Hamburg/Paris (eb/uz) [08.09.10]. Junge Unteroffiziere
und zukünftige Generalstabsoffiziere aus Deutschland,
Frankreich und Kanada haben gemeinsam
um Kriegsgräber in Frankreich
gekümmert. Der Arbeitseinsatz für den Volksbund
Deutscher Kriegsgräberfürsorge fand etwa 30 Kilometer
südöstlich von Paris statt. Auf dem deutschen
Soldatenfriedhof galt es die
369 Grabsteine zu reinigen und
zu restaurieren. Die kaum noch
sichtbaren 2228 Inschriften wurden
mit den Datensätzen
der gefallenen Soldaten verglichen.
Mit seinen Soldaten war Generalmajor
Robert Bergmann, dem Kommandeur
der Führungsakademie
der Bundeswehr in Hamburg, in
Frankreich. Außerdem
wurde das multinationale Arbeitskommando
von Oberst der Reserve Rainer Ruff, dem Generalsekretär
des Volksbundes begeleitet.
Gleich zu Beginn der Arbeiten
legte die Gruppe mit Vertretern der Gemeinde Solers und
Veteranen des Zweiten Weltkrieges Kränze zum Gedenken
der Gefallenen am Ehrenmal auf dem Friedhof nieder.
Betroffen, nachdenklich und begleitet
von dem Bewusstsein, dass sehr viele, gerade junge Gefallenen
jener Tage fernab der Heimat ihres Lebens und ihrer Jugend
be-raubt wurden, war sich die Gruppe sehr schnell einig,
dass alles dafür getan werden muss, dass solche Gräber
nie wieder entstehen.
Erstmals seit dem Bestehen der
Ewigen Flamme am Triumphbogen
in Paris fand im Rahmen des Besuches eine Kranzniederlegung
einer deutschen Organisation
mit der anschließenden feierlichen „Ravivage
de la Flamme“ statt. Dies geschieht zu Ehren des unbekannten
französischen Soldaten, der in der Schlacht von Verdun
fiel und stellvertretend für seine Kameraden am 20.
November 1920 hier bestattet
wur-de. Generalmajor Robert Bergmann wurde mit diesem Zeremoniell
eine besondere Ehre
zu teil.
Bisher nahmen Deutsche nur auf französische Einladung
an einer „Ravivage de la Flamme“ teil. Dieses
Jahr sind sie erstmals, repräsentiert durch den Volksbund
Deutsche Kriegsgräberfürsorge, selbst die Einladenden.
Insbesondere die Anwesenheit
von Generalmajor Robert Bergmann
und Rainer Ruff unterstrich die hohe binationale
Bedeutung der Totenehrung.
Generalmajor Bergmann wurde
im Rahmen dieser Zeremonie
eine besondere Ehre zu Teil.
Er wurde vor dem Triumphbogen
durch General Bruno Cuche,
dem „Gouverneur des
Invalides“ und Präsidenten
des „Comité de la Flamme“, persönlich
begrüßt. Über vierzig deutsche Soldaten
mit ihren Familien, etliche
französische Veteranen,
das Militärmusikkorps der „Île de France“ und
rund dreißig Fahnenabordnungen bildeten den eindrucksvollen
Rahmen am Triumphbogen. Unter
den Zuschauern waren zahlreiche
Angehörige der „deutschen
Gemeinde“ von
Paris. Gemeinsam führten Bergmann, Ruff sowie der
bekannte Abgeordnete Olivier
Dassault das Zeremonialschwert,
um die Ewige Flamme auflodern
zu lassen.
Olivier Dassault stammt aus
der Familie der berühmten Flugzeugbauer und ist der
Hauptsponsor der Renovierungsarbeiten
am Arc de Triomphe.
Der abschließende Empfang bei General Cuche, er
hatte in die Räume und Gärten des Invalidendoms
geladen, bot Gelegenheit sich über die aktuellen
Entwicklungen auf beiden Seiten
des Rheins auszutauschen.
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