„U
2365“ ist bei Kriegsende nach einem Angriff tschechischer Flugzeuge
am 5. Mai 1945 im Kattegat von der Besatzung versenkt worden.
Es befand sich zu dieser Zeit in der Ausbildungsphase bei der 4. UFlottille.
Im Juni 1956 ist „U 2365“ gehoben worden, um beim Aufbau
der Bundesmarine als Schulboot verwendet zu werden. Es wurde bei den
Kieler Howaldswerken instandgesetzt. Der Druckkörper wurde im
Querschnitt in 2 Teile getrennt und nach Einbau der Innenausrüstung
wieder zusammengeschweißt. Auch der Dieselmotor war noch so gut
erhalten, daß er nicht erneuert, sondern nur instandgesetzt zu
werden brauchte.
Am 15. August 1957 wurde das Boot als „U-Hai“ von der Bundesmarine
in Dienst gestellt. Nach einer eingehenden Erprobung wurde
U-Hai vom 20. September 1962 bis zum 13. August 1963 auf der Werft
Blohm & Voß AG
in Hamburg umgebaut. Die wesentlichsten Änderungen und Neueinrichtungen
waren: - Der Bootskörper wurde um 1,20 m verlängert.
- Das Boot erhielt eine neue Antriebsanlage. Der Dieselmotor wurde gegen
modernes Diesel- Generatoraggregat ausgetauscht. Dabei wurde gleichzeitig
das Antriebsprinzip auf diesel-elektrischen Antrieb umgestellt. Der
auf den neuen U-Booten nicht mehr vorhandene Dieselzuluftmast wurde
entfernt. Sein oberer Teil wurde abgenommen und der stehengebliebene
Stutzen blindgeflanscht. Die Luft für den Diesel konnte jetzt bei Überwasserfahrt
nur noch durch das Turmluk oder durch den Schnorchelschacht (Schnorchel
nicht ausgefahren) bei geöffneter Schnellschlußklappe und
geöffnetem Dieselluftabnahmefußventil angesaugt werden. Der
Rand des Schnorchelschachtes (Luftabnahmestutzen) liegt 0,79 m über
dem Bootskörper und 1,35 m über der Schwimmwasserlinie. Er
wird daher bei entsprechender Wellenhöhe von Zeit zu Zeit überspült,
so daß beim Ansaugen der Luft durch den Schnorchelschacht auch
Wasser ins Boot gelangt.
- Die Batterielüftung wurde von Einzelzellenabsaugung auf Raumabsaugung
umgestellt. Alle Abgase wurden in einer neuen Abgassammelleitung durch
die hintere Turmverkleidung in die Atmosph äre geführt.
- Schließlich wurde eine neue UT (Unterwassertelefon) -Anlage
eingebaut.
Am 14.September 1966 gegen 18:00 Uhr sank bei schwerem Wetter 138
sm nord-westlich Helgoland das Schul-U-Boot „Hai“, Kommandant
Oberleutnant zur See Wiedersheim, mit 19 Mann der Besatzung.
Nur ein Obermaat konnte von dem britischen Trawler „St. Martin“ lebend
geborgen werden, nachdem er dreizehn Stunden im Wasser
getrieben hatte. Die Marine ist damit von ihrem bisher schwersten Unglück
betroffen worden. Sie verlor ihr erstes Schiff.
„U-Hai“ gehörte zu einem Verband, bestehend aus dem
Tender „Lech“,
dem Sicherungsboot „Passat“ und den U-Booten „U 3“, „Hai“ und „Hecht“ der
sich auf dem Marsch nach Aberdeen befand. „U-Hai“ war an
der Spitze laufend außer Sicht gekommen, da „U-Hecht“ eine
Schraubenhavarie hatte und von der „Lech“ in Schlepp genommen
werden mußte. Dem Abreißen der Funkverbindung wurde bei
dem herrschenden Wetter keine besondere Bedeutung beigemessen.
So kam die Suchaktion erst mit erheblicher Verzögerung in Gang.
Am 16. nachmittags traf der Schwimmkran „Magnus III“ an
der Unfallstelle ein, doch erst am 18. wurde das Wrack
in 47m Tiefe geortet. Unter Assistenz mehrerer deutscher
und verbündeter
Kriegsschiffe gelang die Bergung bis zum 21. morgens. Das
U-Boot in den Trossen,
trat „Magnus III“ den Marsch nach Emden an. Am 24. traf
der Schleppzug dort ein. |