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Ein dreifaches „Pfeffer-Sack“ |
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205 Offizieranwärter wurden in Hamburg zu Leutnanten |
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Hamburg
(uz) [04.07.06]. Die Studenten der Helmut-Schmidt-Universität
in Hamburg haben sich schick herausgeputzt. Wie in
jedem Jahr wurden auch zum 1. Juli 2006 zahlreiche
von ihnen zum Leutnant befördert. Der 1. Juli
ist der Einstellungstermin für Offizieranwärter.
Nach der Allgemeinen Grundausbildung und ersten Lehrgängen
beginnen sie ihr Studium. Der 1. Juli bleibt aber ein
magisches Datum, denn die ersten Beförderungen
stehen entsprechend dann auch zu diesem Tag an. Das
bestandene Vordiplom ist der "Schlüssel" für
die Beförderung zum Leutnant beziehungsweise zum
Leutnant zur See, dem ersten Offiziersdienstgrad. |
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| Christian Schmidt spricht die Beförderungen aus. |
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Ein
besonderer Moment für die jungen Soldaten, die schon in wenigen
Jahren als Zugführer und Kompaniechefs Vorbild und Vorgesetzter
für ihre Soldaten sein werden. Keine leichte Aufgabe in der sich
ständig wandelnden Bundeswehr. Die Beförderungen wurden durch
Christian Schmidt, parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister
der Verteidigung, ausgesprochen. Er gab den jungen Offizieren einen Auftrag
mit auf den Weg, nämlich den, mit politischem und ethischen Urteilsvermögen,
diplomatischem Fingerspitzengefühl und Stehvermögen auch in
schwierigen Situationen charakterstark zu handeln. Er gab den Soldaten
mit auf den Weg: "Sie führen im Geiste der inneren Führung,
wenn ihre Soldaten sagen können: 'Mit meinem Leutnant würde
ich jederzeit in den Einsatz gehen!'" Ein Maßstab, der erst
in neuerer Zeit Anwendung finden kann.
Auch wenn es an diesem warmen Sommertag dem einen oder
anderen Offizieranwärter
an Stehvermögen noch ein wenig mangelte, konnten 205 Offizieranwärter
von Heer, Luftwaffe und Marine die Beförderungsurkunde zum Leutnant
entgegennehmen. Ein entscheidender Schritt auf der Karriereleiter und
Ansporn für die restliche Studienzeit. |
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Studenten der Helmut-Schmidt-Universität, einer der beiden "Offiziersschmieden
der Bundeswehr", beim Beförderungsappell. Fotos Uwe Zeitter |
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Seit
der Gründung der Hochschule haben rund 20.000 Studenten für
die Bundeswehr in Hamburg einen Studiengang abgeschlossen. Zur Zeit
studieren an der Helmut-Schmidt-Universität rund 2100 Soldaten
aus 15 Nationen und auch einige wenige zivile Studenten.
Angetreten waren die Studenten zum Beförderungsappell in den drei Fachbereichen:
Fachbereich A (Elektrotechnik, Maschinenbau, Rechnergestützte Ingenieurwissenschaften,
Wirtschaftsingenieurwesen), Fachbereich B (Pädagogik, Geschichtswissenschaft)
und Fachbereich C (Wirtschafts- und Organisationswissenschaften). Und wie es
bei der Bundeswehr üblich ist, brachte jeder Fachbereich auf die frischbeförderten
einen "Schlachtruf" aus: Der Fachbereich A ein dreifach kräftiges „Maschine-läuft“,
der Fachbereich B ein „Semper – talis“... Ein breites Grinsen
huschte aber über die Gesichter der Gäste, als, in Anlehnung an die
Hamburger Kaufmannschaft, die Angehörigen des Fachbereiches der Wirtschaftswissenschaftler
ein dreifaches "Pfeffer-Sack" ausbrachten. |
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123 neue Sterne am Bundeswehr-Himmel |
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Zentrale Leutnantsbeförderung vor der Kulisse des Ammergebirges |
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Füssen (eb/kdk) [04.07.06].
"Der Staat schuldet Ihnen Dank
und Anerkennung für ihre Bereitschaft, als Offizier
in der Bundeswehr zu dienen," rief die Bayerische
Staatsministerin für Justiz, Dr. Beate Merk, den
123 Oberfähnrichen zu, die im Rahmen eines Feierlichen
Appells vor dem König-Ludwig-Festspielhaus in
Füssen im Auftrag von Verteidigungsminister Franz-Josef
Jung durch den Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor
Markus Bentler, zu Leutnanten befördert wurden.
Unter dem weiß-blauen Himmel, in Sichtweite von
Schloss Neuschwanstein, fand diese Beförderungsfeier
statt. Von
den 123 Oberfähnrichen, darunter 14 Frauen, gehören 50 zum
Bereich Wehrbereichskommando IV in München; 71 zur 10. Panzerdivision
und zwei zum Gebirgsjägerbataillon 571 aus dem sächsischen
Schneeberg.
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| Der Kommandeur der 10. Panzerdivision, Generalmajor Markus
Bentler (vorne Mitte), und die Bayerische Staatsministerin
der Justiz, Dr. Beate
Merk (links hinten) gratulieren den frischgebackenen
Leutnanten zur Beförderung. |
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Das
Heeresmusikkorps 10, unter seinem Chef Oberstleutnant Wilhelm
Bruckhaus, gab dem militärischen Zeremoniell den musikalischen
Rahmen und gefiel später - nach dem Empfang - mit flotten Weisen
auch aus dem Bereich der Musical.
Generalmajor Markus Bentler und Staatsministerin Dr. Beate Merk schritten zu
den Klängen des Bayrischen Defiliermarsches die Front ab, grüßten
später bei der Bayernhymne und bei der den Appell beendenden Nationalhymne.
Oberst Heinz-Joachim Neumann, der stellvertretende Kommandeur der Gebirgsjägerbrigade
23 aus Bad Reichenhall, befehligte die Paradeaufstellung.
"Wir in Bayern wissen, wofür die Bundeswehr steht und was wir ihr
zu verdanken haben. Die Soldaten sind in Bayern ein fester Teil der Gesellschaft," begann
Staatsministerin Merk ihre Rede. Dank der Bundeswehr und der befreundeten Streitkräfte
in der NATO habe man den Ost-West-Konflikt überwinden und in Europa eine
neue Sicherheitspartnerschaft schaffen können. Mit dem friedlichen Ende
des Kalten Krieges habe sich der Zweck der Bundeswehr nicht erledigt. Neue Aufgaben
seien ihr Stück um Stück zugewachsen. In einer Welt, in der regionale
Konflikte häufig globale Auswirkungen entfalten, sei die Bundeswehr mit
den neu an sie gestellten Aufgaben über sich hinausgewachsen. Die Bundeswehr
leiste exzellente Arbeit unter schwierigsten Rahmenbedingungen.
Gerade die jüngsten Ereignisse in Afghanistan zeigten einmal mehr die besondere
Gefährlichkeit solcher Einsätze, war sich Dr. Merk sicher und fuhr
fort: "Trotzdem haben sie den Beruf erwählt. Es bedeutet, sein Leben
zu riskieren: Sie lassen sich auf ganz andere Gefahren und Situationen ein als
wir alle in unseren Zivilberufen." Mit ihrer Berufswahl hätten die
jungen Leutnante eindrücklich gezeigt, dass sie eine ganz besondere Einstellung
zum Dienen haben.
Diese zentrale Beförderungsfeier ist für Generalmajor Bentler "ein
Meilenstein in der Laufbahn der bisherigen Oberfähnriche". Sie könnten
stolz auf das Geleistete sein. Der General: "Ich will, dass Sie diesen Tag,
an dem Sie in das Offizierkorps aufgenommen werden, in bleibender Erinnerung
behalten." Dazu sei die Kulisse mit dem Forggensee im Vordergrund und dem
Ammergebirge im Hintergrund bestens geeignet. Den Offizieranwärtern stand
der General zu, Sehnsüchte haben zu dürfen. Diese müssten aber
am Wohl der anvertrauten Soldatinnen und Soldaten ausgerichtet sein: "Das
bedeutet, das eigene Ich hinter die Sache zurückzustellen... Sie haben
einen sehr schönen, fordernden Beruf gewählt. Er ist ein Beruf, der
auf Entscheiden und Handeln angelegt ist und zugleich ein praktischer und geistiger
Führungsberuf ist."
Bentler bestätigte nach 34 Berufsjahren, dass sich allein in den letzten
15 Jahren das Anforderungsprofil der militärischen Führer stark gewandelt
hat. Früher war der Gegner klar umrissen und übermächtig. Heute
habe man einen Namen für die neue Bedrohung, die aber selten klar benannt
werden kann. Täglich seien 7000 Soldaten der Bundeswehr auf dem Balkan,
in Afghanistan und im Kongo im Einsatz: "Mit ihrem Einsatz sind diese Soldaten
Hoffnungsträger für Menschen in anderen Teilen der Welt, die sich nach
Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit sehnen."
Nachdrücklich empfahl Kommandeur der „Zehnten“ den jungen Leutnanten,
Ethik, Würde und Menschlichkeit in allem Handeln zu praktizieren und stets
Vorbild zu sein: "Wer erziehen will, muss mit seiner Truppe leben, mit ihr
Gefahr und Entbehrung, Freud und Leid teilen!" |
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Zahlreiche Angehörige und Gäste verfolgten die zentrale Leutnantsbeförderung der 10. Panzerdivision
vor dem Festspielhaus in Füssen. |
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[04.07.06,
Text: Klaus-Dieter Kirscher / Fotos: Klaus-Dieter Kirschner,
Siegfried Jooß
PIZ 10. Panzerdivision] |
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