Doch das Bauvorhaben stößt
vor allem im benachbarten Albstadt auf Widerstand. Hier hat sich
eine Bürgerinitiative „Freier Heuberg“ formiert. „Wollen
Sie Europas modernsten Sprengplatz vor Ihrer Tür?“ ist
die Frage, die das Aktionsbündnis auf seiner Homepage stellt.
Rückfragen dazu werden aber nicht beantwortet. Auch die Illustration
mit flammenden Infernos, im Bild festgehalten, vermittelt den Eindruck,
dass der Heuberg bald einer Mondlandschaft mit vielen Kratern gleichen
dürfte. Ängste werden geschürt. Ein Blick auf den
derzeitigen Sprengplatz verrät aber etwas anderes. Nach Angaben
der Kommandantur des Truppenübungsplatzes Heuberg wurden die
angebotenen Ortstermine vom Aktionsbündnis alle ausgeschlagen.
Bei der Konzeption des Sprengplatzes im „Spitalwäldle“ wurden
alle denkbaren Risiken berücksichtigt. Die Frage, ob es denn nicht Europas
modernster Sprengplatz sein soll, wenn es schon einen Sprengplatz auf dem Heuberg
geben soll, stellt man sich auf der Schwäbischen Alb derzeit nicht. Die
wenigen Antworten, die zum Sprengplatz gegeben werden, stammen vorrangig von
der Bundeswehr. Die Stadtverwaltung von Albstadt und der Zollern-Alb-Kreis schweigen
zu Anfragen ebenso, wie das Aktionsbündnis.
Auf der entgegenliegenden Seite des Truppenübungsplatzes verfolgt man die
Entwicklung mit einigen Sorgen. Die Gemeinde Stetten selbst ist vom „Spitalwäldle“ relativ
weit entfernt. Stettens Bürgermeister, Gregor Hipp, musste in den vergangenen
Jahren oft um die Kaserne und den Übungsplatz bangen. Das Damoklesschwert
der Standortschließung wurde schon öfter erhoben - bislang hatte Stetten
Glück. Der Stettener Bürgermeister ist froh, dass die Bundeswehr in
den Standort investieren will. „Stetten steht zur Bundeswehr“, sagt
er gegenüber dem Internetportal truppen.info. Die Bewohner, so fügt
Hipp hinzu, wissen, dass sie von der Bundeswehr leben und von internationalen
Verbänden profitieren. Nachdenklich klingt Gregor Hipp, als er seine Gedanken
in einem für das Thema ungewöhnlichen Satz auf den Punkt bringt: „Mir
wäre es manchmal wohler, wenn es auf dem Truppenübungsplatz etwas lauter
wäre...“
Der Lärm ging in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurück. Das
liegt nicht nur an der Reduzierung der Soldaten im Standort oder dem schrumpfenden
Budget für Übungsvorhaben sondern vor allem auch an Auflagen, die sich
die Bundeswehr selbst auferlegt hat. Neben Sicherheits- und Umweltvorschriften
fällt hier ganz besonders auch die Auswertung und Begrenzung von Lärmbelastungen
ins Gewicht. |