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 Der „Aha-Effekt“ an der Weltkarte
 Ein Stabsoffizier des Heeres taucht in die Welt der Marine ein
Glücksburg (uz) [04.01.10]. Blau ist die vorherrschende Farbe der Uniformen im Flottenkommando in Glücksburg. Das Hauptquartier der Deutschen Marine ist die Dienststelle, in der Oberstleutnant der Reserve Sören Lingenberg im Verbindungskommando des Heeresführungskommandos zur Flotte seine Wehrübungen absolviert. Mit seiner grauen Uniform sticht Lingenberg besonders aus denen der Kameraden heraus, mehr als die Kameraden im Büro der Luftwaffe, die nur einen Raum weiter sitzen.
2007 leistete Lingenberg erstmals eine Wehrübung im Flottenkommando. Damals habe man dringend Reservisten für das kleine Verbindungskommando gesucht und er habe bei dem Angebot spontan zugesagt. Seit damals ist Lingenberg und ein weiterer Reservist immer dann zur Stelle, wenn es um Urlaubsvertretungen oder die Überbrückung anderer Vakanzen geht.
Auch als Wehrübender Verbindungsoffizier wird er, wie er betont, herzlich in Glücksburg aufgenommen. „Es ist wohl eine Marine-Eigentümlichkeit, dass man sehr offen gegenüber anderen ist“, beschreibt er seine Erfahrungen. Die graue Uniform im Meer der blauen Jungs unterstützt das wohl. Es gebe, so erklärt der Oberstleutnant, keine Schwierigkeiten mit Kameraden ins Gespräch zu kommen. Und ein Lob der besonderen Art wurde Oberstleutnant Lingenberg auch schon zu Teil. Er wurde bereits angesprochen, ob er der Nachfolger des Dienstposteninhabers sei. „Wenn man so lange nach der Entlassung noch für einen aktiven Soldaten gehalten wird, ist das schon ein Lob“, freut sich Lingenberg. Durch die regelmäßige und wiederholte Tätigkeit in Glücksburg ist die Einarbeitungszeit aber auch recht kurz geworden. „Eine halbe Stunde am Rechner reicht mir eigentlich, um wieder auf den aktuellen Stand zu kommen“, erzählt Lingenberg.
Regelmäßig an einem fremden Schreibtisch: Sören Lingenberg.
Fotos: Zeitter
Bei seiner ersten Wehrübung im Flottenkommando hat Lingenberg damals auch einen ersten dienstlichen Berührungspunkt mit der Marine gehabt. Als willkommenen Blick über den Tellerrand genießt Sören Lingenberg seine Wehrübungstätigkeit. Die weltweiten Einsatzszenarien der Marine, die in Glücksburg auf einer großen elektronischen Weltkarte dokumentiert werden, haben ihre Wirkung auf den Wehrübenden damals wie heute nicht verfehlt. „Das war beim ersten Mal ein besonderes ’Aha-Erlebnis’“, schildert er seine Eindrücke und fügt hinzu, dass dieser Eindruck sein Verständnis für die Einsätze der Deutschen Marine mitgeprägt und gefördert habe.
Pausengespräch: Der Heeresoffizier findet oft einen interessanten Gesprächspartner.
Das zweiköpfige Verbindungskommando hat unterschiedliche Aufgaben und Schwerpunkte. Die Arbeit im Verbindungskommando, das hat Oberstleutnant Lingenberg schnell gelernt, ist eine Bringschuld des Dienstposteninhabers. „Einfach nur im Büro sitzen hilft nicht weiter“, erklärt er. Neben der Einbringung der Interessen des Heeresführungskommandos oder die Bearbeitung von Anfragen an die Marine ist vor allem auch das Wissen des Heeresoffiziers gefragt. „Oft sind es gerade Fragen, die die Expertise der Artillerie betreffen“, weiß Lingenberg und ist stolz, wenn er helfen kann. Als Verbindungsoffizier und damit als Bindeglied ist der Dienstposteninhaber immer dann gefragt, wenn es darum geht, die „Marinemeinung“ für das Heer „einzuholen“ oder umgekehrt. Der sogenannte Dauerterminkalender ist eher überschaubar. Der Verbindungsoffizier nimmt regelmäßig am Briefing der Abteilungsleiter teil und hat eine wöchentliche Meldung zu verfassen.
Die Arbeitswelt der Marine sei schon ganz anders, berichtet der gelernte Artillerist und ergänzt: „Nicht besser und nicht schlechter, sondern einfach anders!“ Inzwischen kennt er viele der Kameraden aus den vergangenen Wehrübungen und weiß, wo er in den Informationsfluss einsteigen kann. Auch viele andere Reservisten, die regelmäßig in das Flottenkommando kommen, kennt er mittlerweile. „Wir freuen uns schon immer auf ein Zusammentreffen.“ Bei der Marine fühle er sich aber sehr wohl, betont Lingenberg und genießt, dass er mit regelmäßigen Wehrübungen diesen Blick über den Tellerrand werfen darf.
Berührungspunkte aus dem Zivilberuf. Sören Lingenberg (links) mit dem Befehlshaber der Flotte, Vizeadmiral Hans-Joachim Stricker (rechts), der als Schirmherr des Gorch Fock Marathon 2009 fungierte.
Der Blick über den Tellerrand dient übrigens nicht nur der Befriedigung der eigenen Neugierde, Sören Lingenberg nimmt viele Elemente dieser „Marine-Expertise“ mit in seinen zivilen Beruf. Als Referent für Öffentlichkeitsarbeit der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung in der Bundesrepublik Deutschland e.V. (EAS) kommt er regelmäßig mit der Bundeswehr in Berührung. Der Verein unterstützt die Bundeswehr, wenn es um die Betreuung, insbesondere die Freizeitgestaltung der Soldaten geht. Längst hat Sören Lingenberg gelernt, dass es bei der Marine da oft einen ganz anderen Bedarf gibt. „Wir haben kürzlich der Besatzung einer Fregatte mit der Finanzierung eines Servers geholfen, um die Kommunikation mit der Heimat per E-Mail zu erleichtern“, freut sich Lingenberg. Federführend ist der Reservist aber beispielsweise auch für den „Wilhelmshavener Gorch-Fock-Marathon“, der von der EAS mitveranstaltet wird und die offiziellen Bundeswehr-Meisterschaften im Marathon enthält, tätig.
 
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