truppen.info: Truppe: Ein Mahnmal für die Bundeswehr
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 „Ich hatt' einen Kameraden“
 Gedenkfeier zum 40. Jahrestag des Untergang von U-Hai
Itzehoe/Möltenort (uz) [17.09.06]. Voller Stolz und Freude passierte die Besatzung von U-Hai am 14. September 1966 die Elbemündung in Richtung Großbritannien. Doch dieser Tag sollte ein rabenschwarzer in der Geschichte der noch jungen Bundesmarine werden: U-Hai sank in schwerer See 138 Seemeilen vor Helgoland. 19 von 20 Besatzungsmitglieder kehren von dieser Fahrt nicht zurück.
Zum 40. Jahrestag wurden den Opfern dieses Unglücks am U-Boot-Ehrenmal in Möltenort gedacht. Soldaten des U-Bootausbildungszentrum aus Eckernförde und das Marinemusikkorps Nordsee waren angetreten, um dem Appell den entsprechenden würdigen Rahmen zu geben. Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker, der Befehlshaber der Flotte, versicherte, man würde das Andenken der Seeleute und aller, die bei ihrem Dienst für Frieden und Freiheit ums Leben gekommen sind, wahren.
Zum Gedenken an die Besatzungsmitglieder von U-Hai wurden am Uboot-Ehrenmal in Möltenort Kränze niedergelegt.
Fotos: Zeitter
Betonte aber auch die umfangreichen Konsequenzen, die aus dem Untergang des U-Bootes gezogen wurden. Nicht zuletzt die intensive Ausbildung der Kommandanten, bevor sie das Kommando über ein Boot übertragen bekommen, geht zum Beispiel auf diesen Unfall zurück.
Durch den Befehlshaber der Flotte, den Verband deutscher Ubootfahrer und den Deutschen Marinebung wurden zu diesem Gedenktag Kränze niedergelegt.
"Ich hatt' einen Kameraden" und das Verlesen der Liste der auf See gebliebenen Besatzungsmitglieder von U-Hai bildeten den zentralen Moment der Gedenkstunde, bevor U 22 das Ehrenmal passierte und zur Ehre der Opfer "Front nach Steuerbord" in die Stille pfiff. Der Feier wohnten auch Fregattenkapitän a.D. Hans-Jochen Emsmann, ehemaliger Kommandant von U-Hai und Paul Silbernagel, der als Einziger der Besatzung nach dreizehn Stunden im Wasser treibend gerettet werden konnte.

Gedenkappell, im Hintergrund passiert U22 das Ehrenmal.
"Zur Geschichte der Bundeswehr gehören gute und schöne Ereignisse und auch tragische Ereignisse, das können wir nicht voneinander trennen, wir bleiben unseren Kameraden, wie gerade von U-Hai, die im Dienst gestorben sind, verpflichtet, ihrer zu Gedenken. So lange es sich um tragische Ereignisse handelt, sind wir auch verpflichtet unsere Lehren zu ziehen, um solche Unglücke in der Zukunft zu verhindern", beschreibt Vizeadmiral Stricker gegenüber truppen.info die Bedeutung im täglichen Dienst.
Die Erinnerung an die Soldaten, die im Dienst ihr Leben lassen mussten, ist in vielen Verbänden alltäglich. Mehr als 2600 Opfer hat die Bundeswehr in ihrer gut 50jährigen Geschichte zu beklagen. Mehr als 60 davon in den Auslandseinsätzen.
In den meisten Kasernen und vor allem auch in allen Feldlagern in den Einsatzgebieten der Bundeswehr erinnern Gedenkstätten an verstorbene Kameraden. "Wenn mich der Kontingentführer in Kabul an den dort errichteten Gedenkstein begleitet, ist das ein bewegender Moment", schreibt Verteidigungsminister, Dr. Franz Josef Jung in der Zeitschrift "Loyal".
Er hat die Diskussion um ein zentrales Mahnmal für die Bundeswehr angestoßen. Eines stellt der Minister, der eine Errichtung des Mahnmals im Bereich des Verteidigungsministeriums in Berlin verfolgt, dabei auch ausdrücklich klar:
"Dabei geht es nicht darum, für den Soldatenberuf einen Sonderstatus herauszustellen. Nein, ganz und gar nicht. Vielmehr kommt es darauf an zu verdeutlichen, wie Soldatinnen und Soldaten das in der Gelöbnis- und Eidesformel geforderte treue Dienen nicht selten mit dem Leben bezahlen", so schreibt der Minister weiter.
Auch der Befehlshaber der Flotte steht der Anregung sehr offen gegenüber und bestätigt die Notwendigkeit eines Ehrenmals: "Ich glaube, dass Gedenken auch Zeichen braucht, deswegen gibt es sehr viele Mahnmale in Deutschland, die nicht nur mit den Streitkräften zu tun haben. Diese Mahnmale sind von Menschenhand erbaut, weil die Menschen ein Zeichen brauchen, um das Gedenken wach zu halten."
truppen.info hat sich bei den Nachbarstaaten umgehört, wie sie mit dem Gedenken an Soldaten umgehen. Die Übersicht mit den Antworten der Botschaften finden Sie [hier].
Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker.
Soldatengedenken bei unseren Nachbarstaaten
Details zu U-Hai
 
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