„Dieses Projekt
passt eigentlich gar nicht zu GE Healthcare, normalerweise verlangt
man schnellstmöglichen Output aus Invest“, sagt der Leiter
des Marketings von GE Healthcare, Thomas Forst über das Projekt.
Doch bei den Latschen- und Lerchensetzlingen im Estergebirge macht
sein Konzern eine Ausnahme: Jährlich werden 5.000 Setzlinge
für das Schutzwaldprojekt finanziert. Verwirklicht wird das
Projekt allerdings erst durch das große Engagement der Studierenden
der Fakultät für Maschinenbau an der Universität der
Bundeswehr München.
Aus der Überlegung heraus, den Studierenden die Lehrinhalte seines Lehrgebietes
Umwelttechnik praktisch näher zu bringen zu, rief Prof. Karl Koch das Schutzwaldprojekt
ins Leben. Mit Enthusiasmus erklärten sich Studierenden zur Mitarbeit bereit. „Die
wollten sogar freiwillig mitgehen, ohne dass ihnen etwas für ihr Studium
angerechnet worden wäre“, so Prof. Koch. Seither erlebt jedes Jahr
eine Gruppe studierender Offiziere an der Fakultät für Maschinenbau
in einer Woche Schwerstarbeit, was Umweltschutz in der Praxis bedeutet: 5.000
Setzlinge in den steinigen Boden der Schutzwaldregionen einbuddeln. Jedes Jahr
ist es eine rund fünfundzwanzigköpfige Gruppe, die mit Prof. Koch bei
jedem Wetter an den Steilhängen arbeitet. Immer am Donnerstag erhalten sie
tatkräftige Unterstützung von Mitarbeitern der Firma GE Healthcare. „Der
Geist, der am Berg herrscht, die flachen Hierarchien und das gemeinsame Erleben – das
macht das Schutzwaldprojekt für die Teilnehmer aus“, findet Forst
von GE Healthcare. In einer parallel stattfindenden Lehrveranstaltung erhalten
die Studierenden die nötigen Grundkenntnisse über Gewässerschutz
und Luftreinhaltung – die beiden Themenschwerpunkte, die in Zusammenhang
mit den Anpflanzungen im Gebirge stehen.
Als Schutzwald sind die Regionen im Gebirge definiert, in denen der Wald eine
Schutzfunktion gegen Bodenerosion, Lawinen und Hochwasser einnimmt. Normalerweise
verjüngt sich der Schutzwald selbst, doch in Bayern gibt es große
Fehlflächen, auf denen die Regeneration auf Grund von Umwelteinflüssen
oder Schädlingen nicht mehr funktioniert. Wegen Überalterung, Verlichtung,
Sturmwurf und Borkenkäfern sind die Schutzwälder teilweise in sehr
schlechtem Zustand. Hier muss der Mensch eingreifen und Pflanzungen in den schwer
zu erreichenden und steilen Lagen einrichten. Viele Sanierungsflächen sind
so stark vergrast, dass Naturverjüngung kaum mehr zu erwarten ist. Dabei
wirkt der starke Graswuchs auf den steilen Flächen wie ein Reetdach: Bei
Starkregen wird das Wasser nicht mehr vom Boden absorbiert, sondern fließt
direkt ab ins Tal. |