München (eb)
[08.09.10]. Spezialisten der NATO testeten
ein Frühwarnsystem zur Erkennung von Ausbrüchen
relevanter Infektionskrankheiten oder Attacken mit
biologischen Erregern. Es ist die dritte Phase einer
aufeinander bauenden NATO-Übungsserie mit dem
Namen „Deployment Health Surveillance Center“.
„Das neue System ist ein
Quantensprung für die Gesundheitsüberwachung
der NATO-Soldaten in den
Einsatzländern“,
erklärt Oberstarzt Dr. Hans-Ulrich Holtherm.
Bisher arbeiten die NATO-Partner
in der Gesundheitsüberwachung
autark nebeneinander her.
Mit den hier getesteten Verfahren sollen Fähigkeiten
und Informationen auch international vernetzt werden.
In der 100.000-Einwohner-Stadt
Prizren sucht Hauptfeldwebel G. seinen Truppenarzt
im Feldlazarett der Sicherheitstruppe auf. Er klagt über
Kopfschmerzen, Fieber und Übelkeit. „Keine
ungewöhnlichen Symptome“, so Holtherm.
„
Wenn allerdings auch bei
den anderen NATO-Partnern vermehrt Soldaten mit denselben
Symptomen zu ihrem Arzt gehen, kann das ein Indiz
auf eine ernst zunehmende Infektionskrankheit sein“,
ergänzt der Leiter der NATO-Übung.
Um die Daten schnell analysieren
zu können, wurden die deutschen, französischen,
polnischen, österreichischen, tschechischen und
US-amerikanischen Truppenärzte vernetzt.
Der behandelnde Arzt von
Hauptfeldwebel G. gibt in seinen Rechner die Symptome
ein.
In Echtzeit werden diese
Daten und die der NATO-Partner über sichere Satelliten-
und Internetverbindungen nach München geschickt. „Hier
werden diese Informationen ausgewertet und analysiert“,
erläutert der Oberstarzt.
Innerhalb weniger Minuten
werden die Ergebnisse der
Auswertung dem verantwortlichen Sanitätsoffizier
der NATO in KFOR zurückgemeldet. „Dies
ermöglicht dem Kommandeur im Einsatzland ein
deutlich schnelleres und
präziseres medizinisches
Lagebild“, erklärt der 46-jährige. |