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Zwischen Öffentlichkeitsarbeit
und Diplomatie |
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Das
Landeskommando Hamburg steht in einem besonderen Fokus |
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| Militärische Blickfänge: Ein Airbus A310 ViP und
ein AWACS-Aufklärer werden bei der Ausstellung der "Airport Days Hamburg" zu
sehen sein. Allerdings werden Sie wohl im Schatten eines ganz anderen Giganten,
nämlich eines Airbus A380 stehen. Fotos: Zeitter |
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Hamburg (uz) [22.08.07]. Die Präsenz der
Streitkräfte im Stadtbild der freien und Hansestadt
Hamburg ist nicht augenscheinlich, zumindest nicht ständig.
Dennoch treten die Bundeswehr und ihre befreundeten Streitkräfte
hier öfter in das Rampenlicht als in anderen Städten.
Regelmäßig ist in den Sommermonaten der Hafen
Anlege- und damit Schauplatz für militärische
Schiffe unterschiedlichster Herkunft. Besonders der alljährliche
Hafengeburtstag, der als das größte Hafenfest
der Welt gilt, ist ein besonderer Magnet für die
Verbände aus unterschiedlichsten Nationen. Aber
nicht nur auf dem Wasser präsentiert sich die Bundeswehr
mit ihren verbündeten Streitkräften sondern
auch an Land oder in der Luft. Die mit Besuchen oder
dem Hafengeburtstag verbunden Tage der offenen Tür, „Open
Ship“, wie sie bei der Marine genannt werden, locken
jeweils unzählige Menschen an Bord unterschiedlichster
Boote und Schiffe. „Hamburg ist einer der schönsten
Liegeplätze der Welt“, schwärmt Kapitän
zur See Wolfgang Hett, der Kommandeur des Landeskommandos
Hamburg. Als erfahrener Kommandeur aus der Ubootflottille
hat er für diese Aussage durchaus Vergleichsmöglichskeiten.
Wo immer ein Publikumsmagnet in olivgrün in Erscheinung
tritt, ist das Landeskommando Hamburg gefordert. |
In diesem Jahr
war es unter anderem bereits ein britischer Flugzeugträger und ein
Flottenverband aus Griechenland. Weitere werden noch folgen, beispielsweise
die „Brasil“, das beeindruckende
Schulschiff der brasilianischen Marine.
Wann immer ausländische Einheiten an den Landungsbrücken festmachen,
gab es bereits ein umfangreiches diplomatisches Vorspiel. Bei der Planung der
Route wird festgelegt, in welchen Häfen Station gemacht werden soll und
wie man sich dort präsentieren möchte. Das Verteidigungsministerium
des Heimatlandes richtet eine entsprechende Anfrage über seine Botschaft
in Deutschland an die Bundesrepublik. Wenn der Besuch ministeriell genehmigt
wurde, erhält das Landeskommando Hamburg den Auftrag, die notwendigen Vorbereitungen
für den so genannten „Host Nation Support“ zu treffen. Dabei
geht es um protokollarische Verpflichtungen ebenso, wie um die Versorgung oder
die Betreuung der Soldaten. Wegen der hohen Frequentierung Hamburgs durch den
Hafen aber auch den Flughafen in Fuhlsbüttel gibt es beim Landeskommando
Hamburg einen Protokolloffizier, die sich um diese Aufgaben kümmert. |
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| Attraktives Ziel: Das Schulschiff "Brasil" nimmt, wie viele
andere Einheiten auch, regelmäßig Kurs auf Hamburg. |
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Protokollarisch ist es üblich,
dass der Kommandant seine Einheit bei der Hamburg Port Authority,
dem früheren Oberhafenamt, dem Kommandeur des Landeskommandos
und natürlich beim Senat meldet. Dort gibt es meist ein sogenanntes „Senatsfrühstück“ mit
Teilen der Besatzung. Gegenbesuche an Bord sind obligatorisch.
Das Landeskommando kümmert sich auch um den Liegeplatz, die Verfügbarkeit
von Lotsen und Schleppern, Wasser, Strom und Telefon sowie einen Makler, der
die Versorgung der Gäste für die Weiterfahrt übernimmt.
In Absprache mit dem Kommandanten des Schiffes wird die Betreuung der Besatzung,
je nach deren Wunsch, geplant. Finanziert wird diese teilweise vom Land Hamburg,
dem Senat, der Bundeswehr und vielen „Sponsoren“. Die Hamburg Tourismus
GmbH zeigt sich dabei regelmäßig großzügig. Mancher Soldat
aus den Besuchergruppen hat dadurch auch schon Appetit auf einen längeren
Aufenthalt in der Stadt bekommen, als ihm „seine“ Marine das gestattete.
Die Anbieter von Hafen- und Stadtrundfahren oder der Förderverein der Rickmer
Rickmers sind dadurch regelmäßige Ansprechpartner des Protokolloffiziers. |
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| Der Hamburger Hafengeburtstag bietet den Streitkräften
eine beachtete Plattform, um ihre Leistungsfähigkeit
zu demonstrieren. |
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Ähnlich nur in wesentlich
geballterer Form treffen die Aufgaben zum Hafengeburtstag auf den
Protokolloffizier. Das größte Hafenfest der Welt löst
bei den Gastnationen einen noch höheren Ehrgeiz für Besuche
in der Hansestadt aus. Die Veranstaltung selbst liegt in der Verantwortung
der Hamburger Messegesellschaft. Die Bundeswehr ist dabei eine Institution,
die, wie viele
andere auch, „zum Leben gehören und damit präsent sind“,
wie Oberstleutnant Wolf von der Osten, der Leiter der Informationsarbeit im Landeskommando
Hamburg formuliert. Entsprechend ist auch die Rolle. „Wir beteiligen uns
immer am Land-, Wasser- und am Luftprogramm“, berichtet er. Das Landeskommando
koordiniert dabei die Wünsche, die an die Bundeswehr herangetragen werden.
Neben den Programmpunkten, wie Vorführungen gehört auch hier immer
das „Open Ship“ zum Standard. Bei den Liegeplätzen der Marineeinheiten
gibt es auch stets eine Ausstellung, die sich mit speziellen Themen zum Beispiel
der zivilberuflichen Ausbildung auseinandersetzt.
Für von der Osten steht in diesem Jahr aber noch eine weitere große,
repräsentative Veranstaltung auf dem Programm. Er ist der Projektoffizier
für die Beteiligung der Bundeswehr an den „Airport Days Hamburg“,
die im September am Hamburger Flughafen als große Flug- und Familienveranstaltung
statt finden. Hier ist die Bundeswehr mehr, als bei früheren Veranstaltungen
präsent. Bereits im Oktober des vergangenen Jahres gab es erste Absprachen
für das Luftfahrt-Event. Schnell hatte sich der Kommandeur des damaligen
Verteidigungsbezirkskommandos 10, der Vorgängerdienststelle des Landeskommandos
Hamburg entschieden, die Veranstaltung nach Kräften zu unterstützen. „Es
gab früh ein Brainstorming, wie man sich ergänzen und helfen könne“,
erzählt der Oberstleutnant. Er ist froh darüber, dass es einen großen
Vorlauf gab. Zwar wurden erste Ansätze zur Bereitstellung von Transportkapazitäten
und Unterkünften schnell verworfen, da beispielsweise durch den Einsatz
von Bussen durch die Bundeswehr Fuhrpark GmbH auch hier Kosten entstehen. |
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| Die Truppe hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Publikumsmagnet entwickelt. |
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Beteiligen wird sich
die Bundeswehr vor allem im Bereich der Jobbörse. Auch wenn Wolf von
der Osten ursprünglich ein wenig die Befürchtung hatte, dass man
dort dann mit den Veranstaltern um den selben Nachwuchs konkurriere,
hält er diesen Auftritt für wichtig. „Es geht ja auch darum,
ausscheidenden Soldaten auf Zeit hier beispielsweise eine Berufsperspektive bei
den zivilen Unternehmen aufzuzeigen“, betont er. Durch die frühe und
gute Absprache durch die Veranstalter hatte der Oberstleutnant gute Karten. Beispielsweise
konnte er den Infotruck der Zentren für Nachwuchsgewinnung rechtzeitig „buchen“.
Beim engen Terminkalender und den vielen Anfragen ist dies nicht immer einfach.
Zugleich wird aber auch die Marine mit einem eigenen Mobil vor Ort sein. In diesem
Organisationsbereich gehören derzeit Sorgenfalten auf der Stirn der Nachwuchswerber
zur ständigen Begleitung. Auch der Berufsförderungsdienst der Bundeswehr,
der den ausscheidenden Soldaten zivilberufliche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten
bietet, wird bei den Airport Days präsent sein.
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| Darüber hinaus beteiligt sich
die Bundeswehr auch am „Static Display2“, der Ausstellung
von Luftfahrzeugen auf dem Hamburger Flughafen. Hier ist es allerdings
zu erwarten, dass AWACS-Aufklärer, die ViP-Version des A310, Transall
und CH-53G etwas im Schatten eines Giganten stehen werden: Der Luftfahrzeugbauer
Airbus schickt sein prominentetes Kind, den A380 „an den Start“.
Die Abstellungen der Maschinen aus dem Bereich der
Bundeswehr war für Oberstleutnant
von der Osten dabei nicht einmal die schwierigste Arbeit. Schwieriger war es,
Kontakte zu den Betreibern ehemaliger Flugzeugmuster der Bundeswehr zu knüpfen. „Das
ist zwar nicht schwer weil jeder irgendwie noch einen kennt, aber es ist zeitaufwändig“,
beschreibt der Projektoffizier die Arbeit – eine Arbeit die ihm sichtlich
viel Spaß brachte. Mit unter den „Ausstellern“ wird auch die
Reservistenkameradschaft Flugdienst aus Appen sein. Sie wird mit einer Dornier
Do 28 D2, die früher bei der Luftwaffe und bei der Marine eingesetzt wurden,
präsent sein. Die Do 28 ist eine von nur noch zwei bundesweit zugelassenen
Maschinen des Typs.
Wenn am 15. September am Flughafen Hamburg die Tore für die Airport Days
geöffnet werden, dann ist Arbeit für Wolf von der Osten bereits getan.
Er wird die Veranstaltung entspannt besuchen und sich vom Ergebnis seiner Arbeit überzeugen
können. |
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