Bad Windsheim (eb) [23.10.08]. Vor genau 325 Jahren
gründete Franz Daniel Pastorius aus dem mittelfränkischen
Sommerhausen mit dreizehn Krefelder Mennoniten-Familien
die erste deutsche Siedlung in Amerika. Anlass genug für
den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister
der Verteidigung, Christian Schmidt, zusammen mit dem Gesandten
der amerikanischen Botschaft in Berlin, John M. Koenig,
die Ausstellung „Evolution of a Friendship“ in
Bad Windsheim zu eröffnen. Die Wanderausstellung im
Freilandmuseum beleuchtet wichtige Stationen der gemeinsamen
Geschichte Deutschlands und Amerikas und wird bereits seit
1996 in Deutschland und den USA gezeigt.
Wenn auch eisige Kälte herrschte in dem mittelalterlichen
Fachwerkbau des Fränkischen Freilandmuseums, konnte
sie doch der warmen und herzlichen Stimmung keinen Abbruch
tun. Prominente Gäste der Ausstellungseröffnung
waren neben Schmidt und Koenig der Stellvertreter des Bezirkstagspräsidenten
von Mittelfranken, Fritz Körber und der amerikanische
Generalkonsul Eric Nelson aus München.
Schmidt widmete den Beginn seiner
Rede Franz Daniel Pastorius,
der als „Francis Pastorius“ in
die deutsch-amerikanische Geschichte
einging. Dieser nahm im Jahre 1683 die gefährliche
Reise über den Atlantik
auf sich und wanderte in das
unbekannte neue Land aus, um dort die erste deutsche Siedlung
zu gründen. Schmidt
selbst hatte „German Town“, wie die Stadt noch
heute heißt, bereits bei seiner ersten Amerikareise
besucht. Heute erinnert unter
anderem das „Pastorius-Haus“ in
Bad Windsheim an den Mann, der
einst den Grundstein für
die Beziehungen zum neuen Kontinent
legte und den der Staatssekretär
als „Vorreiter für mehrere Millionen Deutsche,
die in den nachfolgenden gut
drei Jahrhunderten in die 'Neue Welt’ auswanderten“ bezeichnete.
Die Ausstellung entstand mit
Hilfe des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes in
Zusammenarbeit mit der Deutschen
Atlantischen Gesellschaft e.V., deren Präsident Staatssekretär
Schmidt ist. In einem fesselnden Vortrag ging Dr. Jörg
Duppler, Kapitän z.S. a.D., der Berliner Regionalleiter
der Deutschen Atlantischen Gesellschaft e.V., auf einige
der
acht Info-Säulen ein und lieferte neben erstaunlichen
Fakten den jeweiligen geschichtlichen
Hintergrund. Jede Tafel dokumentiert anhand eines für
die Epoche repräsentativen
Zeugnisses, wie sich die Beziehung
der beiden Länder
von 1507 bis 1995 entwickelte
und immer neue „Wege
zur Freundschaft“ angelegt wurden. Dabei werden auch
die Tiefpunkte beleuchtet – speziell die erste Hälfte
des 20. Jahrhunderts. Die Freundschaft,
die der Gesandte Koenig in seiner Rede aus heutiger Sicht
als Selbstverständlichkeit
bezeichnete, wurde damals von
Hass und Fanatismus fast vollkommen zerstört. Dennoch
fanden Millionen Deutsche in dieser dunklen Zeit Zuflucht
und sogar eine neue Heimat in Amerika
und das Ende des Zweiten Weltkriegs
bedeutete gleichzeitig den Beginn einer Verbindung, die
vielleicht enger war, als
je zuvor. An Kaugummis und Schokoladentafeln,
die von den G.I.’s verteilt wurden, erinnert sich
noch der stellvertretende Bezirkstagspräsident Fritz
Körber und verwendet
für die Amerikaner bezeichnender Weise das Wort Befreier.
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