Der Inspekteur des Heeres betonte, dass der Sanitätsdienst der Bundeswehr
im internationalen Vergleich einer der Besten ist. Trotz des Lobes - dem
Sanitätsdienst der Bundeswehr wird in der Zukunft mehr abverlangt werden.
Budde wünsche sich mehr gemeinsame Übungen und Ausbildungen sowie
eine noch engere Kooperation.
Weitere Impulse kamen auch von Prof. Dr. Jörg F. Debatin. Der Ärztliche
Direktor des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf präsentierte die
Regeln einer erfolgreichen Unternehmensführung. In seinen Vortrag zeigte
Prof. Debatin auf, dass militärische Führungsprozesse und strategisches
Management des zivilen Sektors sich nicht wesentlich unterscheiden. Deutlich
wurde, dass sich der zivile Gesundheitsmarkt deutlich verändert hat. Die
Konkurrenz nimmt hier deutlich zu und das hat maßgeblichen Einfluss auch
auf den Sanitätsdienst der Bundeswehr.
Auf den Spagat zwischen Einsatzausrichtung und zivilem Gesundheitsmarkt kam Generaloberstabsarzt
Dr. Jürgen Blätzinger zu sprechen. „Wir haben kein Leistungsdefizit,
ganz im Gegenteil, wir sind einer der best aufgestellten Sanitätsdienste
der Welt“, sagte der Befehlshaber des Sanitätsführungskommandos
mit seiner ganz persönlichen Diagnose zum Sanitätsdienst der Bundeswehr.
„Gerade die Bündelung aus der Einnahme neuer Strukturen im Transformationsprozess,
der gleichzeitigen Sicherstellung der uneingeschränkten Gesundheitsversorgung
und die ständigen Abstellungen für die Auslandseinsätze nehmen
die Personalressourcen des Sanitätsdienstes bis über die Belastungsgrenzen
hinaus in Anspruch“, so Dr. Blätzinger. Der Befehlshaber machte aber
auch klar: „Es wird keine Marschpause zur Erholung geben!“
Am dritten und schließlich letzten Tag stellte der Inspekteur des Sanitätsdienstes
die Schwerpunkte vor, die sich im Laufe des Lehrganges herauskristallisierten.
Bei den Zielvorgaben für die Entwicklung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr
ins Jahr 2012
nannte der Generaloberstabsarzt als notwendige Handlungslinien die Organisations-
und Strukturentwicklung, das Personalmanagement und die Personalentwicklung sowie
die fachliche Entwicklung.
Konkret heißt das für die Organisations- und Strukturentwicklung eine
Entfrachtung des Meldewesens, die Entlastung von Nebenfunktionen und die konsequente
Fortführung der Implementierung des Qualitätsmanagements auch in den
Sanitätseinrichtungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die notwendige Modifikation
der Führungsverantwortung für die Bundeswehrkrankenhäuser mit
dem Ziel einer zentralen fachlichen Koordinierungs- und Steuerungsfunktion. Kontrovers
wurde in den Workshops über die Optimierung der Studienbedingungen der Sanitätsoffizieranwärter
gesprochen. Hier wird kurzfristig eine Zentralisierung der Studienorte und die
Stärkung der Betreuungsoffiziere untersucht.
Für den Bereich des Personalmanagements und der Personalentwicklung forderte
der Inspekteur des Sanitätsdienstes eine höhere Planungssicherheit,
die auch die persönlichen Bedürfnisse im Sinne der Teilkonzeption „Vereinbarkeit
von Familie und Dienst“ berücksichtigt. Ein weiterer entscheidender
Baustein für das Gewinnen und Binden von Personal ist die strukturierte
Aus-, Fort- und Weiterbildung auf hohem fachlichen Niveau.
Für die Handlungslinie fachliche Entwicklung sei hier u.a. die Thematik „ambulantes
Operieren“ genannt.
Der höchste Repräsentant des Sanitätsdienstes machte die Bedeutung
der zukünftigen Herausforderungen klar und stellte die Relevanz der „Konsequenz
unseres Handelns“ heraus.
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Text: Uwe Henning, Foto: Christine
Grims (PIZ Sanitätsdienst) |