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 „Wehrpflicht hält fit“
 General Diepenhorst im Exklusiv-Interview mit truppen.info
Mainz (lb) [12.9.05]. „Ich bin überzeugter Anhänger der Wehrpflicht.“ Eine Woche vor der Bundestagswahl am kommenden Sonntag erteilt der Befehlshaber des Wehrbereichskommandos II, Generalmajor Bernd Diepenhorst, anderslautenden Überlegungen von FDP, Bündnis90/Grünen, Linkspartei und Teilen der SPD eine klare Absage. In einem Exklusiv-Interview mit truppen.info sagt der 56jährige: „Nur die Wehrpflicht ermöglicht uns den Zugriff auf alle Qualifikationen des Zivillebens, die wir bei uns nutzen können. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass ein Großteil unseres Nachwuchses aus dem Kreis der Grundwehrdienstleistenden gewonnen wird.“
Hinzu kommt, dass gerade die Wehrbereichskommandos oft mit Aufträgen konfrontiert werden, die nahezu „maßgeschneidert“ sind für Wehrpflichtige. Sei es der Hochwassereinsatz oder – wie unlängst die Papstmesse. Für Diepenhorst im übrigen eine Herausforderung, die „für uns einen enormen Zugewinn an Erfahrung und Kenntnis im Umgang mit Landesbehörden auf allen Ebenen und den zivilen Hilfsorganisationen gebracht“ hat.
Der nächste Auftrag dieser Art wartet vermutlich schon: gerade hat Bayerns Innenminister Günther Beckstein (CSU) – im Schattenkabinett von CDU-Kanzlerkandidatin Angela Merkel als Bundesinnenminister vorgesehen – gefordert, die Bundeswehr solle die WM 2006 absichern. Für den General aus Mainz kein Problem: „Einsätze der Bundeswehr im Inneren sind im Artikel 35 unseres Grundgesetzes klar geregelt.“
Die Auslandseinsätze gilt es darüber allerdings nicht zu vergessen, sind sie für Bernd Diepenhorst doch der Inbegriff für „sinnvolle Arbeit und unersetzlichen Dienst“. Die Frage, ob die Ausrüstung für die Truppe jedoch angemessen ist, lässt der General sehr diplomatisch unbeantwortet.
Sehr deutlich dagegen wieder die Aussagen zum Thema Truppenabbau. Die sogenannte „Konversion“ sei unumgänglich. Das Wehklagen der betroffenen Kommunen kann Diepenhorst, zuständig für die Bundesländer Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen, nicht nachvollziehen: „Einen dadurch herbeigeführten wirtschaftlichen Kollaps von Städten und Gemeinden im Wehrbereich sehe ich nicht.“
(Lars Bessel)
Interview mit Generalmajor Bernd Diepenhorst
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