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 Heimlich, still und leise helfen
 Seit über 12 Jahren Hilfe für Bedürftige auch durch Rekruten
Rennerod (eb) [20.09.08]. Im Verbandsabzeichen des Lazarettregiments 21 ist die Madonna von Stalingrad zu sehen. Der evangelische Pastor, Arzt und Künstler Dr. Kurt Reuber zeichnete die 105 × 80 Zentimeter große Madonna von Stalingrad mit Holzkohle auf die Rückseite einer russischen Landkarte. Die Darstellung trägt die Umschrift „1942 Weihnachten im Kessel – Festung Stalingrad – Licht,Leben, Liebe“.
Ansporn genug für Hauptmann Rolf Koch, Kompaniechef der 4. Lazarettregiment 21 in Rennerod Nächstenliebe vorzuleben und von seinen Rekruten einzufordern. Bereits 1996 hat der Chef der Grundausbildungskompanie „die gute Tat“ eingeführt. Die Rekruten beraten untereinander, welches soziale Projekt sie unterstützen wollen. Dann wird der Vorschlag in einer Art Aktionstag umgesetzt. Von hilfsbedürftigen Menschen erfahren die Soldatinnen und Soldaten zum Beispiel aus der Zeitung. Oder aber Hauptmann Koch, mit seinen umfangreichen Erfahrungen, gibt ein paar Hinweise. So brannte zum Beispiel das Haus einer Frau ab, die von heute auf morgen mittellos dastand. Die Rekruten um Hauptmann Rolf Koch organisierten neue Möbel und halfen bei der Neueinrichtung. Oder der Kindergarten, der mit neuen Spielsachen ausgestattet werden konnte. Doch damit nicht genug. Zwischendurch gibt es auch Möglichkeiten zu helfen. So zum Beispiel beim Gartenfest in Mademühlen. Hier in einer Außenstelle des Landeswohlfahrtsverbandes, dem Wohnheim Mademühlen, werden 12 Schwerstbehinderte betreut. „Der eine oder andere der Rekruten war schon bestürzt, als wir mit den Schwerstbehinderten erstmalig in Kontakt traten“, sagt Hauptmann Koch. „Doch mein Ziel ist es, Hemmungen und Vorurteile abzubauen damit meine jungen Rekruten lernen ganz normal mit behinderten Menschen umzugehen.“
Hauptmann Koch mit seinen Helferinnen und Helfern
Fotos: Frank
Für die Betreuerinnen und Betreuer wäre es nicht möglich gewesen, ein Gartenfest allein zu gestalten, zu intensiv müssen die Bewohnerinnen und Bewohner betreut werden. Hauptmann Koch und 10 Soldatinnen und Soldaten seiner Kompanie helfen da gern aus. Auf freiwilliger Basis natürlich. Getränke verkaufen, ein Glücksrad und eine Schokokusswurfanlage betreiben. Im Prinzip sind es einfache Dinge, die hier Freude bereiten. Frohe Kinderaugen, wenn Sie den Schokokuss auffangen, das geht hier allen unter die Haut. Unter den Freiwilligen der Kompanie ist Obergefreiter Alexander Gottberg. Der 20-jährige könnte diesen Samstag auch mit seiner Freundin verbringen, doch für diese kleine Hilfsaktion nimmt er sich gerne Zeit. „Für mich ist es selbstverständlich zu helfen, wenn ich helfen kann. Es ist nur schwer den ersten Schritt zu machen.“ Aber für den ersten Schritt gibt es ja den Chef, Hauptmann Koch. Es ist der Motivationsfaktor für die Hilfsaktionen, das macht auch Obergefreiter Gottberg deutlich. „Der Chef bezieht uns alle mit ein, da hilft man gerne, das ist richtig ansteckend!“
Hauptmann Koch hat seine eigene Philosophie entwickelt: Helfen, wenn man helfen kann, aber sich dabei auf keinen Fall in den Vordergrund drängen. Heimlich, still und leise arbeiten, das ist sein Anliegen. Zum Beispiel so: Hilfsgüter vorbeibringen und ohne auf ein Dankeschön zu warten wieder wegfahren, so hilft er am liebsten.
Hoffentlich ist „die gute Tat“ so ansteckend, dass viele junge Menschen mit dem wohltuenden Virus infiziert werden.
Text/Fots: Major Matthias Frank, SanKdo II
 
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