| Einer der die
Aus- und Fortbildung, losgelöst von Zeit und Raum, am eigenen Leib
erfahren hat, hielt einen der Eröffnungsvorträge: Oberst Thomas
Reiter bot einen imposanten Einblick in seine Arbeit für die Europäische
Weltraumagentur ESA. Die Vorbereitung, die er als Astronaut auf seinen
Einsatz an Bord der internationalen Raumstation ISS erfahren habe, gleicht
der eines Soldaten für den Auslandseinsatz, zog Reiter erste Parallelen.
Reiter betonte, dass das Wissen, über das die Besatzungen verfügen
müssten, immer komplexer wird. „Es ist mehr als die drei ständigen
Besatzungsmitglieder aufnehmen könnten“, beschrieb er. Gerade
im All seien Möglichkeiten der Fernausbildung unerlässlich.
Naturgemäß verliere man im Laufe der Zeit Praxis und Kenntnisse,
zum Beispiel, wenn es um die Rückkehr zur Erde gehe. Um das Erlernte
für diese durchaus kritische Phase nochmals aufzufrischen, werden
Fernlehr-Methoden über Funk- und Satellitenverbindungen genutzt,
berichtete Reiter. Auch bei Außeneinsätzen würde auf ähnliche
Verfahren zurückgegriffen. Über eine im Raumanzug integrierte
Kamera könnten Spezialisten auf der Erde den Astronauten beraten
oder anleiten. Schließlich so betonte Reiter wären an Bord
der ISS eine Vielzahl von Experimenten oder Wartungsarbeiten auszuführen,
die über die eigentliche berufliche Qualifikation des Astronauten
hinausgehen. Er selbst beispielsweise habe Luft- und Raumfahrttechnik
studiert, aber während des Einsatzes eine Vielzahl von biologischen
und medizinischen Tests durchführen müssen. All dies sei ohne
eine Anleitung von der Erde kaum realisierbar.
Reiter klingt bei seinen Ausführungen, als ob es darum gehe, einen Stecker
in die Steckdose zu stecken und bemerkt eher beiläufig, als ein Foto von
Nordeuropa auf der Leinwand erscheint, dass das Fotografieren bei 28.000 Kilometern
pro Stunde, die die ISS zurücklegt, nicht ganz einfach sei. |