Die neuen Korvetten sind neben den Unterseebooten vom Typ 212 A
ein weiterer Schiffstyp, bei dem bereits eine Besatzung in der Erprobungsphase
an Bord ist. So können Mängel, wie die genannten noch
vor der Übernahme der Einheiten durch die Marine erkannt und
beseitigt werden. Zugleich können die Erfahrungen beim Bau
der Schwesterschiffe „Magdeburg“, „Erfurt“, „Oldenburg“ und „Ludwigshafen
am Rhein“ berücksichtigt werden. Für den künftigen
Kommandanten sind die Verzögerungen der letzten Monate ärgerlich,
wie er zugibt, aber dennoch auch wichtig: Wenn man einen neuen Schiffstyp
auf Herz und Nieren teste, könne es auch einmal länger
dauern, wie er selbst schmerzlich feststellen mußte. Alles
in allem, gehe es aber natürlich nur um ein Ziel, wie er ergänzt: „...der
Marine eine Korvette abzuliefern, die den gewünschten Spezifikationen
entspricht“, betont Fregattenkapitän Herbst.
Nur wenige Tage nach der Indienststellung geht die Testphase für die „Braunschweig“ weiter.
Mit der sogenannten „Warmwasser-Erprobung“ im Roten Meer steht der
Korvette eine erste größere Fahrt bevor. Der Kommandant und seine
Männer und Frauen hegen bereits eine gewisse Vorfreude auf die Stationen
in Palma (Spanien), Tarent (Italien), Eilat (Israel), Aquaba (Jordanien), Valetta
(Malta) und La Coruna (Spanien), die im Rahmen dieser Reise angelaufen werden.
Im Herbst wird das Boot dann erneut die Werft anlaufen, um Garantie-Werftliegezeiten
zu absolvieren. Erst dann muss sich die Besatzung um Axel Herbst auch auf Missionen
in den Einsatzregionen der Marine einstellen.
Die Korvetten verfügen durch ihre Form über Stealth-Eigenschaften,
das heißt, dass sie durch ihre Form für Radar- und Infrarot-Aufklärungsmittel
schwer erkennbar bleiben. In Größe und Verwendungsspektrum schließen
die Korvetten die Lücke zwischen den kleineren Schnellbooten und den größeren
Fregatten. Mit beiden Typen sind die Boote der „Braunschweig“-Klasse
aber nicht zu vergleichen. Trotz ihrer Größe und Besatzungsstärke
ist den Korvetten kein erster Offizier zugewiesen, sie werden daher als Boote
bezeichnet. |