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Symbol
für Fernweh und Seefahrerromantik |
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Das Segelschulschiff der Deutschen Marine wird 50 |
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Aufbruch zur großen Fahrt: Auf der „Gorch Fock“ müssen den Kadetten, den Offizieranwärtern der Marine „Seebeine“ wachsen.
Fotos: Zeitter |
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Kiel/Itzehoe
(uz) [03.05.08]. Wo immer sie auftaucht, zieht sie die Aufmerksamkeit
auf sich. Das Segelschulschiff „Gorch Fock“ ist wohl das
bekannteste Schiff der Deutschen Marine. Traditionell ist sie das
Flaggschiff der Kieler Woche und führt die Windjammerparade an.
Um so größer ist die Enttäuschung, wenn die „Gorch
Fock“, wie während der Amerika-Reise im vergangenen Jahr,
nicht zur Verfügung stehen kann. Die Besuchertage, egal ob sie
im In- oder Ausland sind, ziehen Massen an Bord des Großseglers.
Die „Gorch Fock“ steht für Fernweh und Seefahrerromantik.
Dabei weckt sie bei allen, die mit ihr fahren müssen, durchaus
geteilte Meinungen. Alle Offizieranwärter der Marine nehmen an
einer Ausbildungsreise teil. Im Vorfeld ist es für die einen
ein Traum, während den anderen das blanke Grausen beim Gedanken
an die Fahrt ins Gesicht geschrieben steht.
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Im
Vordergrund der Arbeit auf der „Gorch Fock“ steht
weniger die Romantik als die Ausbildung. Natürlich dient
das Schiff auch als Botschafter der Bundesrepublik und die Planung
der Reisen findet durchaus auch nach diplomatischen Vorgaben statt,
aber der Dienst an der „Häppchen-Front“ ist Nebensache.
Für die Reisen, die rund zwei Jahre im Voraus geplant werden,
spielen viele Faktoren eine Rolle. Beispielsweise die Windverhältnisse
in der entsprechenden Jahreszeit. Eine Route gegen die vorherrschende
Windrichtung ist mit der Dreimastbark unsinnig. Aber auch die
zeitlichen und geographischen Einschränkungen, die durch
die vorgegebenen Lehrgangswechsel entstehen, müssen berücksichtigt
werden.
Unterrichte und vor allem der Dienst an Bord sind wichtig. Aus Sicht des Kommandanten
ist es eher das Letztere: „Unterricht kann man ja fast überall machen,
dazu braucht man nicht unbedingt ein Schiff“, räumt Kapitän zur
See Norbert Schatz ein. Der 51jährige hat seit Februar 2006 das Kommando über
die „Gorch Fock“. Gut acht Jahre ist er zwischenzeitlich auf ihr
gefahren und weiß, worauf es ankommt. Das beengte Leben an Bord, das Arbeiten
im Team und das Bewältigen der Naturgewalten sind einige der Hauptpunkte,
die Kapitän zur See Schatz und seine Stammbesatzung den Kadetten zu vermitteln
haben. |
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| Dienst auf der Gorch Fock verbindet Fernweh und Sehfahrerromantik,
ist aber nichts für schwache Nerven. |
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Für viele der Lehrgangsteilnehmer ist
es die erste Phase im Leben,
ohne ein eigenes Zimmer zu haben. „Man muss sich im Alltag im Deck mit
anderen arrangieren“, erläutert Schatz, dass man auf dem Schiff nie
allein ist: „selbst auf der Toilette ist meistens jemand nebenan.“ Ein
Viertel der Mannschaft ist immer zur Wache eingeteilt. 20-30 Mann werden mindestens
gebraucht, um das Schiff zu segeln, 80 sind es, um alle Segel setzen zu können.
Nur jede vierte Nacht ist komplett frei. Dazu kommen zwei Unterrichtsblocks über
den Tag. Wer keinen Unterricht und keine Wache hat, hat frei und kann machen
was er will. Der Kommandant schmunzelt und spielt auf die harte körperliche
Belastung für die Soldatinnen und Soldaten an: „Machen was man will – das
ist üblicherweise schlafen!“ Auf der „Gorch Fock“ kann
ein Maximum an Personal vernünftig und fordernd beschäftigt werden,
betont Schatz. Technische Hilfsmittel, wie eine Hydraulik, die beim Segelsetzen
unterstützt, gibt es auf dem Segelschulschiff bewußt nicht. Das gehe
alles nur mit Muskelkraft erzählt der Kapitän und fügt hinzu,
dass man zusätzlich noch den inneren Schweinehund überwinden müsse.
Immerhin ist der höchste Arbeitsplatz auf der „Gorch Fock“ bei
43,5 Metern. Der Seegang erschwert die Arbeit in der Takelage zusätzlich. |
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| Hochglanz und absolute Ordnung herrschen auf dem Segelschulschiff. |
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„Wir machen mit allen Neuzugängen eine zehntägige
Vorausbildung
an der Pier“, erzählt Kapitän zur See Schatz und ergänzt: „Dennoch
müssen wir uns im Klaren darüber sein, dass wir mit 100 bis 120 Vollblutamateuren
auslaufen, die ihre erste Seefahrtserfahrung sammeln.“ Segeln, und diese
Erfahrung kennt sicherlich nicht nur der Kommandant, kann man eben nicht mit
einem Power Point – Unterricht lernen.
Auf den Reisen ist nicht alles planbar. Das Wetter am allerwenigsten. Die Aufgabe
des Kommandanten ist es, abzuwägen. Mit den Informationen des Bordmeteorologen
und der eigenen Erfahrung gilt es eine „pfiffige“ Route auszuwählen.
Das geschieht immer im Gegensatz zwischen dem Herausfordern der Naturgewalt Wind,
die für das Segeln unerläßlich ist und der Beherrschung der Situation,
gerade mit Blick auf die noch begrenzten Erfahrung der Kadetten. „Ich muss
mir schon auch mal überlegen, 'schicke ich die jetzt noch hoch‘ oder
riskiere ich das nicht mehr und nehme dafür in Kauf, dass das Schiff schlimmstenfalls
kleine Schäden nimmt“, erklärt Kapitän zur See Schatz den
Mittelweg, der zwischen Forderung und Überforderung gefunden werden muss.
Auch auf See hält sich das Wetter manchmal nicht an die Vorhersagen und
man wird unvermittelt gezwungen, einem Sturm auszuweichen. „Dann stellt
man auch mal aus Versehen einen Geschwindigkeitsrekord auf", bei Norbert
Schatz klingt das so, als ob er vom Gang zum Bäcker um die Ecke spricht. |
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| Vorbereitungen für den Heimathafen. |
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Mehr als acht Jahre in vier Verwendungen
plus die eigene Ausbildungsreise ist Norbert Schatz bereits mit
der „Gorch Fock“ gefahren. Der Pool der
möglichen Kommandanten ist recht überschaubar. Für Norbert Schatz
ist die Verwendung sicherlich der Höhepunkt der Karriere. Dass nun auch
noch das Jubiläumsjahr der „Gorch Fock“ in seine Zeit fällt,
spielt dabei gar keine so große Rolle. In diesem Jahr stehen einfach nur
deutlich mehr repräsentative Termine auf dem Dienstplan für das Segelschulschiff
und seine Besatzung. So wird der Großsegler auf jeden Fall auch bei der „Kieler
Woche“ und der „Hanse Sail“ in Rostock präsent sein. Um
die „Gorch Fock“ dann unter vollen Segeln präsentieren zu können,
bekommt er Anfang Mai extra eine Besatzung, die zum Großteil aus Wehrpflichtigen
bestehen wird, da zu dieser Zeit natürlich keine Offizieranwärter an
Bord sein werden. Auch diese Wehrpflichtigen erhalten die entsprechende zehntägige
Vorausbildung, wie sie für die Kadetten üblich ist.
Für das Schiff selbst hat das Jahr mit einem Werftaufenthalt begonnen. Neben
den Routinearbeiten, die alle zwei Jahre durchgeführt werden, steht Kosmetik
auf dem Programm. Dem Anlaß entsprechend gab es einen neuen Anstrich. Außerdem,
man höre und staune, mußte die „Gorch Fock“ ein wenig „abspecken“.
Zwar hat sie äußerlich immer noch ihre schlanke Statur von knapp 90
Metern Länge und 12 Metern Breite. Aber, so verrät der Kommandant,
Hygiene-Vorschriften und Umwelt-Richtlinien hätten dafür gesorgt, das
immer wieder neue Technik dazu gekommen ist, wie beispielsweise moderne Sanitäranlagen,
Abwasseraufbereitung, Klimaanlagen oder zusätzliche Stromversorgung. Dieses
Gewicht gilt es nun anderweitig einzusparen. |
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