Eckernförde
(eb) [20.12.08]. Minentaucher der Deutschen Marine machen eine
nicht ganz alltägliche Arbeit: Sie entschärfen Seeminen,
Bomben und andere Sprengsätze auch unter schwierigsten Bedingungen. "Manchmal
können wir unter Wasser nicht viel sehen. In der Ostsee zum Beispiel
beträgt die Sichtweite oft nur wenige Zentimeter. Da müssen
wir alles mit unseren Händen ertasten", sagt Hauptbootsmann
Stefan Müller (Name geändert) von der Minentaucherkompanie
in Eckernförde. Er ist ein erfahrener Mann. Seit 1990 gehört
der 40 Jahre alte Berufssoldat zu den rund 50 aktiven Minentauchern
der Deutschen Marine. In seinen Einsätzen ist Müller weit
herumgekommen - nach Bosnien und Herzegowina sowie nach Zypern. In
den USA war er auch schon - zwei Jahre lang als Austausch-Minentaucher. Überall
wo die Bundeswehr im Einsatz ist, räumen die Minentaucher der
Marine Gefahren für ihre Kameraden aus dem Weg - unter Einsatz
ihres eigenen Lebens. Damit die Arbeit der Minentaucher zumindest
unter Wasser sicherer werden kann, ist in der Minentaucherkompanie
seit Januar 2007 ein neues Gerät im Einsatz: Das Autonome Unterwasserfahrzeug
(AUV) "Remus 100". Dabei handelt es sich um ein torpedoartiges
Gerät - eine Tauchdrohne, die eine vorprogrammierte Fläche
am Meeresgrund über viele Stunden autonom und ohne Verbindung
zur Wasseroberfläche absuchen kann. "Das AUV kann bis
zu 100 Meter tief tauchen und wird so zum verlängerten Arm der Minentaucher", sagt Fregattenkapitän
Fritz-Rüdiger Klocke vom Marinehauptquartier in Glücksburg.
Er stellt klar, dass sich das Gerät derzeitig noch in der Erprobung
befindet und noch nicht in die Bundeswehr eingeführt worden
ist. "Die Drohne wird unsere Minentaucher auch niemals ersetzen
können", sagt er. Die ersten Ergebnisse der Erprobung
beeindrucken jedoch Minentaucher und Marineführung. Die Marine
hält eine Beschaffung deshalb für sinnvoll. Bisher verfügen
innerhalb der Nato unter anderem die Niederlande, Belgien, die USA
und Großbritannien über die moderne Tauchdrohne "Remus".
Ihre Vorteile liegen auf der Hand. "Remus kann mit einem einzigen
Arbeitsgang Daten über Wassertiefe, Wassertemperatur und den
Salzgehalt liefern. Außerdem fertigt das AUV unter anderem
Sonarbilder und Seekarten", sagt Klocke und zeigt Bilder der
Drohne, auf denen Minen fast wie auf einem Foto unter Wasser zu
erkennen sind und ergänzt: "Wir haben einen Hafen in einer
Größe von vielen 100.000 Quadratmetern in nur knapp acht
Stunden abgesucht. Pro Stunde schaffte Remus eine Grundfläche
von mehreren Fußballfeldern. Minentaucherteams schaffen dies
bei Weitem nicht." |