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 Zielvorgaben für den Sanitätsdienst
 Führungslehrgang des Sanitätsdienstes
München (eb) [23.10.08]. „Dieser Führungslehrgang wird sich deutlich von den bisherigen Lehrgängen unterscheiden“, kündigte Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath bereits bei seiner Eröffnungsrede an. An insgesamt drei Tagen wurden in zahlreichen Vorträgen, Einzelgesprächen und Diskussionen die Schwerpunkte herausgearbeitet, die es gilt, in den nächsten Jahren umzusetzen. Der Teilnehmerkreis der Veranstaltung an der Sanitätsakademie der Bundeswehr waren hochrangige Sanitätsoffiziere und Medizinialbeamte, die in herausgehobenen Führungsverwendungen im Sanitätsdienst der Bundeswehr wirken.
Der Inspekteur des Sanitätsdienstes der Bundeswehr verdeutlichte, dass es ihm um die Weiterentwicklung eines zukunftsfähigen, robusten, militärisch und fachlich etablierten Sanitätsdienstes geht. Ein Sanitätsdienst, der seinen Soldaten eine berufliche Heimat bietet und von dessen Leistungsfähigkeit die Land-/Luft- und Seestreitkräfte überzeugt sind. Dr. Nakath betonte, dass es ihm bei dieser Veranstaltung ausdrücklich um Impulse, um Kritik sowie um das Aufzeigen von Verbesserungspotentialen für den Sanitätsdienst der Bundeswehr gehe.
In diesem Zusammenhang sprach der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Hans-Otto Budde. Für den Generalleutnant war es eine “Herzensangelegenheit”, im Namen der Soldaten des Heeres dem Sanitätsdienst Dank für die „vorzüglichen“ Leistungen im In- und insbesondere im Ausland zu übermitteln. Für ihn hat die sanitätsdienstliche Versorgung im Einsatz höchste Priorität.
Gutgelaunte Inspekteure: Generaloberstabsarzt Dr. Kurt-Bernhard Nakath und Generalleutnant Hans-Otto Budde.
Foto: Grims
Der Inspekteur des Heeres betonte, dass der Sanitätsdienst der Bundeswehr im internationalen Vergleich einer der Besten ist. Trotz des Lobes - dem Sanitätsdienst der Bundeswehr wird in der Zukunft mehr abverlangt werden. Budde wünsche sich mehr gemeinsame Übungen und Ausbildungen sowie eine noch engere Kooperation.
Weitere Impulse kamen auch von Prof. Dr. Jörg F. Debatin. Der Ärztliche Direktor des Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf präsentierte die Regeln einer erfolgreichen Unternehmensführung. In seinen Vortrag zeigte Prof. Debatin auf, dass militärische Führungsprozesse und strategisches Management des zivilen Sektors sich nicht wesentlich unterscheiden. Deutlich wurde, dass sich der zivile Gesundheitsmarkt deutlich verändert hat. Die Konkurrenz nimmt hier deutlich zu und das hat maßgeblichen Einfluss auch auf den Sanitätsdienst der Bundeswehr.
Auf den Spagat zwischen Einsatzausrichtung und zivilem Gesundheitsmarkt kam Generaloberstabsarzt Dr. Jürgen Blätzinger zu sprechen. „Wir haben kein Leistungsdefizit, ganz im Gegenteil, wir sind einer der best aufgestellten Sanitätsdienste der Welt“, sagte der Befehlshaber des Sanitätsführungskommandos mit seiner ganz persönlichen Diagnose zum Sanitätsdienst der Bundeswehr.
„Gerade die Bündelung aus der Einnahme neuer Strukturen im Transformationsprozess, der gleichzeitigen Sicherstellung der uneingeschränkten Gesundheitsversorgung und die ständigen Abstellungen für die Auslandseinsätze nehmen die Personalressourcen des Sanitätsdienstes bis über die Belastungsgrenzen hinaus in Anspruch“, so Dr. Blätzinger. Der Befehlshaber machte aber auch klar: „Es wird keine Marschpause zur Erholung geben!“
Am dritten und schließlich letzten Tag stellte der Inspekteur des Sanitätsdienstes die Schwerpunkte vor, die sich im Laufe des Lehrganges herauskristallisierten.
Bei den Zielvorgaben für die Entwicklung des Sanitätsdienstes der Bundeswehr ins Jahr 2012
nannte der Generaloberstabsarzt als notwendige Handlungslinien die Organisations- und Strukturentwicklung, das Personalmanagement und die Personalentwicklung sowie die fachliche Entwicklung.
Konkret heißt das für die Organisations- und Strukturentwicklung eine Entfrachtung des Meldewesens, die Entlastung von Nebenfunktionen und die konsequente Fortführung der Implementierung des Qualitätsmanagements auch in den Sanitätseinrichtungen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die notwendige Modifikation der Führungsverantwortung für die Bundeswehrkrankenhäuser mit dem Ziel einer zentralen fachlichen Koordinierungs- und Steuerungsfunktion. Kontrovers wurde in den Workshops über die Optimierung der Studienbedingungen der Sanitätsoffizieranwärter gesprochen. Hier wird kurzfristig eine Zentralisierung der Studienorte und die Stärkung der Betreuungsoffiziere untersucht.
Für den Bereich des Personalmanagements und der Personalentwicklung forderte der Inspekteur des Sanitätsdienstes eine höhere Planungssicherheit, die auch die persönlichen Bedürfnisse im Sinne der Teilkonzeption „Vereinbarkeit von Familie und Dienst“ berücksichtigt. Ein weiterer entscheidender Baustein für das Gewinnen und Binden von Personal ist die strukturierte Aus-, Fort- und Weiterbildung auf hohem fachlichen Niveau.
Für die Handlungslinie fachliche Entwicklung sei hier u.a. die Thematik „ambulantes Operieren“ genannt.
Der höchste Repräsentant des Sanitätsdienstes machte die Bedeutung der zukünftigen Herausforderungen klar und stellte die Relevanz der „Konsequenz unseres Handelns“ heraus.
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Text: Uwe Henning, Foto: Christine Grims (PIZ Sanitätsdienst)
 
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