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 Erhitzte Gemüter am kalten Markt
 Ein Sprengplatz rückt in das öffentliche Interesse
Stetten a.k.M. (uz) [05.02.10]. Beschaulich liegt Stetten am kalten Markt neben dem Truppenübungsplatz Heuberg auf der Schwäbischen Alb. Die Albkaserne und das benachbarte Lager Heuberg wurden in den vergangenen Jahren immer leerer. Französische Soldaten und viele Einheiten der Bundeswehr stellten die kleine Stadt immer wieder vor Probleme. Eine Auflösung des Standorts stand immer wieder im Raum. Sie würde nicht nur zu einer drastischen Reduzierung der Einwohnerzahlen und Arbeitsplätzen in Stetten selbst sondern auch in den umliegenden Städten und Gemeinden führen. Kompensiert wurde zuletzt die Auflösung des Panzergrenadierbataillon 294 durch einige Ausbildungseinrichtungen. Darunter ist auch das Zentrum für Kampfmittelbeseitigung der Bundeswehr.
In diesem Zentrum werden Spezialisten ausgebildet, die durch die Entfernung von Explosivstoffen für die Sicherheit der Soldaten, beispielsweise in Afghanistan, sorgen sollen. Gerade in diesem Einsatzgebiet ist die Gefahr durch so genannte Sprengfallen verbreitet. Die Aufgabe der Kampfmittelbeseitiger ist dabei die Entschärfung beziehungsweise Vernichtung der Ladungen, ohne in der Umgebung Schäden anzurichten. Schließlich müssen in den Einsatzregionen wie Afghanistan Straßen oder Gebäude, die von Sprengfallen blockiert werden, anschließend nutzbar bleiben. Große Krater dürfen nicht entstehen. Die Soldaten bringen dabei an meist kleineren Sprengmitteln eine spezielle Schneidladung an. Diese Ladung dient dem Öffnen des Gehäuses und soll die Ladung verbrennen, ohne dass diese zur Explosion kommt. Eine Aufgabe, die viel Fingerspitzengefühl und Routine erfordert.
Für die notwendigen Ausbildungsvorhaben sollen auf dem Heuberg neue Maßstäbe gesetzt werden. Auf dem Übungsplatz soll ein neuer Sprengplatz eingerichtet werden. Ein einzigartiges Schutzsystem, das durch eine Abdichtung zum Grund selbst die vorsorgliche Klärung des Regenwassers ermöglicht, soll den Platz zum modernsten Sprengplatz in Europa machen. Auch der bisher genutzte Sprengplatz auf dem mehr als 100 Jahre alten Truppenübungsplatz soll anschließend auf den neuesten Stand gebracht werden.
Für den neuen Sprengplatz wurde mit dem „Spitalwäldle“ ein Bereich gewählt, der auf einer Anhöhe liegt. Damit wurde, so weit dies auf natürlichem Wege möglich ist, bereits eine Lärmbelastung reduziert. Gedanken der Verantwortlichen also, die das bestehende Risiko im Umgang mit Munition und Explosivstoffen auf ein Minimum reduziert.

Sorgt für erhitze Gemüter: Das Spitalwäldle im inneren des Truppenübungsplatzes Heuberg.
Foto: Zeitter
Doch das Bauvorhaben stößt vor allem im benachbarten Albstadt auf Widerstand. Hier hat sich eine Bürgerinitiative „Freier Heuberg“ formiert. „Wollen Sie Europas modernsten Sprengplatz vor Ihrer Tür?“ ist die Frage, die das Aktionsbündnis auf seiner Homepage stellt. Rückfragen dazu werden aber nicht beantwortet. Auch die Illustration mit flammenden Infernos, im Bild festgehalten, vermittelt den Eindruck, dass der Heuberg bald einer Mondlandschaft mit vielen Kratern gleichen dürfte. Ängste werden geschürt. Ein Blick auf den derzeitigen Sprengplatz verrät aber etwas anderes. Nach Angaben der Kommandantur des Truppenübungsplatzes Heuberg wurden die angebotenen Ortstermine vom Aktionsbündnis alle ausgeschlagen.
Bei der Konzeption des Sprengplatzes im „Spitalwäldle“ wurden alle denkbaren Risiken berücksichtigt. Die Frage, ob es denn nicht Europas modernster Sprengplatz sein soll, wenn es schon einen Sprengplatz auf dem Heuberg geben soll, stellt man sich auf der Schwäbischen Alb derzeit nicht. Die wenigen Antworten, die zum Sprengplatz gegeben werden, stammen vorrangig von der Bundeswehr. Die Stadtverwaltung von Albstadt und der Zollern-Alb-Kreis schweigen zu Anfragen ebenso, wie das Aktionsbündnis.
Auf der entgegenliegenden Seite des Truppenübungsplatzes verfolgt man die Entwicklung mit einigen Sorgen. Die Gemeinde Stetten selbst ist vom „Spitalwäldle“ relativ weit entfernt. Stettens Bürgermeister, Gregor Hipp, musste in den vergangenen Jahren oft um die Kaserne und den Übungsplatz bangen. Das Damoklesschwert der Standortschließung wurde schon öfter erhoben - bislang hatte Stetten Glück. Der Stettener Bürgermeister ist froh, dass die Bundeswehr in den Standort investieren will. „Stetten steht zur Bundeswehr“, sagt er gegenüber dem Internetportal truppen.info. Die Bewohner, so fügt Hipp hinzu, wissen, dass sie von der Bundeswehr leben und von internationalen Verbänden profitieren. Nachdenklich klingt Gregor Hipp, als er seine Gedanken in einem für das Thema ungewöhnlichen Satz auf den Punkt bringt: „Mir wäre es manchmal wohler, wenn es auf dem Truppenübungsplatz etwas lauter wäre...“
Der Lärm ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück. Das liegt nicht nur an der Reduzierung der Soldaten im Standort oder dem schrumpfenden Budget für Übungsvorhaben sondern vor allem auch an Auflagen, die sich die Bundeswehr selbst auferlegt hat. Neben Sicherheits- und Umweltvorschriften fällt hier ganz besonders auch die Auswertung und Begrenzung von Lärmbelastungen ins Gewicht.
Erhitzte Gemüter am kalten Markt
Grenzwertiges wird verhindert
Fakten zum geplanten Sprengplatz (FAQ)
Aktionsbündnis "Freier Heuberg"
 
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