Nürnberg (eb/uz) [04.12.09]. Vor 180 geladenen
Gästen referierte der Bayerische Innenminister, Staatsminister
Joachim Herrmann, bei den vierten
Mittelfränkischen
Sicherheitsgesprächen im Ehrensaal des Bundesamtes
für Migration und Flüchtlinge in Nürnberg
zum Thema „Einsatz der Bundeswehr im Innern“.
Der Leiter des Kreiswehrersatzamtes
Nürnberg, Leitender
Regierungsdirektor Gerd Eickmeyer,
begrüßte für
die Veranstalter insbesondere
die zahlreich vertretenen Reservisten
aus allen Dienstgradgruppen vom
Gefreiten bis zum Generalarzt.
Die gespannt lauschenden Zuhörer erlebten einen Minister
und engagierten Reservisten, im Range eines Major, der seine
klare Forderung nach einem Einsatz der Bundeswehr im Innern
unter strengen Voraussetzungen in einen breiten sicherheitspolitischen
Zusammenhang stellte: „Wir dürfen uns im Kampf
gegen den internationalen Terrorismus keine Sicherheitslücken
leisten. Konkret heiß das: Ein Einsatz der Bundeswehr
muss innerhalb Deutschlands bei besonderen Gefährdungslagen
im Rahmen gesetzlich genau festgelegter Grenzen möglich
sein. Dazu brauchen wir ein Änderung des Grundgesetzes.“
Erfolgreich könne der Kampf gegen den Terror langfristig
nur sein, wenn man sich dort engagiere, wo dessen Wurzeln
zu finden seien. Dazu werde Bayern jetzt auch eine Anzahl
bayerischer Polizeibeamter nach Afghanistan entsenden, um
der dortigen Polizei durch gezielte Ausbildung beim Aufbau
innerer Sicherheit zu helfen.
Die anschließende lebhafte und ausführliche Diskussionsrunde
zum Thema, aber auch zum Primat der Politik und der Frage
der Zivilcourage im Dienst, wurde geleitet von Hauptmann
Ulrich Winterhalter, dem Leiter des Regionalen Planungs-/Unterstützungstrupps
Mittelfranken. Mit den Worten „Wir danken für
Ihre deutlichen Aussagen und die inhaltliche Unterstützung,
die Sie darin für den Auftrag der Bundeswehr ausgesprochen
haben“, überreichten Eickmeyer und Winterhalter
Staatsminister Herrmann, einem passionierten Krimileser,
zwei heimische, in Erlangen und Nürnberg spielende
Romane.
„Wir haben heute so viel positive Resonanz erhalten, dass wir gar nicht
anders können, als für das Jahr 2010 mit vollem Schwung die nächsten
Highlights in Ansbach und wieder in Nürnberg zu planen. Mit den vereinten
Kräften unserer sechs Dienststellen und ehrenamtlichen Verbände schaffen
wir etwas, was jeder einzeln für sich nicht bewerkstelligen könnte.
Gleich für Montag ist die nächste Vorbesprechung angesetzt“,
zog Gerd Eickmeyer beim anschließenden Empfang zufrieden Bilanz.
Die Veranstaltungsreihe „Mittelfränkische Sicherheitsgespräche“ ist
gemeinschaftlich von den in Nürnberg verbliebenen Dienststellen der Bundeswehr
- dem Kreiswehrersatzamt Nürnberg, dem Landeskommando Bayern – Regionaler
Planungs-/Unterstützungstrupp Mittelfranken und dem Jugendoffizier für
Franken und Oberpfalz sowie dem Bezirksverbindungskommando Mittelfranken, dem
Reservistenverband Mittelfranken und der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik,
Sektion Ansbach - ins Leben gerufen worden, um dem mittlerweile nördlich
des Standortes Roth ansonsten bundeswehrfreien Raum ein sicherheitspolitisches
Angebot auf hohem Niveau machen zu können.
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