Mittelmeer (eb) [04.06.10]. Die Fregatte "Niedersachsen" hat
auf dem Weg von Sewastopol nach Valencia den
Kanal von Korinth passiert. Während die beiden anderen Schiffe
des Einsatz- und Ausbildungsverbandes 2010 - die Fregatte "Brandenburg" und
der Einsatzgruppenversorger "Frankfurt am Main" - den
um 400 Seemeilen längeren Weg südlich um die Halbinsel
Peloponnes herum nahmen, kürzte die Fregatte "Niedersachsen" die
Strecke durch den von Menschenhand in den Fels geschlagenen
Kanal ab. Als einziges Schiff des Verbandes erfüllte die
Fregatte der Klasse 122 die Anforderungen an Breite (14,6 Meter)
und Tiefgang
(6 Meter).
Der Kanal von Korinth wurde im Jahre 1893 fertig gestellt,
ist 6.343 Meter lang und an der schmalsten Stelle 18,30
Meter breit. Er trennt das griechische Festland von der Halbinsel
Peloponnes und verbindet so die Ägäis mit dem Golf
von Korinthiakos.
Um 14.38 Uhr war es soweit: Die Einfahrt
an der Ostseite des Kanals war erreicht. Langsam war
die Spannung auf der
Brücke
spürbar, handelte es sich doch um eine außergewöhnliche
navigatorische Herausforderung. Je dichter der Kanal
kam, desto schmaler wirkte er. Fast die gesamte Besatzung hatte
sich an
Oberdeck versammelt, kaum einer wollte sich dieses
einzigartige Erlebnis entgehen lassen. Links und rechts ragten
bereits die
Felswände bis zu 80 Meter in die Höhe, die Navigation
meldete 1,2 Meter Wasser unter dem Kiel. An Umkehren
war nicht mehr zu denken. An der schmalsten Stelle der Passage
waren keine
zwei Meter Platz zu jeder Seite und gefühlt gerade einmal
die sprichwörtliche Handbreit Wasser unter dem Kiel.
Genau
eine halbe Stunde später wurde es wieder heller:
Um 15.08 Uhr öffneten sich die Felswände zu beiden
Seiten, der Ausgang an der Westseite des Kanals, und
damit der Golf von Korinthiakos, war erreicht. |