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 Das „Deutschland-Paket“ mitgenommen
 Führungsakademie verabschiedet internationale Lehrgangsteilnehmer
Hamburg (uz) [24.06.09]. „Die Bundeswehr hat die Zeichen der Zeit früh erkannt“, lobt Oberstleutnant im Generalstab (i. G.) Erwin Siebert die deutschen Streitkräfte in seiner Ansprache. Bereits in den 1960er Jahren begann an der Führungsakademie der Bundeswehr ein Lehrgang für Generalstabsoffiziere aus allen Teilen der Welt. Offiziere aus mehr als 100 Nationen haben diesen Lehrgang inzwischen besucht. Ähnliche Lehrgänge sind mittlerweile längst an der Tagesordnung. Und einer dieser Lehrgänge ging nun in Hamburg zu Ende und das zitierte Lob an die Bundeswehr stammt vom Lehrgangssprecher: Erwin Siebert, Angehöriger der chilenischen Streitkräfte.

Gemischte Reihen im internationalen Generalstabslehrgang. Fotos Zeitter
Souverän mit einer gekonnt eingesetzten Humoristik dankte Siebert im Namen seiner Kameraden aus 37 Nationen (inkl. der Bundesrepublik) den Verantwortlichen der Führungsakademie. Allen voran galt der Dank deren Kommandeur, Generalmajor Robert Bergmann. Man habe die geradlinige Sprache des Generals geschätzt, sagte Siebert. Außerdem sei der Aufenthalt für die Lehrgangsteilnehmer aus fast allen Kontinenten durch die Initiative des Ehepaars Bergmann leicht gefallen. Der Oberstleutnant war sich sicher, dass der Kommandeur mit seiner Frau in mindestens 37 Ländern herzlich willkommen sei und betonte: „Sie haben also eine lange Weltreise vor sich!“
Generalmajor Bergmann betonte in seiner Ansprache, die Vielseitigkeit der Informationen, die den Lehrgangsteilnehmern vermittelt wurden. Weit über militärische Inhalte hinaus lernten die Offiziere unterschiedlichste Regionen der Bundesrepublik sowie politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen kennen. Dank dem Engagement vieler Paten konnten die Lehrgangsteilnehmer auch in das alltägliche Leben blicken, in die guten Stuben, wie Bergmann es formulierte. Alles in allem, so betonte der Kommandeur, wurde für den Lehrgang abermals ein „Deutschland-Paket“ geschnürt, wie es viele Bundesbürger nicht hätten.
Bergmann zollte den Lehrgangsteilnehmern aber auch Respekt dafür, dass sie den Lehrgang in deutscher Sprache absolviert hatten.
Erwin Siebert bei seiner Ansprache.
Im Bewusstsein, dass sein Abschiedswort dadurch richtig verstanden würde, rief der General den Lehrgangsteilnehmern ein hanseatisches „Tschüß!“ zu.
Der Kommandeur entließ die Absolventen aber nicht ohne die Lehrgangsteilnehmer aufzufordern, das entstandene weltweite Netzwerk zu pflegen. Ein Netzwerk, in dessen Innerem sich ein Bezug zu Deutschland widerspiegeln soll.
Ein Bild von Deutschland zu vermitteln ist auch für Oberst i. G. Bernhard Vitzthum, den Lehrgangsleiter des Lehrgangs Generalstabs- und Admiralstabsdienst (LGAI), wie der Lehrgang korrekt heißt, ein wichtiges Ziel im Lehrgang. Der Oberst leitete den Lehrgang erstmals und lernte, wie er einräumte, bis zum Verabschiedungstag täglich etwas Neues, zumal er einen vergleichbaren Lehrgang in seiner bisherigen Laufbahn noch nicht erlebt habe: „Dieser Lehrgang ist einfach einzigartig!“ Interessant sei dabei auch die unterschiedliche Mentalität der Lehrgangsteilnehmer, die es ebenso zu vereinbaren gelte, wie den Altersunterschied von knapp 20 Jahren zwischen dem ältesten und dem jüngsten Lehrgangsteilnehmer. Dazu gehöre, wie der Lehrgangsleiter gesteht, durchaus auch darauf zu achten, dass auch kontroverse Diskussionen innerhalb bestimmter Grenzen geführt werden.
Bei der Verabschiedung wirkten die Offiziere aber eher so locker, als seien sie eine eingeschworene Gemeinschaft, die sich seit Jahren kennt. Das dokumentierte auch Major Marcio de Souza Nunes Ribeiro aus Brasilien, der mit dem „Scharnhorst-Preis“ ausgezeichnet wurde. Den Preis stiftet der „Freundeskreis ausländischer Offiziere an der Führungsakademie der Bundeswehr“ für den Teilnehmer, der in diesem Lehrgang durch eine besondere Leistung auffällt. Der Major habe sich durch eine besonders ausgewogene Mischung aus persönlichem Ehrgeiz und kameradschaftlicher Hilfsbereitschaft ausgezeichnet, begründete der Präsident des Freundeskreises, Honorarkonsul Lothar Golgert die Auszeichnung.
 
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