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 Musikalischer Geburtstagsstrauß
 11. Auflage des Berliner Militärmusikfestival
Berlin (uz) [07.11.05]. „Als wir das erste organisiert haben, habe ich noch nicht an das Elfte geglaubt“, sagt Martin Michels. Er ist Geschäftsführer der „Bundeswehr-Selbsthilfewerk und Agentur des Deutschen Bundeswehrverbandes GmbH“, des Veranstalters des Festivals. Die 11. Auflage des Konzertes, das in diesem Jahr natürlich im Zeichen von 50 Jahren Bundeswehr stand, sorgte drei mal für eine weitestgehend ausgebuchte Max-Schmeling-Halle. Es war eine farbenfrohe und begeisternde Geburtstagsfeier. Ensembles aus acht Nationen waren nach Berlin gekommen, um mit den Besonderheiten ihres Repertoires zu glänzen. Sie kamen aus Polen, Dänemark, den USA, der russischen Föderation, Großbritannien, Spanien, Irland und Frankreich. Das Orchester aus Pakistan hatte nach dem Erdbeben abgesagt. Verständlich für alle Anwesenden, die die Nachricht mit kurzem stillen Gedenken quittierten.
Bevor es aber losgehen konnte, blickte das „Geburtstagskind“ auf seine Geschichte zurück. Im „Kübel“ fuhren Soldaten im Outfit der ersten Bundeswehrangehörigen ein und Konrad Adenauer gab via Saallautsprecher noch einmal seine Erwartungen an die neuformierten Streitkräfte zum Besten. Danach präsentierten sich die Soldaten mit ihrem aktuellen Auftrag und Outfit. Vielseitig wurde suggeriert. Ob es die Militärpolizisten waren, oder die Soldaten der Division Spezielle Operationen, die sich von der Hallendecke abseilten. Sie standen für das neue Einsatzspektrum der Bundeswehr, klar, dass der Moderator, Hautmann a.D. Helmut Jaeger, es nicht versäumte die Gedanken auf die Soldaten in den Einsatzgebieten zu lenken.
Die Bundeswehr in Vergangenheit...
... und Gegenwart.
Dann aber gehörte die Bühne den Militärmusikern:
Den Auftakt machten die deutschen Kapellen. Die Gebirgsjäger, ihnen sagte der Moderator nach, dass sie "jeden Berg von unten, jede Kirche von außen und jede Kneipe von innen" kennen würden, machten mit dem Gebirgsmusikkorps aus Garmisch-Partenkirchen den Anfang. Selbstverständlich kamen hier auch Alphörner zum Einsatz. Das Marinemusikkorps Nordsee faszinierte mit eher nordischen Klängen, während das Luftwaffenmusikkorps 4 aus Berlin zusammen mit der 2. Kompanie des Wachbataillon BMVg perfektes Exerzieren zeigte.
Die ganze Bandbreite deutscher Militärmusik präsentierten die Musikkorps der drei klassischen Teilstreitkräfte.
Die internationalen Musiker hielten mit ihrem Können nicht hinter den Berg. Das Repräsentationsorchester der polnischen Marine beispielsweise überraschte mit Melodien der Beatles. Das Prinsens Musikkorps aus Dänemark brachte einen heißen Tango ebenso wie die "Olsen -Bande" auf die Bühne. Eifrig geswingt wurde beim Auftritt der 1. (US) Armored Division Band aus Wiesbaden und das Ensemble für Gesang und Tanz der Russischen Luftstreitkräfte "Via Avia" bewies, dass man über den folkloristischen Teil hinaus auch durchaus mal eben von Kalinka zu Rosamunde wechseln kann. Die akkrobatischen Leistungen der russischen Tänzer faszinierten ebenso, wie die Leistungen der Schauturngruppe des Berliner Turnerbundes "Die Elefanten". Traditionell war der Auftritt aus Großbritannien, der durch The Pipes and Drums 1st Batallion Scots Guards repräsentiert wurde. Bevor aus Irland The Emerald Isle Irish Dance Team mit folkloristischem Tanz und Steppen begeisterte, gab es feurige Weisen aus Spanien von Musica del Regimento de Interia Inmemorial del Rey No 1. Vor dem großen Finale marschierten Musique Principale de la Légion Étrangere ein. Wie bei den Soldaten der französischen Fremdenlegion üblich, waren die Männer mit einem langsameren Schritt auf der Bühne. Der musikalischen Perfektion tat dies keinen Abbruch.
Tango auf Dänisch. Die Tänzer von "Via Avia" sind eng mit dem bekannten Bolschoi-Theater verbunden. Die "Olsen-Bande".
Kein Militärmusikfestival ohne "Pipes and Drums" Perfekte Körperbeherrschung: "Die Elefanten"
Den Abschluss bildete das gemeinsame Musizieren aller Teilnehmer. Neben Händels Feuerwerksmusik wurde eine Komposition des musikalischen Leiters der Veranstaltung, Oberst Dr. Michael Schramm, uraufgeführt. Entsprechend wurde der Geburtstag der Bundeswehr nochmals mit einem kleinen Feuerwerk und bengalischer Beleuchtung gewürdigt.
Wer nun auf den Geschmack gekommen ist und nicht bis zum 12. Berliner Militärmusikfest warten möchte, kann die Aufzeichnung beim RBB-Fernsehen als DVD erwerben.

Angetreten zum Finale des 11. Berliner Militärmusikfestivals.
 
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