Kempten (eb)
[30.01.10]. Offiziere der Kreisverbindungskommandos
im Allgäu und des Fachsanitätszentrums Kempten
haben sich gegenseitig über die Struktur, Aufgaben
und Ziele auf dem Gebiet
der Zivil-Militärischen
Zusammenarbeit und des
Sanitätsdienstes im Kemptener
Soldatenheim informiert.
Es begann an einem Montag
im August 2005 – nach tagelangem Regen beginnen
die Gewässer im Allgäu über die Ufer
zu treten, die Iller in Kempten hat einen historischen
Pegel erreicht, das Wasser steht sprichwörtlich „Oberkante
Unterlippe“. Bauernhöfe in Flussnähe
sind von Wasser eingeschlossen, dorthin kommt kein
handelsübliches Fahrzeug mehr. Der eingerichtet
Krisenstab der Stadt und des Landkreises Oberallgäu
wendet sich an die Bundeswehreinheiten vor Ort und
beantragt Hilfe. Und diese Hilfe kommt unverzüglich,
denn die Bundeswehr besitzt das, was jetzt gebraucht
wird: Schweres Gerät, Spezialfahrzeuge, Frauen
und Männer, die Sandsäcke befüllen,
diese ans Ufer der Iller fahren und dort aufstapeln.
Dieses Szenario ist zwar bereits einige Jahre her,
aber niemand kann vorhersagen, wann eine ähnliche
Notlage für die Bevölkerung hier im Allgäu
wieder eintritt.
Um so wichtiger ist es
daher, die Strukturen kennen zu lernen, die die Bundeswehr
für derartige Katastrophen geschaffen hat und
die in den vergangenen drei Jahren neu konzipiert
worden sind. Daher hat das Landeskommando Bayern zu
einer gemeinsamen Informations- und Weiterbildungsveranstaltung
für den Raum Allgäu eingeladen. „Man
muss sich vor einer Katastrophe kennen, um in einer
Katastrophe vertrauensvoll zusammen arbeiten zu können“,
so der Leiter des Fachsanitätszentrums Kempten,
Flottenarzt Dr. Frank Bertling, in seiner Begrüßung.
Von Seiten des Landkreises Oberallgäu nahm an
der Veranstaltung Dr. Alfred Glocker, der Leiter des
Gesundheitsamtes, teil. Weitere, insgesamt elf, aktive
Soldaten und Reservisten hieß Oberstleutnant
Paul Blanken, Beauftragter der Bundeswehr für
Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Landkreis
Oberallgäu, im Kemptener Soldatenheim „Haus
Hochland“ willkommen.
Zu Beginn wurden kurz die
jeweiligen Bereiche und Zuständigkeiten von Seiten
des Sanitätsdienstes und der Kreis- und Bezirksverbindungskommandos
aufgezeigt. Als Dienststellenleiter erläuterte
Flottenarzt Bertling die Strukturen der sanitätsdienstlichen
Versorgung im Allgäu, die personelle und materielle
Ausstattung seiner Dienststelle und informierte über
aktuelle Entwicklungen im Sanitätsdienst der
Bundeswehr, speziell aber über die Situation
im Allgäu. Das Fachsanitätszentrum Kempten
ist für die truppenärztliche und standortärztliche
Versorgung weiter Teile des Allgäus zuständig
und versorgt darüber hinaus mit den Gebietsärzten
einen großen Bereich von Bad Reichenhall im
Osten bis zum Bodensee und Oberschwaben im Westen. |