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Die Weltjugendtags-Pilger kommen aus fast allen
Ländern der Welt, von Argentinien bis Zypern. „Die große Welt ist in
Deutschland angekommen“, so Jugendbischof Franz-Josef Bode. Allein aus
Deutschland kommen außerdem mehr als 20 000 freiwillige Helfer. 9800
Priester, 759 Bischöfe, davon 60 Kardinäle, sind in Köln. 7700 Journalisten
berichten über das Ereignis. Und am Donnerstag dann der „Staatsbesuch“
besonderer Güte: der deutsche Papst kommt.
Dass aus Angst vor Anschlägen Gullydeckel
verschweißt werden ist nichts ungewöhnliches – aber das Sicherheitsaufgebot
für Benedikt XVI. hat einen Umfang, wie es die Bundesrepublik kaum jemals
erlebt hat. Bis Sonntag herrscht in und um Köln Sicherheitsstufe 1. Für die
Bundeswehr bedeutet das weit mehr, als das Wachbataillon zur Begrüßung zu
stellen. Zu ihrem „Inlands-Einsatz“ gehört ein breit gefächertes
Aufgabenspektrum aller Teilstreitkräfte (abgesehen von der Marine
vermutlich):
Sobald der Papst in den Luftraum seines
Heimatlandes einfliegt, wird er von „Phantom“-Jagdflugzeugen begleitet
werden. Und auch die kommenden tage stellt die Luftwaffe die Sicherheit über
dem Großraum Köln sicher. Um im Fall eines vermeintlichen Terroranschlages
rechtzeitig gewarnt zu sein, überwacht eine AWACS der NATO in zehn
Kilometern Höhe das gesamte Rhein-Main-Gebiet, heißt es aus sicheren
Quellen. Ganz in der Nähe von Köln stehen zudem Spürpanzer „Fuchs“ für den
Fall eines Giftgasanschlages bereit. Das Vorhandensein von zwei
Rettungshubschraubern Bell UH-1D sowie von ebenfalls zwei
Großraum-Rettungshubschraubern CH 53 liest sich dann schon nahezu banal.
Weit fliegen müssen sie im Zweifelsfall nicht:
in unmittelbarer Nähe des Veranstaltungsortes haben die Soldaten des
Sanitätsregiments 22 aus Hamm ein komplettes Feldlazarett errichtet, ein
sogenanntes „medical center“. Erprobt in allen Auslandseinsätzen ist das
durchaus vergleichbar mit einem Kreiskrankenhaus. Die Arbeit in der kleinen
Container- und Zeltstadt übernehmen 130 Soldaten schwerpunktmäßig aus dem
Bereich des Sanitätskommandos II. An Spezialisten soll es dabei nicht
fehlen: Im "Marienfelder Krankenhaus" stehen Anästhesisten, Internisten,
Kardiologen, Chirurgen, Radiologen, Zahnärzte, Notärzte, Apotheker,
Psychiater und Militärpfarrer bereit – ob nun für den Papst oder für den
„einfachen“ Besucher. Hinzu kommen natürlich Rettungsassistenten,
Rettungssanitäter, Anästhesiepfleger, Instrumenteure, Krankenpfleger,
Laboranten, Medizinisch-Technische sowie Pharmazeutisch-Technische
Assistenten. |