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 Mahnung und Erinnerung
 Wie unsere Nachbarstaaten das Gedenken ihrer gefallenen Soldaten bewahren
truppen.info hat sich bei den Nachbarstaaten umgehört, wie sie mit dem Gedenken an Soldaten umgehen. Die Übersicht mit den Antworten der Botschaften finden Sie hier:
Republik Frankreich

Nach Informationen der Presseabteilung des Verteidigungsministeriums ist am 29. Mai 2006 erstmalig den in Auslandseinsätzen gefallenen Soldaten gedacht worden. Bisweilen soll dies auch eine einmalige Feier bleiben. Der Anlass war der 60. Jahrestag der UNO.

Die "Veteranen" der Auslandseinsätzen haben sich in einem Interessenverband geschlossen.

(Elsa Canton, Französische Botschaft)
Offizielle Pressemitteilung zur Gedenkfeier am 29. Mai 2006
Anciens des Missions Exterieures
Großherzogtum Luxemburg

Die jährliche Kommemorationsfeieren die immer am Sonntag vor oder um den 10 Oktober ist werden offiziell den Soldaten aus den beiden Weltkriegen gedacht.

Das Programm sieht jährlich folgendes vor:
  1. Ein Religiöses "Te Deum" in der Kathedrale Notre Dame von Luxemburg mit der Teilnahme II.KK.HH. dem Grossherzog und der Grossherzogin, den Mitgliedern der Regierung und dem Dipl. Korps
  2. Eine Kommemorationszeremonie mit Kranzniederlegung am "Monument National de la Solidarité Luxembourgeoise"
  3. Eine Kranzniederlegung am Monument "Gelle Fra"
  4. Eine Kranzniederlegung am "Kreuz von Hinzert" auf dem Liebfrauenfriedhof in Luxemburg Stadt
(Jean Claude Kugener, Botschaft des Großherzogtums Luxemburg)
Offizielle Pressemitteilung von den Gedenkfeiern vom Oktober 2005
Königreich der Niederlande

Das Thema spielt in den Niederlanden eine große Rolle. Zur Erinnerung an die Opfer des zweiten Weltkriegs wurde 1956 das nationale Denkmal auf dem Dam in Amsterdam gebaut. Jedes Jahr findet hier am 4. Mai das nationale Totengedenken statt. Seit einigen Jahren wird nicht nur den Opfern des zweiten Weltkriegs gedacht, sondern auch die Soldaten und Zivilisten, die seit dem zweiten Weltkrieg gefallen sind. Während dieser Zeremonie legt Ihre Majestät Königin Beatrix der Niederlande einen Kranz am nationalen Denkmal nieder. Obwohl das nationale Totengedenken in Amsterdam stattfindet, werden die Opfer jedes Jahr am 4. Mai im ganzen Land gedacht. Dazu gibt es Denkmale in vielen Städten und Dörfern.

Am 29. Juni findet seit kurzem der jährliche "Veteranendag" statt. An diesem Tag werden die Veterane gefeiert; es handelt sich hier aber nicht um eine Gedenkfeier im Sinne eines Totengedenkens.

(A.C. van Duijn, Botschaft des Königreichs der Niederlande)
Republik Österreich

Die Botschaft der Republik Österreich teilt mit, dass die Erinnerung an gefallene Soldaten mit Gedenktafeln bewahrt wird. Diese Gedenktafeln befinden sich im Eingangsbereich der Hofburg in Wien befinden. Die Hofburg beherbergt als Regierungssitz den Bundespräsidenten und das Bundeskanzleramt.
Schweizerische Eidgenossenschaft

Einem gütigen Geschick und einer klugen Politik verdankt unser neutraler Kleinstaat, dass er seit 1815 mit allen Staaten der Welt ohne Unterbruch im Frieden gelebt hat und dass es seit 1847 auch zu keinen Bürgerkriegen im Inneren gekommen ist. Gott gebe, dass es lange so bleibe!
An die Toten der alten Kriege (und zwar an alle Toten, eigene und fremde, Freund und Feind, Soldaten und Zivilisten) erinnern wir uns sehr wohl, zum Beispiel an traditionellen Schlachtgedenkfeiern wie der Näfelser Fahrt (geregelt im Gesetz betreffend die Feier der Näfelser Fahrt des Kantons Glarus, die heute gültige Fassung stammt aus dem Jahr 1835 und ist von der Landsgemeinde, den unter freiem Himmel versammelten stimmberechtigten Bürgern, erlassen worden). Denkmäler an die Gefallenen sind viele zu finden, so zum Beispiel Namenssteine für 702 Tote von 1798 her (Männer und Frauen, Franzoseneinfall) im Münster der Bundesstadt Bern.
Auch haben zahlreiche Orte - meist in der Nähe der Kirche, auf einem zentralen oder besonders schönen Platz oder bei einem Schloss - Denkmäler an die Toten der Aktivdienstzeit 1914-1918 (viele Tote, primär wegen der so genannten spanischen Grippe von 1918) und 1939 bis 1945 (primär Unfälle, aber auch Tote aus den Luftkämpfen gegen Neutralitätsverletzungen über dem Jura und so weiter) aufgestellt, unterhalten diese und pflegen sie. Fahren Sie nach Spiez im Kanton Bern, so finden Sie dort auf dem Friedhof die 1921 errichtete Gedenkstätte des Berner Oberlandes!
Zentralistische oder grosse Manifestationen sind uns föderalistischen und republikanisch nüchternen Eidgenossen auch heute eher fremd, die Trauer ist hierzulande primär eine Sache der Familie, allenfalls der Gemeinde oder der Region, und für Soldaten nicht anders als für Zivilisten, denn in der Regel ist der Schweizer beides, wenigstens im Wechsel des Lebens. Wir respektieren aber jede Form der Erinnerung diesseits und jenseits der Landesgrenzen, denn die Erinnerung an die Toten ist eine nicht wegzubedingende Pflicht der Lebenden, wenn Kultur nicht ein Wort ohne Sinn sein soll. Seit 1330, also seit - örtlich gesehen - voreidgenössischer Zeit, ist in Windisch im Kanton Aargau täglich 07.00 Uhr, 11.00 Uhr und 15.00 Uhr die Königsfelder Glocke zu hören. Sie trägt die Inschrift: Ich rufe die Lebendigen, ich beklage die Toten, ich breche die Blitze. Die Inschrift ist für uns alle hier noch immer und jeden Tag relevant und ich schliesse deshalb diesen elektronischen Brief mit dem lateinischen Original:

VIVOS VOCO MORTUOS PLANGO FULGURA FRANGO.

(Jürg Stüssi-Lauterburg, Historiker)
Tschechische Republik

In der Tschechischen Republik wird der in Auslandseinsätzen gefallenen Soldaten bei mehreren Festtagen sowie Jahrestagen gedacht. Zu den bedeutendsten gehören:

Festtage
8. Mai Tag der Befreiung
28. September Tag der tschechischen Staatlichkeit
28. Oktober Tag der Entstehung des
unabhängigen tschechoslowakischen Staates
17. November Tag des Kampfes fur Freiheit und Demokratie

Jahrestage
20. Mai Gedenktag an ermordete politische Häftlinge
21. Mai Gedenktag an gefolterte Häftlinge im Konzentrationslager
Terezin (Theresienstadt)
10. Juni Gedenktag an die Ausrottung der Gemeinde Lidice
29. Juni Tag der Streitkräfte

Jahrestage beziehen sich vor allem auf die Ereignisse des II. Weltkrieges.
Zur Zeit gibt es keinen speziellen Gedenktag oder Ort, der ausschließlich den in Auslandseinsätzen gefallenen tschechischen Soldaten aus der Neuzeit - seit 1989 gewidmet wäre. An diese wird im Rahmen der oben angeführten Festtage bzw. Jahrestage erinnert. Das Institut für Militärgeschichte erwägt, den gefallenen Soldaten einen gemeinsamen Gedenkort sowie Gedenktag zu errichten. Eine feste Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Die "Veteranen" der Auslandseinsätze gründeten eine Veteranenvereinigung der Tschechischen Republik, die auch um Gedenken Ihrer gefallenen Kameraden bemüht ist.

(Michal Buchacek, Botschaft der Tschechischen Republik)
"Ich hatt' einen Kameraden"
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