Appen/Hamburg (uz) [08.10.07].
In der Halle auf dem ehemaligen Fliegerhorst in Appen, der
heute die Unteroffizierschule der Luftwaffe beherbergt, wird es langsam
eng. Ehemalige Flieger der Bundeswehr stehen hier dicht bei dicht.
Stabsfeldwebel Hagen Hamm und seine Kameraden in der Reservistenkameradschaft
Flugdienst pflegen unter anderem zwei Dornier Do28. Eine der Maschinen
ist sogar für Passagierflüge zugelassen. Auch eine Do 27
gehört zum „Bestand“. Den Kreis in der Reservistenkameradschaft
bilden Flugbegeisterste, vor allem in den Dienstgradgruppen der Unteroffiziere
und Mannschaften. Sie warten, pflegen und fliegen die Oldtimer, die
sich längst aus den Beständen der Bundeswehr verabschiedet
haben.
Regelmäßig sind sie mit ihren „guten Stücken“ unterwegs.
Zuletzt bei den Airport Days Hamburg oder bei den Jubiläumsfeierlichkeiten
des Lufttransportgeschwaders 61 im bayerischen Penzing. Die „Reservisten
mit ihren fliegenden Kisten“ sind ein wahrer Publikumsmagnet, wenn sie
ein „Static Display“, eine Flugzeugausstellung ergänzen.
Gut besucht waren die Flieger auch bei den Airport Days Hamburg. Ehemalige
Soldaten schwärmten von ihrer Dienstzeit, die sie mit den Dorniers
verbracht hatten. Viele nutzten das Gespräch mit den Reservisten
zum Erfahrungsaustausch. Eingeprägte Erinnerungen lebten auf. „Die
möchte ich noch mal aus der Nähe sehen“, schwärmt
ein älterer Herr, der seinen Enkel „im Schlepptau hat“ beim
Anblick der Flieger. 10 Jahre lang ist er sie selbst geflogen, die
Do 28.
Gerne folgen die Mitglieder der Reservistenkameradschaft den
Einladugen zu Luftfahrtveranstaltungen. Doch das größte
Engagement bringen die Männer hinter dem Zaun der Appener Marseille-Kaserne
ein. „Auf eine Flugstunde folgt automatisch ein Vielfaches an
Wartungsarbeiten“,
erzählt Hagen Hamm. Wie in jedem anderen Verein teilen sich die
Flugbegeisterten die Arbeit, die in der Halle und an den Maschinen
anfällt. Nicht alle Mitglieder der Kameradschaft kommen aus der
Fliegerei, viele haben beispielsweise ihre Berufung in der
Technik gefunden. Mit einem Flugzeug sei es nicht so, wie
mit einem Auto, betont
Hamm: „Wenn man es richtig pflegt geht es auch nicht kaputt“,
sagt er und fügt stolz hinzu: „Wir lieben unsere Flieger!“
Die einzige Unterstützung, die die Reservistenkameradschaft Flugdienst
von der Bundeswehr erhält, ist die Halle. Für die Betriebskosten,
wie Heizung und Strom in ihrem „Vereinsheim“ muss der Verein
ebenso aufkommen, wie für die Betriebskosten und den Unterhalt
der Maschinen. Die Mitgliedschaft ist also nicht nur zeitintensiv.
Die ehemaligen Soldaten haben die Freude am Fliegen zu ihrem außergewöhnlichen
Hobby gemacht. Freunde des Vereins oder Neugierige können schon
auch in den Genuss des Fliegens kommen.
Das Augenmerk der Reservistenkameradschaft geht aber weit über
die Dornier-Veteranen und über einige betagten, olivgrünen
Fahrzeuge hinaus. Aus dem Cockpit eines Transporthubschraubers vom
Typ Bell UH1D soll in Appen beispielsweise schon bald ein Flugsimulator
entstehen.
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