truppen.info: Streitkräftebasis
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster

Satire bis der Arzt kommt

 „Das strahlt nicht durch Schönheit“
 Truppenübungsplatz verfügt über einen „sakralen Schutzraum“
Todendorf (uz) [29.08.08]. Gerade Abwesenheitszeiten sind es, die die Militärseelsorger in ihrem Dienst besonders fordern. Sei es in den Einsatzregionen der Bundeswehr, an Bord von Schiffen oder Booten und bei Aufenthalten auf Truppenübungsplätzen. Gerade hier sind Feldgottesdienste eine beliebte Chance für die Soldaten ein wenig zur Ruhe und zur Besinnung zu kommen. Doch auch im täglichen Leben spielt diese Ruhe und Besinnung eine große Rolle im Dienstalltag, oftmals auch wenn kein Militärseelsorger zur Verfügung stehen kann. „Einen sakralen Schutzraum“ nennt Birgitta Gnade diese Rückzugsmöglichkeiten gerne. Die Pastorin ist in Kiel „stationiert“ und betreut unter anderem den Standort Lütjenburg mit dem Schießplatz der Flugabwehrtruppe in Todendorf. Hier gibt es eine kleine Kapelle. Unauffällig fügt sich das Gebäude in die Baracken auf dem Übungsplatz ein. Nur der kleine Glockenturm und ein Kreuz aus Gußeisen weisen darauf hin, dass Soldaten hier Stille zwischen Dienstbesprechungen, Ausbildungs- und Übungsbetrieb finden können. Eingerichtet wurde der Raum schon von britischen Soldaten, die den Platz vor der Bundeswehr betrieben hatten. In dieser Zeit wurde der Gebetsraum auch als katholische Kapelle offiziell registriert. Eine 100 Jahre alte Glocke hängt hier und ruft, bei Gottesdiensten, die Gläubigen in den Raum. Einen ganz besonderen Raum, wie Pastorin Gnade findet. „Er strahlt etwas aus, auch wenn er sicherlich nicht durch Schönheit strahlt“, stellt sie fest. Aber sie ist gerne in Todendorf und mag den Raum, bestätigt sie. Auch wenn man sich als Seelsorger zum Thema „Schönheit“ schon einige Fragen stellen lassen müßte. Birgitta Gnade bringt es auf den Punkt: „Der Raum ist einfach bodenständig und schlicht, ohne Schnörkeleien.“
Einen entscheidenden Anteil am heutigen Erscheinungsbild der Kapelle in Todendorf hat der katholische Militärpfarrer in Kiel. Der Gebetsraum war erneut mit Mitteln der katholischen Militärseelsorge zu Jahresbeginn renoviert worden. Pfarrer Georg Kaufmann war in seiner Verwendung als Seelsorger in Plön für den Standort Lütjenburg und damit auch den Schießplatz in Todendorf zuständig. „Dort war eine Grundausbildungseinheit, bei der ich regelmäßig Unterricht hatte“, blickt Kaufmann zurück. Der Raum bot sich dazu mehr als günstig an, fand der Seelsorger und beschaffte das Wandtuch, passend zu dem Standort direkt am Meer. Ausserdem besorgte er eine Orgel und sorgte dafür, dass Soldaten, die im Raum zur Ruhe kommen möchten, einen Schlüssel erhalten konnten. Nach und nach gab Kaufmann der Kapelle ein Gesicht, mit dem Vorhaben einen ökumenischen Treffpunkt zu schaffen. Von der standorteigenen Schlosserei erhielt Kaufmann das Kreuz gestiftet, das an der Wand des Gebetsraumes seinen Platz fand. Auch die besagte Glocke konnte Kaufmann für den Standort Todendorf beschaffen.
Mit einer Leinwand im Raum, die vor dem Altar herunter gelassen wird, konnte er optimal seinen lebenskundlichen Unterricht, wie Ausbildung durch die Militärseelsorger genannt wird, in dem Raum halten. Die Multifunktionalität dieses Raumes mache ihn zu etwas ganz Einzigartigem berichtet der Pfarrer.
Der Gebetsraum auf dem Übungsplatz Todendorf.
Foto: Zeitter
Auch auf das Wohl der Gottesdienstbesucher war Kaufmann bedacht. Er reaktivierte den Durchgang ins nebenan liegende Mannschaftsheim. Für den Seelsorger hatte das zwei wichtige Bedeutungen, zum einen konnten Gottesdienstbesucher so auf kurzem Weg zum obligatorischen „Kirchen-Cocktail“ gelangen. „Das war auch immer eine sehr gute Kooperation mit dem Kantinenbetreiber“, lobt Kaufmann. Ein viel praktischerer Grund war für den Pfarrer aber auch, dass der Gebetsraum neben dem Mannschaftsheim im Lebensmittelpunkt der kleinen Kaserne liegt.
Seit der Renovierung steht er den Soldaten und Mitarbeitern im Standort ganztätig, auch ohne Schlüsselempfang, zur Verfügung - auch über die Dienstzeit hinaus. Der Kasernenfeldwebel und die Wache haben die Aufgabe, ein Auge auf den Raum zu werfen. Oberstabsfeldwebel Rainer Scheffler ist beeindruckt, was er bei seinen täglichen Kontrollen erlebt. Fast immer wurden im Andachtsraum Kerzen entzündet. „Es vergeht kaum ein Besuch im Raum, bei dem ich nicht einige leere Teelichtbehälter abräumen kann“, berichtet der Soldat von der gelebten Seelsorge in Todendorf – auch wenn meistens kein Seelsorger persönlich vor Ort sein kann.
Für Pastorin Gnade ist es ohnehin etwas besonderes, was sie mit den Gottesdiensten auf dem Übungsplatz verbindet. Dann, so sagt sie, riecht es nämlich immer ganz besonders nach Soldaten, sagt die erfahrene Notfallseelsorgerin. Es riecht nach Soldaten? Pastorin Gnade schmunzelt und erklärt: „Der Geruch der Uniformen und besonders der Stiefel oder der zähen Bundeswehr-Schuhcreme ist für mich etwas ganz eigenes, das verbinde ich mit den Gottesdiensten, die ich mit Soldaten feiere.“
Anzeigen
my photobook
wb_Banner_120x240.gif
Racheshop - Europas witzigster Online-Shop!
Ihre Werbung hier?
   Diese Seite empfehlen     
Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
  (c) 2005 by www.truppen.info
Anzeige