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 U-Hai
 Zahlen, Daten und Fakten
Itzehoe (PIZ Marine) [17.09.06]. Das Unterseeboot „Hai“ wurde während des letzten Krieges in den Jahren 1944/45 auf der „Deutschen Werft“ in Hamburg gebaut und gegen Kriegsende als „U 2365“ eingesetzt.
Es gehörte zu einer Serie von 62 Booten des Typs XXIII. Hauptaufgabe dieser Boote war der Einsatz gegen alle Seeziele in den Seegebieten der englischen Küste, des Ärmelkanals, der gesamten Nordsee, des Skagerraks, des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres. Sie wurden vornehmlich in der Nordsee, aber auch in der Ostsee eingesetzt.
U-Hai bei der Indienststellung bei der Bundesmarine am 15. August 1957.
Foto: PIZ Marine
„U 2365“ ist bei Kriegsende nach einem Angriff tschechischer Flugzeuge am 5. Mai 1945 im Kattegat von der Besatzung versenkt worden. Es befand sich zu dieser Zeit in der Ausbildungsphase bei der 4. UFlottille.
Im Juni 1956 ist „U 2365“ gehoben worden, um beim Aufbau der Bundesmarine als Schulboot verwendet zu werden. Es wurde bei den Kieler Howaldswerken instandgesetzt. Der Druckkörper wurde im Querschnitt in 2 Teile getrennt und nach Einbau der Innenausrüstung wieder zusammengeschweißt. Auch der Dieselmotor war noch so gut erhalten, daß er nicht erneuert, sondern nur instandgesetzt zu werden brauchte.
Am 15. August 1957 wurde das Boot als „U-Hai“ von der Bundesmarine in Dienst gestellt. Nach einer eingehenden Erprobung wurde U-Hai vom 20. September 1962 bis zum 13. August 1963 auf der Werft Blohm & Voß AG in Hamburg umgebaut. Die wesentlichsten Änderungen und Neueinrichtungen waren:
  • Der Bootskörper wurde um 1,20 m verlängert.
  • Das Boot erhielt eine neue Antriebsanlage. Der Dieselmotor wurde gegen modernes Diesel- Generatoraggregat ausgetauscht. Dabei wurde gleichzeitig das Antriebsprinzip auf diesel-elektrischen Antrieb umgestellt. Der auf den neuen U-Booten nicht mehr vorhandene Dieselzuluftmast wurde entfernt. Sein oberer Teil wurde abgenommen und der stehengebliebene Stutzen blindgeflanscht. Die Luft für den Diesel konnte jetzt bei Überwasserfahrt nur noch durch das Turmluk oder durch den Schnorchelschacht (Schnorchel nicht ausgefahren) bei geöffneter Schnellschlußklappe und geöffnetem Dieselluftabnahmefußventil angesaugt werden. Der Rand des Schnorchelschachtes (Luftabnahmestutzen) liegt 0,79 m über dem Bootskörper und 1,35 m über der Schwimmwasserlinie. Er wird daher bei entsprechender Wellenhöhe von Zeit zu Zeit überspült, so daß beim Ansaugen der Luft durch den Schnorchelschacht auch Wasser ins Boot gelangt.
  • Die Batterielüftung wurde von Einzelzellenabsaugung auf Raumabsaugung umgestellt. Alle Abgase wurden in einer neuen Abgassammelleitung durch die hintere Turmverkleidung in die Atmosph äre geführt.
  • Schließlich wurde eine neue UT (Unterwassertelefon) -Anlage eingebaut.
Am 14.September 1966 gegen 18:00 Uhr sank bei schwerem Wetter 138 sm nord-westlich Helgoland das Schul-U-Boot „Hai“, Kommandant Oberleutnant zur See Wiedersheim, mit 19 Mann der Besatzung. Nur ein Obermaat konnte von dem britischen Trawler „St. Martin“ lebend geborgen werden, nachdem er dreizehn Stunden im Wasser getrieben hatte. Die Marine ist damit von ihrem bisher schwersten Unglück betroffen worden. Sie verlor ihr erstes Schiff.
„U-Hai“ gehörte zu einem Verband, bestehend aus dem Tender „Lech“, dem Sicherungsboot „Passat“ und den U-Booten „U 3“, „Hai“ und „Hecht“ der sich auf dem Marsch nach Aberdeen befand. „U-Hai“ war an der Spitze laufend außer Sicht gekommen, da „U-Hecht“ eine Schraubenhavarie hatte und von der „Lech“ in Schlepp genommen werden mußte. Dem Abreißen der Funkverbindung wurde bei dem herrschenden Wetter keine besondere Bedeutung beigemessen. So kam die Suchaktion erst mit erheblicher Verzögerung in Gang.
Am 16. nachmittags traf der Schwimmkran „Magnus III“ an der Unfallstelle ein, doch erst am 18. wurde das Wrack in 47m Tiefe geortet. Unter Assistenz mehrerer deutscher und verbündeter Kriegsschiffe gelang die Bergung bis zum 21. morgens. Das U-Boot in den Trossen, trat „Magnus III“ den Marsch nach Emden an. Am 24. traf der Schleppzug dort ein.
Technische Daten von U-Hai (ex U2365) S170:
Länge: 34,68 m,
nach Umbau:
36,13 m
Breite: 3,0 m
Tiefgang: 3,7 m Antriebsanlage: MWM-DM 580 – EM 635 PS
Geschwindigkeit: 9,7 / 12,0 kn Bewaffnung: Torpedorohre - 533B
Besatzung: 17 - 19 Wasserverdrängung: 232 / 256 ts
nach Umbau: 275 ts
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