truppen.info: Truppe: Die Marine
jüngste Beiträge
Aus den Einsätzen
Sicherheitspolitik
Wir suchen Ihre Fotos
Linkliste
Link eintragen
Laufbahnportraits
Der Weg zum Offizier
Der Weg zum Unteroffizier
Dienstgradabzeichen
truppen.info-Quiz
Spiele
Downloads
Buchtipps
Für Webmaster
 
MCKimme


 Die Chancen stehen günstig....
 Girls Day 2007 an der Marineschule in Mürwik
Mürwik (uz) [27.04.07]. Seit 2001 gibt es den Girls Day – den Aktionstag, der Mädchen die Möglichkeit bietet, sich ein Bild von technischen Berufen oder einfach den eher männlich dominierten Berufen zu machen. Von Anfang an öffnet die Bundeswehr an diesem Tag ihre Tore für Schülerinnen aus den Klassenstufen ab Klasse 9. Mit gutem Recht, wie der Wehrdienstberatungsoffizier Christian Louven findet. Der Oberleutnant zur See betonte am Ende seinen Vortrags über die Laufbahnen beim Girls Day in der Marineschule Mürwik, dass der Frauenanteil in den Streitkräfte in den nächsten Jahren auf 15%, im Sanitätsdienst sogar auf 50% steigen solle. Gute Ausgangsbedingungen also für weibliche Bewerber. In der aktuellen Offizieranwärter Crew seien immerhin 20% Frauen, war zu hören.

Marine macht Spaß: Fregattenkapitän Uwe Dietz hatte mit "seinem" Simulator gute Argumente, um diese These zu untermauern. Fotos: Uwe Zeitter
Sechs dieser Frauen im Dienstgrad Obergefreiter OA aus der aktuellen Crew gestalteten auch für die Gäste das Programm des Tages. Für Oberleutnant zur See Christian Pietsch hat dies gleich zwei Vorteile: Einerseits sind die jungen Offizieranwärterinnen selbst erst vor ein bis zwei Jahren vor der Berufsentscheidung gestanden und zum anderen, so betont Pietsch, sei so ein Projekt natürlich auch eine gute Gelegenheit, Erfahrung für die Verantwortung bei einem solchen Tag zu sammeln. Praktische Ausbildung für die wartenden Nebenverwendungen, die sonst nicht im Unterrichtsplan auftauchen würde.
45 Jugendliche waren in gestern zum Aktionstag zu Gast in der Marineschule - viele aus Neugier auf die Möglichkeiten, einige auch schon mit konkreten Berufsvorstellungen. So wie Anastasia Glaser, sie besucht eine 12. Klasse im Frankfurter Umland und ist extra zum Girls Day nach Flensburg angereist. Eine Karriere als Offizier bei der Bundeswehr kann sie sich gut vorstellen. Seit einiger Zeit setzt sie sich intensiv mit dem Arbeitgeber Bundeswehr auseinander, vor allem im Internet. Die Luftwaffe und die Marine haben es ihr angetan und so nutzte sie die Chance, beim Girls Day die Marine etwas näher in Augenschein zu nehmen. "Dass ich mich bewerben werde, ist schon relativ sicher", gibt sie zu und der Aktionstag soll eine Vorentscheidung für die eigene Festlegung auf einen Organisationsbereich geben. "Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwo an einem Schreibtisch zu arbeiten", beschreibt Anastasia Glaser einen der Beweggründe, warum sie gerne zur Bundeswehr gehen möchte. Die Berufswahl Bundeswehr stehe für Abwechslung und eine Aufgabe in der der Alltagstrott keine Chance habe.
Schon nach der Begrüßung in der Aula des historischen Gemäuers an der Flensburger Förde, bewiesen die Mädchen, dass sie einen unheimlichen Informationsdrang hatten.
Eindrücke aus erster Hand fürAnastasia Glaser.
Sie waren nach der Bekanntgabe des Programms kaum zu halten. "Wenn sie unser Gelände verlassen und sagen 'es war ein schöner Tag', dann haben wir alles richtig gemacht", gab Christian Pietsch als Vorgabe aus. Ganz im Aufgabengebiet der Offizieranwärter ging es für die Mädchen dann auch weiter. Im Schiffssimulator der Schule gab es, ganz ohne Wasser, eine erste Berührungsmöglichkeit mit dem nassen Element. Nach einer kurzen Erklärung präsentierte der Leiter der Ausbildungsanlage, die als die modernste Europas gilt, Fregattenkapitän Uwe Dietz die Möglichkeiten des Schiffssimulators. Besonders, so führte der Kapitän aus, Finanzbudget und Umwelt würden durch die Ausbildung am Simulator geschont. Allerdings würde es auch bei vielen "Auszubildenden" im Hinterkopf bleiben, dass bei der Simulation nichts kaputt gehen und der Dozent das Schiff nach einem Unfall wieder per Mausklick und ohne Beule "freisetzen" kann. Für die Teilnehmerinnen sollte dies den Simulator zu einem Gameboy im Riesenformat werden lassen. Auf der "Brücke" ließ Dietz dann gleich eine der Besucherinnen das imaginäre Boot durch die virtuelle Flensburger Förde steuern. Das ist gar nicht so einfach, wie es aussieht, auch der Umgang mit dem Ruder will gelernt sein. Allerdings, und darauf legte der Fregattenkapitän wert, werde von den uniformierten Teilnehmern schon erwartet, dass sie möglichst ohne Zwischenfälle über die Runden kommen. Am Girls Day war dies ein wenig anders. Auf die Frage seiner ersten "Rudergängerin" was denn passiere, wenn sie das Kreuzfahrtschiff ramme, das voraus zu erkennen war, antwortete der Ausbilder trocken: "Probieren sie es doch aus!" Bevor er die Teilnehmerinnen auf mehrere "Brücken" für eigene Fahrversuche entließ, demonstrierte er auch noch, dass der Simulator durchaus auch für schwere See tauglich ist und testete diese Seetauglich zugleich bei den Girls schon einmal. Denn die Brücke übernimmt auch die Bewegungen des Schiffes im simulierten Seegang. Ein recht realistisches Szenario also, genauso wie der Schneefall, auch wenn vor der Tür 25 Grad im Schatten herrschen.

Letzte Handgriffe vor der "Probefahrt" auf die Flensburger Förde.
Nach dem Anlegen von Schwimmwesten ging es dann im zweiten Teil mit Trainingsbooten hinaus auf der Flensburger Förde, um auch in der Praxis einen maritimen Eindruck zu gewinnen. Zwischen diesen praktischen Ausbildungseinlagen gab es natürlich auch beim Girls Day Truppenverpflegung und dazu den Vortrag des Wehrdienstberaters. Neben den Laufbahnmöglichkeiten und -voraussetzungen ging es ihm insbesondere darum, die Arbeitsbedingungen zu präsentieren und vor allem auch die Einsatzbelastung, die heute auf die Bundeswehrangehörigen zu kommt. "Als Unteroffizier in der Sanitätstruppe kann es Ihnen durchaus passieren, dass sie in Afghanistan sind, wenn sie aus ihrem Panzer springen und einen Soldaten aus einem Minenfeld ziehen müssen, der keine Beine mehr hat - dann dürfen sie nicht sagen, dass sie sich das so nicht vorgestellt hätten", ließ Oberleutnant zur See Louven wenig Raum für Träume. Und: die Berufswahl will ja auch gut durchdacht sein. Die Akteure beim Girls Day scheinen ihren Beitrag dazu geleistet zu haben, sei es für eine Entscheidung zur Bundeswehrkarriere oder auch dagegen.
 
Anzeigen
Racheshop - Europas witzigster Online-Shop!
Ihre Werbung hier?
Anzeigen
Der
   Diese Seite empfehlen      Sitemap    Archiv    Impressum    Kontakt 
(c) 2005 by www.truppen.info