truppen.info: Truppe : Der Sanitätsdienst
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 Alles neu macht der Sanitätsdienst
 Truppe für die schlimmsten Situationen
Itzehoe (uz) [06.09.06]. Skatrunden, Kaffeetafel, Sonnenbank und Fitnessraum, so sehen die Kommandeure von Verbänden im Auslandseinsatz ihr Sanitätspersonal am Liebsten. Denn wenn die Sanitäter nichts zu tun haben, ist der Truppe nichts passiert. Der Organisationsbereich Sanitätsdienst hat in den vergangenen Jahren wohl die größte Veränderung seit Bestehen der Bundeswehr gemeistert. Herausgelöst aus den klassischen Teilstreitkräften Heer, Luftwaffe und Marine entstand für den Sanitätsdienst ein eigener Organisationsbereich, der auch über einen eigenen Inspekteur verfügt.
Mit dem zunehmenden Auslandsengagement der Bundeswehr wachsen auch die Herausforderungen vor denen dieser Organisationsbereich steht. Der Auftrag des Sanitätsdienstes klingt einfach: "Zentraler Auftrag des Sanitätsdienstes ist es, die Gesundheit der Soldatinnen und Soldaten zu schützen zu erhalten oder wieder herzustellen." Die Umsetzungen dieser Aufgaben wird von der Reduzierung des Personals in der aktuellen Umstrukturierungsphase weiter erschwert. Nur etwa 25.000 Soldatinnen und Soldaten werden künftig die Aufgaben wahrnehmen müssen, die an den Sanitätsdienst herangetragen werden.
Diese Personalstärke wird vor allem durch die Auflösung einer Führungsebene und mehrerer Bundeswehrkrankenhäuser erreicht. Als Führungsebene werden die Leitsanitätszentren aufgelöst.
Praxiserfahrung und Routine wird zunehmend von Angehörigen des Sanitätsdienstes gefordert. Die "Sanis" schieben längst keine "ruhige Kugel" mehr. Auch die Kooperation mit zivilen Rettern muss zunehmend trainiert werden.
Diese Kommandoebene war bisher zwischen den vier Sanitätskommandos und den Standortsanitätszentren angesiedelt. Künftig werden die Sanitätskommandos direkt bis in die einzelnen Standorte in mehreren Bundesländern, für die sie zuständig sind, befehlen.
Schmerzlicher wird für die Bundeswehr und die Versorgung ihrer Soldaten sicherlich die Aufgabe von gleich drei Bundeswehrkrankenhäusern bis zum Jahr 2010 sein. Die Häuser in Amberg, Hamm und Leipzig, eines der jüngsten Krankenhäuser der Bundeswehr, werden geschlossen. Ein weiteres Krankenhaus, das in Bad Zwischenahn hat kürzlich mit dem Spatenstich für einen gemeinsamen Neubau mit der kommunalen Ammerlandklinik einen neuen Weg eingeschlagen, um sich für bestimmte Aufgaben zu spezialisieren. Auch der Vorteil dieser Kooperation wird sich an der Zahl der Dienstposten messen lassen. Die Kooperation der Kliniken spart zusätzliche Ressourcen. Die sind, wenn man dem jüngsten Bericht des Wehrbeauftragten glauben schenkt, in Bundeswehrkrankenhäusern ohnehin mehr als knapp. Operationen mussten verschoben und abgesagt werden, weil das notwendige Personal in Auslandseinsätzen gebunden war, Operationssäle blieben leer. Eine Sorge, die die Verantwortlichen schon länger plagt.
Modern und doch "nur"ein Container: Behandlungsraum in einem Feldlazarett.
Foto: privat
Nahezu in jedem Einsatzgebiet betreibt die Bundeswehr ein Feldlazarett, den Soldaten wird damit die Versorgung gesichert, wie sie auch in einem durchschnittlichen Kreiskrankenhaus in Deutschland ermöglicht wird. Und das gerade auch jetzt, wenn dieser Tage auf der Achse Berlin – New York – Beirut über das nächste Engagement der Bundeswehr und damit auch des Sanitätsdienstes verhandelt wird.
Zunehmend werden die deutschen Feldlazarette auch von Angehörigen verbündeter Streitkräfte in Anspruch genommen. Die Bundeswehr genießt vor allem hier einen ausgezeichneten Ruf.
Schon seit Jahren scherzen Soldaten, dass sie, wenn sie optimale ärztliche Versorgung genießen wollten, sich wohl für einen Auslandseinsatz melden sollten. So weit ist es Dank zunehmender Vertragsärzte in den Krankenrevieren noch nicht gekommen.
Ärzte und Chirurgen der Bundeswehr sind gefragt, nicht zuletzt auch bei Katastrophen im In- und Ausland. Noch im März wurde mit der Luftwaffe und mit zivilen Rettungskräften im großen Stil der Umgang und die Versorgung von einer großen Anzahl Verletzter nach einem Unglück sowie der Unterbringung in den Krankenhäusern der Region geübt. Die Leistungsfähigkeit des Sanitätsdienstes bewies sich auch bei der Tsunami-Katastrophe an Weihnachten 2004 innerhalb kürzester Zeit waren die Rettungskräfte mit den speziellen Airbus-Rettungsflugzeugen und auch dem Lazarett des Einsatzgruppenversorgers "Berlin" der Marine hilfsbereit vor Ort.

Sicherstellung wird schwierig: Versorgung und Operation in einem Bundeswehrkrankenhaus.
Auch im Hintergrund ist der Sanitätsdienst der Bundeswehr vertreten, auch wenn alle hoffen, dass er gar nicht benötigt wird: Beim Papstbesuch im Jahr 2005 stellten die Soldatinnen und Soldaten ein Lazarett bereit und natürlich waren sie auch während der Fußball-Weltmeisterschaft bereit, um den zivilen Rettungskräften im Falle eines Falles zur Seite zu stehen.
Deutlicher als in anderen Organisationsbereichen wird beim Sanitätsdienst, dass die Bundeswehr vor der Aufgabe steht, mit deutlich weniger Personal größere Herausforderungen als bisher zu bewältigen.
Das wirkt sich im Bereich des Sanitätsdienstes auch auf die Ausrüstung aus. Neben "Krankenhaus-Modulen", die moderner und zugleich aber auch beweglicher sind, verändert sich vor allem auch der Fahrzeugpark. War man vor zehn Jahren noch davon ausgegangen, dass die vorhandenen Fahrzeuge auf der Basis des LKw 2 Tonnen "Unimog" und die in den Einheiten verfügbaren Omnibusse für die Anforderungen an den Verwundetentransport ausreichen, sieht es heute ganz anders aus. Durch die Ausweitung der Anforderungen außerhalb der Grenzen der Bundesrepublik wurden diese beiden Hauptstützen nahezu unbrauchbar. Der klassische "KRKw" (Kranken und Rettungskraftwagen) wird heute vorwiegend noch auf Truppenübungsplätzen eingesetzt.

Der Duro III ist auf dem Vormarsch, hier allerdings in der Polizei-Version.
Foto: Bessel
Die Omnibusse sind durch die Privatisierung des Fuhrparks durch die Bundeswehr Fuhrpark GmbH in der Truppe ohnehin so gut wie nicht mehr verfügbar.
Mit dem gepanzerten Duro III erhält der Sanitätsdienst in den kommenden Jahren einen flexiblen und sicheren Transporter, der auch optimal für den Krankentransport geeignet ist Bewährt haben sich die Fahrzeuge der österreichischen und schweizerischen Streitkräfte, die auf einer ähnlichen Basis aufgebaut sein, bereits in vielen Einsätzen.

Zur Sache kann es für das Sanitätspersonal der Bundeswehr in den Einsatzgebieten gehen, das spiegelt sich auch bei den Übungsszenarien, so wie hier bei einer Übung im Kosovo wieder.
 Archiv: Alles neu macht die Streitkräftebasis
 Archiv: Alles neu macht das Heer
 Archiv: Alles neu macht die Luftwaffe
 Archiv: Alles neu macht die Marine
 
Anzeigen
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Kreuzfahrt-Schn�ppchen
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info