Kiel (eb) [21.06.09]. Wer während der Kieler Woche
seinen Blick über die Förde schweifen lässt, wird
auf der Mole des Marinearsenals Kiel einen Bundeswehr-Lkw
mit einem großen Radar sowie zwei große Container
mit einem Radar und zahlreichen bis zu zwölf Meter hohen
Antennen sehen. Vom 15. bis 25. Juni wird dort das sogenannte
LEXXWAR-System
("Longterm Experimental Setup For Asymmetrics Warfare")
getestet. "Frei übersetzt handelt es sich um die Stammzelle
künftiger Schutzsysteme gegen asymmetrische und terroristische
Bedrohungen", sagt Fregattenkapitän Uwe Ziewitz vom
zuständigen Marineamt aus Rostock. Marine will mit dem Projekt überprüfen,
wo die Grenzen der See- und Luftraumüberwachung liegen. Da
während der Kieler Woche unzählige Wasser- und Luftfahrzeuge
unterwegs sind, bietet sich dieses Großereignis für
eine Testreihe an. Mit diesem Radar werden die Fahrzeuge
erfasst und als Punkte auf einem Bildschirm dargestellt.
In den neun Tagen
wird geprüft, wie viele Objekte maximal erfasst werden können
und ab welchem Fahrzeugaufkommen das Radarsystem eventuell überlastet
ist.
Das Radarsystem besteht aus einem Luftraumüberwachungsradar
(LÜR) des Heeres und einem LEXXWAR-System der Marine. Das
Radar wird nur über die Förde abstrahlen. Für
Anwohner und Besucher der Kieler Woche besteht keine
Gefahr. "Es
handelt sich um Radarstrahlen, wie sie von jedem Schiffsradar
benutzt werden", sagt Ziewitz. Das System wird vom 15.
bis 19. Juni aufgestellt und überprüft. Dann werden
bis zum 23. Juni Daten an der Mole des Arsenals Kiel
und vom 24. bis 25. Juni an der Mole des Munitionsdepots
Jägersberg
gesammelt. Wenn die Tests erfolgreich sind, kann das
System zu einer besseren Luft- und Seeraumüberwachung in
der Bundeswehr beitragen. Sei es zur Seenotrettung
oder zur Abwehr
von asymmetrischen und terroristischen Bedrohungen.
Damit wird auch die Sicherheit
der eigenen Soldaten im Einsatz weiter verbessert. |