Mit entsprechender
Arbeitskraft und dem notwendigen Gerät ist die Bundeswehr
schnell in Katastrophengebieten vor Ort. Voraussetzung ist allerdings,
dass die Behörden vor Ort veranlaßt sind, Katastrophenalarm
auszulösen. An dieser Tatsache ändert auch die aktuelle Diskussion über
den Einsatz der Bundeswehr im Innern nichts. Das bestätigte auch
kürzlich auch Generalleutnant Hans-Heinrich Dieter, Stellvertreter
des Generalinspekteurs und Inspekteur der Streitkräftebasis: „Die
Bundeswehr will, kann und wird auch zuk ünftig helfen".
Und dies hat sie in den vergangenen Jahrzehnten ihrer Geschichte
zur Genüge unter Beweis gestellt, denn Soldaten und zivile Mitarbeiter
der Bundeswehr haben bei Naturkatastrophen und Unglücksfällen
immer wieder Menschenleben gerettet:
Hamburg, Februar 1962:
Durch eine Sturmflut stehen große Teile
der Stadt unter Wasser, Menschen sind eingeschlossen. In der Chronik
eines Teilnehmenden Verbandes heißt es: "Stunden um Stunden
standen die Soldaten bis zu den Hüften, bis zur Brust im Wasser.
Tag und Nacht saßen sie am Steuer der Einsatzfahrzeuge, in ihren
Sturmbooten und Schlauchbooten, beladen mit Menschen und derer
geretteten Habe“
Bilanz: Mehr als 1100 Menschen werden gerettet, Neun Soldaten kommen
ums Leben
Schleswig-Holstein, Jahreswechsel 1978/1979:
Das Land ertrinkt in
Schneemassen. 3000 Soldaten der Bundeswehr sind im Einsatz. Sie
befreien Autofahrer aus ihren Fahrzeugen. Sie räumen Straßen
und versorgen abgeschnittene Ortschaften aus der Luft.
Juli/August 1997:
Soldaten aus der ganzen Bundesrepublik werden eingesetzt,
um im Oderbruch den Wassermassen Herr zu werden. Überwemmungen
an den Flussläufen der Oder und Morava verursachten im schwere
Schäden in Tschechien, Polen und Deutschland und forderten 114
Tote in Polen und Tschechien. Die Schäden werden auf 3,8 Milliarden
Euro in Tschechien und Polen sowie 330 Mio. Euro in Deutschland
beziffert.
Spätsommer 2002:
73.000 Einsatzkräfte kämpfen gegen
das Hochwasser von Elbe und Donau. Darunter sind rund 44.000 Soldatinnen
und Soldaten. Sie sichern bedrohte Deiche mit Sandsäcken, evakuieren
eingeschlossene Menschen, versorgen die Bevölkerung. Es ist der
größte Katastropheneinsatz in der Geschichte der Bundeswehr.
Bei mehr als 160 Katastrophenfällen im In- und Ausland hat die
Bundeswehr seit ihrer Aufstellung Hilfe geleistet. Sie verfügt über
die nötigen Kräfte: 60 Prozent der beim Sommerhochwasser
2002 eingesetzten Heeressoldaten waren Grundwehrdienstleistende. Sie
verfügt über Technik: So waren während des Hochwassers
täglich bis zu 50 Bundeswehrhubschrauber in der Luft. In 2100
Flugstunden retteten ihre Besatzungen 778 Menschen aus Lebensgefahr.
Auf dem Boden hatte die Bundeswehr täglich rund 250 Lastwagen
im Einsatz, außerdem unter anderem 35 Berge- und Pionierpanzer,
bis zu 50 Schlauchboote, vier Brückenleger, 16 Transportpanzer
und circa 25 Busse.
Die Bundeswehr verfügt über Fachwissen:2400 Ärzte und
1200 Rettungsassistenten wird beispielsweise allein der Zentrale Sanitätsdienst
in seiner künftigen Struktur umfassen. Schließlich verfügt
die Bundeswehr auch über die erforderliche Organisation: Das
Streitkräfteunterstützungskommando in Köln führt
alle Einsätze im Inland. Allen Bundesländern werden territoriale
Kommandos für eine effektive zivil-militärische Zusammenarbeit
zur Seite gestellt.
[26.08.05, verschiedene Quellen] |