truppen.info: Streitkräftebasis
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 Wechsel des Kommandos über „anerkannte Fachleute“
 Kommandoübergabe bei den Feldjägern
Oberschleißheim (eb) [04.04.07]. Vor der imposanten Kulisse des Schlosses Schleißheim übergab am gestrigen Mittwoch der Stellvertretende Befehlshaber im Wehrbereich IV, Brigadegeneral Erich Staudacher, das Kommando über das Münchner Feldjägerbataillon 451 von Oberstleutnant Dietmar Riedel an Oberstleutnant Kai Hadlich. Dieses Bataillon hat auch Kompanien in Roding, Amberg und Murnau. Sie alle waren angetreten, sogar eine Abordnung des US-Militärpolizeibataillons 793 aus Bamberg, zu dem eine Partnerschaft besteht.
Es war bitter kalt – und doch konnte sich keiner der zahlreichen Gäste aus Politik, Gesellschaft und Militär der Faszination des militärischen Zeremoniells entziehen. Das Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen trug seinen Teil dazu bei. Die schwarz-rot-goldene Truppenfahne mit dem Bundesadler flatterte im Wind. Als der General die Fahne vom scheidenden Kommandeur übernahm und dem neuen Kommandeur übereichte, war die Verantwortung für die Menschen eines Truppenteils nicht nur symbolisch, sondern auch tatsächlich übergegangen.
„Wir alle sind uns bewusst, dass der Einsatz im Ausland gerade auch als Feldjäger mit Gefahren für Leib und Leben verbunden ist“, sagte Oberstleutnant Riedel in seinem Rückblick. Während seiner Kommandeurszeit war das Bataillon zweimal als Leitverband im Kosovo und einmal in Afghanistan. „Mit besonderer Deutlichkeit wurde uns die Gefährlichkeit vor Augen geführt, als zwei unserer Kameraden am 14. November 2005 bei einem Terroranschlag in Ausübung ihres Auftrags in Kabul schwer verwundet und dann zurück nach Deutschland geflogen wurden“, so Riedel. „Die Folgen der Verletzungen wirken bis heute nach, aber die Tapferkeit und der Optimismus, mit der die beiden ihr Schicksal aufgenommen haben, waren für uns im Bataillon Ansporn nicht nachzulassen, unseren Kameraden auch künftig beizustehen“, betonte Riedel.
Doch auch im Inland gab es fordernde Aufträge: Riedel nannte die alljährliche Münchner Sicherheitskonferenz, die Feier des 50-jährigen Präsenz der Bundeswehr in Bayern, die Fußballweltmeisterschaft 2006 an den Austragungsorten München und Nürnberg sowie der Besuch von Papst Benedikt XVI. in Bayern. Dies alles war abzusichern – und die „451er“ taten das mit Erfolg. Erst vor kurzem wurde das Bataillon für einen möglichen Einsatz im Rahmen der Nato Response Force zertifiziert. Derzeit bereitet es sich auf einen neuen Auftrag zur Unterstützung der Ausbildung der Afghanischen Nationalpolizei in Mazar-e-Sharif ab Juli 2007 vor. Der scheidende Kommandeur dankte seinen Untergebenen und vergaß dabei auch nicht das bewunderswerte Engagement vieler Reservisten. Er schloss mit den Worten: „Es macht mich persönlich stolz, dass ich zwei Jahre lang Kommandeur so vortrefflicher Soldaten und Mitarbeiter sein durfte.“

Einmarsch der Truppenfahne vor Schloss Schleißheim.
Fotos: WBK IV -PIZ-
Diese Einschätzung wird auch von Brigadegeneral Staudacher geteilt: „Vom militärischen Ordnungsdienst über den Bereich der Diensthundeführer bis hin zum Personenschutz, von der Beherrschung gewalttätiger Menschenansammlungen über die Festsetzung von Gewalttätern, bei Ermittlungen, Konvoibegleitung der Evakuierung deutscher Staatsbürger aus Gefahrenzonen – die Angehörigen der Feldjägerbataillons 451 sind anerkannte Fachleute und beispielhafte Soldaten.“ Die Amtszeit des scheidenden Kommandeurs – der General sprach von der „Ära Riedel“ – sei gekennzeichnet von einem Quantensprung in der Feldjägertruppe, vom Aufbruch zu neuen Aufgaben und Strukturen. Auch Staudacher erinnerte an den Bombenanschlag vom 14. November 2005 in Kabul, der zu den bittersten Momenten des Feldjägerbataillons 451 zählt: „In solch schweren Zeiten zeigt sich, was wirklich in einem militärischen Führer steckt. Oberstleutnant Riedel hat diese Situation mit Besonnenheit, Weitblick, Kameradschaft und Fürsorge gemeistert.“ Der General lobte Riedel, dieser habe seine Pflichten als Bataillonskommandeur mit außerordentlichem Engagement, Schwung und sehr großer Zuverlässigkeit wahrgenommen. Jetzt wechselt Riedel als Leiter der Ausbildungszielkontrolle an die Schule für Feldjäger und Stabsdienst in Sonthofen.
Neuer Kommandeur der „451er“ ist Oberstleutnant Kai Hadlich. Nach der Ausbildung zum Feldjägeroffizier studierte er an der Bundeswehr-Universität Hamburg Pädagogik und schloss mit dem Diplom ab. Es folgten von 1993 bis 1998 Verwendungen als Zugführer und Kompaniechef in Stetten a.k.M., Burg und Bonn. Daran schlossen sich die Generalsstabsausbildung und Führungsverwendungen in der Division Spezielle Operationen an. „Das sind sehr gute Voraussetzungen für ihre neue Aufgabe“, sagte Brigadegeneral Staudacher zu Hadlich. Doch um als militärischer Führer erfolgreich zu sein, brauche man Fortune, Führungswille und Gefolgschaft. „Letztere erwächst vor allem aus Vertrauen“, davon ist der General überzeugt. Sein Rat an den „neuen Alten“: „Schenken sie ihren Soldaten Vertrauen. Dass sich sie dann auf ihre Truppe verlassen können, steht für mich außer Zweifel.“
Text: Leo Mayerhöfer, WBK IV PIZ
 
Anzeigen
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Der
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info