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 Ausstellung "Deutsche Jüdische Soldaten" macht Station
 Eröffnung im bayerischen Neustadt an der Aisch
München (eb) [02.02.08]. An das Schicksal jüdischer Soldaten in Deutschland erinnert derzeit eine Ausstellung des Militärgeschichtlichen Forschungsamtes (MGFA) in den Räumen des Rathauses von Neustadt a.d. Aisch. Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Christian Schmidt, eröffnete die Ausstellung „Deutsche Jüdische Soldaten“.
Im Zentrum der Ausstellung steht der Zusammenhang zwischen Integration bzw. Ausgrenzung auf der einen sowie dem Militär bzw. dem Militärdienst auf der anderen Seite. Die Ausstellung erinnere, so Fregattenkapitän Dr. Frank Nägler vom MGFA, „an einen Ausschnitt jüdischen Lebens in Deutschland, der lange schon einer breiteren Öffentlichkeit hätte bekannt sein können.“
Dass auch das mittelfränkische Neustadt a. d. Aisch einen deutlichen Bezug zur Thematik hat, machte die Erste Bürgermeisterin, Claudia Platzöder, im Rahmen der Eröffnungsveranstaltung deutlich. So zeuge auch heute noch das hiesige Kriegerdenkmal davon, dass im Ersten Weltkrieg auch jüdische Mitbürger ihr Leben gegeben hätten. „Damit,“ so Platzöder, „trägt auch Neustadt a. d. Aisch ein Stück zur Geschichte der Deutschen Jüdischen Soldaten bei.“ Sie wundere sich im Übrigen aus heutiger Sicht, „dass es für Mitbürger jüdischen Glaubens, die durchaus Deutsch dachten und für Deutschland lebten, eigene Regeln für den Militärdienst geben musste.“ Die historische Entwicklung mache dies aber durchaus verständlich, wie die
Ausstellung zeige. Die Rathauschefin erwartet vor allen Dingen vom Besuch der Ausstellung durch Kinder und Jugendliche eine intensive Auseinandersetzung mit dem Thema.
Der regionale Bezug ist auch für Christian Schmidt ein wichtiger Punkt, warum die Ausstellung in Neustadt a. d. Aisch gezeigt wird. So gebe es zwar in der Region schon seit langem eine intensive Forschung über jüdische Gemeinden, jedoch sei dieser Aspekt bisher nicht sehr intensiv beleuchtet worden. Zum anderen gehe des darum, mit der Erinnerung zur Bewusstseinsbildung beizutragen. Für die Deutschen sei es wichtig, sich der Vergangenheit zu stellen und sich mit ihr auseinander zu setzen. Die Bundeswehr leiste da einen bedeutenden Beitrag, wozu sie auch der rund hundert Mitglieder zählende „Bund jüdischer Soldaten“ in der Bundeswehr sehr ermuntere. „Wir haben aus der Geschichte gelernt,“ so Schmidt, „in der Bundeswehr wird Diskriminierung nicht geduldet.“ Integration sei in der Bundeswehr täglich gelebte Praxis.
Die Ausstellung „Deutsche Jüdische Soldaten“ gibt es seit dem Jahre 1981, in der jetzigen Form existiert sie seit 1996. Sie erzielte bisher in über 50 Ausstellungsorten eine lebhafte Resonanz.

Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister der Verteidigung, Christian Schmidt, Erste Bürgermeisterin von Neustadt an der Aisch, Claudia Platzöder und Fregattenkapitän Dr. Frank Nägler vom Militärgeschichtlichen Forschungsamt in Potsdam während des Rundgangs durch die Ausstellung (v.l.).
Foto: Kai Mörk, WBK IV -PIZ-
Text: Klaus D. Treude, WBK IV -PIZ-
 
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