Streitkräftebasis - Unterstützung als Hauptauftrag
Rund
80.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter sorgen für einen reibungslosen
Betrieb in der Streitkräftebasis (SKB). Gemeinsam mit dem Sanitätsdienst
gehört die SKB zu den jüngeren Organisationsbereichen der
Bundeswehr. Erst Ende der 1990er Jahre begann die Konzeption und
Aufstellung des Bereiches, der seinen Schwerpunkt in der Einsatzunterstützung,
quasi der Dienstleistung für die anderen Organisationsbereiche,
findet.
Die Soldatinnen
und Soldaten in der Streitkräftebasis tragen die Uniformen aller
Teilstreitkräfte, von Heer, Luftwaffe und Marine, auch aus dem Bereich
des Sanitätsdienstes kommen Soldaten. In der Streitkräftebasis
sind zentrale Aufgaben zusammengefasst, die umgekehrt übergreifend
von allen Organisationsbereichen in Anspruch genommen werden.
Logistische und technische Aufträge bilden dabei einen Schwerpunkt für
die Streitkräftebasis. Neben Logistikeinheiten untersteht der SKB beispielsweise
auch die Depotorganisation der Bundeswehr. Zahlreiche Fernmeldeverbände
wechselten inzwischen in die Verantwortung des Dienstleisters SKB.
Ein bunter Uniform-Mix prägt viele Dienststellen der Streitkräftebasis.
Insbesondere
die Verbände, die sich mit elektronischer Kampfführung beschäftigen,
gehören der Streitkräftebasis an. Ebenso auffällig sind im Repertoire
der Streitkräftebasis die Soldatinnen und Soldaten der Militärpolizei,
die Feldjäger und auch die Kräfte der Operativen Informationen. Sie übernehmen neben
ihrem eigentlichen Kernauftrag, der Informationsverbreitung in den
Einsatzländern, auch entscheidende Anteile der Truppenbetreuung.
Mit dem Soldatensender „Radio
Andernach“, den die Fachleute von OpInfo, wie die Operative Information
im Soldatenjargon genannt wird, in den Einsatzregionen in den Äther schicken,
wird ein Bogen in die Heimat nach Deutschland gespannt. Die Facetten der Verwendungen
und Aufgaben sind aber noch vielfältiger: Neben dem Geoinformationswesen
und vielen Bereichen der Öffentlichkeitsarbeit, wie der Militärmusikdienst
und die Jugendoffiziere, die als sicherheitspolitische Referenten, zum Beispiel
für den Gemeinschaftskundeunterricht, tätig sind, gehört inzwischen
auch die Sportförderung der Bundeswehr in die Obhut der SKB. Viele namhafte
Sportler stehen auf der Gehaltsliste der Bundeswehr. In vielen Sportarten wäre
eine professionelle Ausübung des Sports ohne die Sportförderung der
Bundeswehr undenkbar.
Öffentlichkeitsarbeit ist eine der Aufgaben der Streitkräftebasis.
Die Einheiten in der
Streitkräftebasis sehen und verstehen sich als Dienstleiste
für die Truppe. Egal ob im In- oder im Ausland sind Angehörige der
Streitkräftebasis, meist in hochspezialisierten Verwendungen, mit bei den
Verbänden.
Ein ganz elementarer Bereich in der Streitkräftebasis ist die übergreifende
Ausbildung für alle Organisationsbereiche. Seit Aufstellung dieses Organisationsbereiches
wurde Ausbildung, auch bei fachlichen Laufbahnlehrgängen, immer mehr teilstreitkraftgemeinsam
geplant - „Joint“, wie die Zusammenarbeit der Land-, Luft- und Seestreitkräfte
genannt wird. Viele Truppenschulen wurden dabei umgegliedert und unterstehen
nun der Führung der Streitkräftebasis, die ihren Sitz übrigens
in Köln hat.
Aus der Nachschubschule
des Heeres in Garlstedt bei Bremen wurde so die Logistikschule der
Bundeswehr oder aus der Fernmeldeschule in Feldafing
die Führungsunterstützungsschule.
Im Zuge der Aufstellung der SKB wurde auch die zivil-militärische Zusammenarbeit
neu koordiniert. Unter der Federführung der Streitkräftebasis mit ihren
territorial zuständigen Wehrbereichskommandos und Landeskommandos wurden
geeignete Reservisten berufen, um die Verbindung auf Kreisebene zu halten. Sie
kommen vor allem dann ins Spiel, wenn es um die Katastrophenhilfe oder Katastrophenübungen
geht. Der Vorteil liegt auf der Hand: diese Reservisten kennen sich in der betroffenen
Region aus und können so Kooperations- und Unterstützungsleistungen
ideal abwägen und einbringen. Das System, das schon mehrfach gefordert war,
hat sich bewährt: Sei es bei Waldbränden oder im Kampf gegen den Schnee
in Bayern oder gegen die Vogelgrippe an der Ostsee, beim Einsturz einer Sporthalle
in Bad Reichenhall oder auch bei der Sicherstellung der sanitätsdienstlichen
Versorgung, als durch einen Brand Operationskapazitäten im Landkreis Konstanz
zerstört wurden.
Auch wenn die SKB erst im Jahre 2000 aufgestellt wurde, erste Anpassungen sind
auch in der aktuellen Transformationsphase der Bundeswehr durchgeführt worden.
So will man dem Ziel, durch die Zentralisierung kostengünstiger und effizienter
agieren zu können, noch ein Stück näherkommen.
Übungsplätze, wie der in Todendorf in der Hohwachter
Bucht (Foto), gehören in die Verantwortung der Streitkräftebasis.