streitkräftebasis stellt zudem noch Unterkünfte für Pilger sowie weiteren Transportraum und Flächen in ihren Liegenschaften zur Verfügung. Und selbst die „Operative Information“ ist mit ihren Lautsprecherwagen dabei. Nicht zum Übertragen von Predigten, sondern um etwa im Fall einer Panik die Massen zu lenken. Und nicht zu vergessen die Routiniers: das Wachbataillon – im Optimalfall die einzigen, die etwas tun müssen …
(Lars Bessel)
Foto: Weltjugendtag GmbH -
David Boucherie
Internationales Soldatentreffen beim Weltjugendtag
Offizielle Homepage des Weltjugendtages
Infos der katholischen Militärseelsorge zum Weltjugendtag
 
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