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 Was lange währt...
 Korvette „Braunschweig“ wird in Dienst gestellt
Itzehoe (uz) [13.04.08]. Mit reichlich Freude und Optimismus präsentierte die Deutsche Marine im Dezember 2006 ihren nächsten Neuzugang. Die „Braunschweig“ das Typ-Schiff der neuen Korvetten in der „Braunschweig“-Klasse (K 130) hatte damals erstmalig das Revier des Hamburger Hafens verlassen und steuerte im Rahmen der Erprobung erstmals den künftigen Heimathafen Warnemünde an. Nach Abschluß der Erprobungen sollte das Boot rund sechs Monate später in Dienst gestellt werden.
Diese Indienststellung steht nun, rund eineinhalb Jahre später, bevor: Am Mittwoch wird die Einheit durch Staatssekretärs Thomas Kossendey mit dem Befehl "Heiß Flagge und Wimpel!" offiziell das jüngste Kind der Deutschen Marine. Das Zeremoniell wird am Kreuzfahrerterminal in Warnemünde vollzogen.
Ausgelöst wurde die Verzögerung bei der Indienststellung, die sich auch auf die anderen, im Bau befindlichen, Einheiten auswirkt, durch eine Reihe technischer Pannen und notwendiger Verbesserungen. Probleme mit einer Antriebswelle und der Ruderanlage haben es sogar teilweise notwendig gemacht, dass Ersatzteile von den Schwesterschiffen eingebaut wurden. Bei einer Passage des Nord-Ostsee-Kanals ist es beispielsweise zu einer Havarie durch eine Grundberührung gekommen. Im Rahmen der Verbesserungen werde, so berichtet Fregattenkapitän Axel Herbst, der am Mittwoch das Kommando über die erste Korvette übertragen bekommt, unter anderem ein Bugstrahlruder zu besseren Manöverierung eingebaut. „In naher Zukunft“, wie es der Kapitän im Interview mit truppen.info vorsichtig formuliert. Außerdem soll die Korvette mit Blick auf die Verwendungen in den Einsatzregionen ein zweites Speedboot erhalten, das unter anderem dem Schutz der Einheit in Krisenregionen dienen wird.
Die Korvette "Braunschweig" auf Kurs zur Indienststellung.
Foto: Zeitter
Die neuen Korvetten sind neben den Unterseebooten vom Typ 212 A ein weiterer Schiffstyp, bei dem bereits eine Besatzung in der Erprobungsphase an Bord ist. So können Mängel, wie die genannten noch vor der Übernahme der Einheiten durch die Marine erkannt und beseitigt werden. Zugleich können die Erfahrungen beim Bau der Schwesterschiffe „Magdeburg“, „Erfurt“, „Oldenburg“ und „Ludwigshafen am Rhein“ berücksichtigt werden. Für den künftigen Kommandanten sind die Verzögerungen der letzten Monate ärgerlich, wie er zugibt, aber dennoch auch wichtig: Wenn man einen neuen Schiffstyp auf Herz und Nieren teste, könne es auch einmal länger dauern, wie er selbst schmerzlich feststellen mußte. Alles in allem, gehe es aber natürlich nur um ein Ziel, wie er ergänzt: „...der Marine eine Korvette abzuliefern, die den gewünschten Spezifikationen entspricht“, betont Fregattenkapitän Herbst.
Nur wenige Tage nach der Indienststellung geht die Testphase für die „Braunschweig“ weiter. Mit der sogenannten „Warmwasser-Erprobung“ im Roten Meer steht der Korvette eine erste größere Fahrt bevor. Der Kommandant und seine Männer und Frauen hegen bereits eine gewisse Vorfreude auf die Stationen in Palma (Spanien), Tarent (Italien), Eilat (Israel), Aquaba (Jordanien), Valetta (Malta) und La Coruna (Spanien), die im Rahmen dieser Reise angelaufen werden. Im Herbst wird das Boot dann erneut die Werft anlaufen, um Garantie-Werftliegezeiten zu absolvieren. Erst dann muss sich die Besatzung um Axel Herbst auch auf Missionen in den Einsatzregionen der Marine einstellen.
Die Korvetten verfügen durch ihre Form über Stealth-Eigenschaften, das heißt, dass sie durch ihre Form für Radar- und Infrarot-Aufklärungsmittel schwer erkennbar bleiben. In Größe und Verwendungsspektrum schließen die Korvetten die Lücke zwischen den kleineren Schnellbooten und den größeren Fregatten. Mit beiden Typen sind die Boote der „Braunschweig“-Klasse aber nicht zu vergleichen. Trotz ihrer Größe und Besatzungsstärke ist den Korvetten kein erster Offizier zugewiesen, sie werden daher als Boote bezeichnet.
Interview mit dem designierten Kommandanten, Fregattenkapitän Axel Herbst
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