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 Zwischen Sonnenaufgang und Wellen
 UNIFIL-Verband bereits im Mittelmeer>

Vorbereitung auf kommende Aufgaben: Boarding-Teams über dem Mittelmeer. Fotos: PIZ Marine
Mittelmeer (PIZ Marine) [26.08.06[. Am Donnerstag verließen acht Einheiten der Deutschen Marine Wilhelmshaven. Ihr Ziel: das östliche Mittelmeer. Dort sollen die Schiffe und Boote des UNIFIL-Verbandes das Seegebiet vor der libanesischen Küste überwachen und dabei helfen, den Waffenschmuggel zu unterbinden.
Hatten am Vormittag noch die Soldaten auf der Brücke der Mecklenburg-Vorpommern den traumhaften Sonnenaufgang in der Biskaya genossen, zeigte sich die See wenig später von einer ganz anderen Seite. Die Höhe der Wellen erreichte sehr schnell von drei Meter. Der Wind begann die Schaumkronen als Gischt in die Gesichter der Ausgucks auf der Brücke zu blasen.
Der Marineeinsatzverband, der am Donnerstag von Wilhelmshaven aus in Richtung libanesische Küste aufgebrochen war, bereitet sich jedoch weiter auf den Einsatz vor. Dabei steht die Ausbildung jedes einzelnen im Vordergrund. Selbst- und Kameradenhilfe, also beispielsweise die Erste Hilfe, wenn Verletzungen auftreten, werden besonders intensiv trainiert.
„ Es klingt zwar ein wenig paradox, wenn wir sagen, dass wir noch üben müssen“, erläutert Kapitän zur See Dirk Koch, stellvertretender Kommandeur des Verbandes, „aber da wir für den Einsatz viele Spezialisten eingeschifft haben, muss vor allem noch die Teambildung an Bord stattfinden.“
Die Fregatte Mecklenburg-Vorpommern auf dem Weg in das östliche Mittelmeer.
Konkret geht es dabei vor allem um die Handhabung der Waffen an Bord, die immer wieder drillmäßig geübt wird, um sich gegen eventuelle terroristische Angriffe verteidigen zu können. Zum anderen wird das Durchsuchen anderer Schiffe geübt, bei denen so genannte Boardingteams an Bord gehen und nach Schmuggelware suchen – natürlich ohne dabei den Selbstschutz zu vernachlässigen.
Die eingeschifften Hubschrauber vom Typ Sea King und Sea Lynx bereiten sich ebenfalls intensiv auf die bevorstehenden Aufgaben vor. Über die Aufklärung aus der Luft hinaus, die das sichtbare Gebiet des Verbandes um ein Vielfaches vergrößert, werden die Marineflieger vor allem beim Boarding eingesetzt.

Das Boarding ist der kritische Moment in den Einsätzen.
Dieses Boarding soll auch gegen den Willen der Besatzung eines anderen Schiffes durchgeführt werden, das jedenfalls sieht das vom Bundestag beschlossene Einsatzmandat vor. Dirk Koch allerdings geht nicht davon aus, dass solche Einsätze in den kommenden Wochen die Regel sein werden. „Das robuste Mandat ist sozusagen der Hammer in unserem Werkzeugkasten, aber wir werden jetzt sicher erst einmal Schraubenzieher und Feinmechanikerwerkzeug benötigen“, erklärt der Offizier.
Die Marine kann auf eine intensive multinationale Zusammenarbeit zurückblicken. In den vier ständigen NATO-Verbänden ist jeweils eine Einheit der Deutschen Marine vertreten. Die Einsätze Active Endeavour im Mittelmeer und Enduring Freedom am Horn von Afrika werden ebenfalls von Einheiten der Deutschen Marine seit Jahren unterstützt.
Historischer Kurs: Marine steuert Libanon an
 
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