Erst
der Papst, dann die Flut – jedes Mal, wenn in Deutschland
außergewöhnliche Ereignisse außergewöhnliche
Antworten verlangen, steht die Bundeswehr mittendrin. Und
zwar mitten in Deutschland. Die Frage nach dem „Einsatz
der Bundeswehr im Inneren“ ist somit nicht weiß-schwarz,
eher rot-gold zu beantworten.
Selbstverständlich können und sollen sich die Soldaten
goldene Lorbeeren verdienen, indem sie bei Hochwasser-Katastrophen
und ähnlichen Unglücken helfen. Auch den Einsatz
von Soldaten beim Besuch des deutschen Papstes halte ich
für angebracht. Es ist goldwert, wenn man in solchen
Situationen eine staatliche Institution nutzen kann, die über
passendes Personal wie Material, über Logistik wie Organisation
verfügt. Dagegen hatte bislang auch noch niemand etwas.
Aber darüber hinaus? Soll die Bundeswehr tatsächlich
Polizeiaufgaben übernehmen? Abgesehen von der Frage,
wer dann eigentlich noch im Ausland eingesetzt werden soll,
mag ich mir etwa einen von Soldaten geschützten Castor-Transport
nicht wirklich vorstellen: Panzergrenadierkompanien, die
entlang der Bahngleise mit G36 und MG sichern? Gorleben umstellt
von „Luchs“ Späh- und „Leopard“ Kampfpanzern?
Ganz realistisch: ein 18jähriger Wehrpflichtiger – und
das sind die „Fluthelden“ – kann nach dreimonatiger
Grundausbildung problemlos Sandsäcke füllen und
werfen. Aber soll der Junge tatsächlich in einem letztlich
friedlichen Umfeld (sprich keinem kriegerischen) mit der
Waffe herumlaufen? Stress ist das allemal, Situationen, in
denen schon gestandene und vor allem darauf geschulte Polizisten
mehr als nur nervös werden. Ich zumindest sehe da eher
rot, blut-rot …
Warum nicht so etwas wie eine unbewaffnete „Nationalgarde“?
Vielleicht bräuchte (analog zum BGS, soll heißen
der Bundespolizei) das gute alte THW nur ´mal einen
neuen Namen … [26.08.05] |