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Höchste Motivation |
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Kieler Woche als Präsentationsplattform für Marineeinheiten |
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weit das Auge reicht - der Kieler Marinestützpunkt zieht
für ein Wochenende zivile und militärische Besucher an. Fotos:
Uwe Zeitter |
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Kiel
(uz) [23.06.06]. Wenn Detlev Gohde die Uniform aus dem Schrank
nimmt, ist eines klar: Die Kieler Woche steht vor der Tür. Der
ehemalige Berufsoffizier, der selbst 16 Jahre zur See gefahren ist,
leitet den Vorbereitungsstab der Kieler Woche. Drei Monate pro Jahr
hat der Fregattenkapitän für die Vorbereitung der maritimen
Großveranstaltung reserviert. Seine siebte Kieler Woche als
Leiter des Stabes absolviert er in diesem Jahr, die Dritte ist es
seit seiner Pensionierung. Er kümmert sich mit seinen Mitarbeitern
um die Details der Veranstaltung. Dazu gehört in erster Linie
die Betreuung der Besatzungen der ausländischen Gastschiffe,
die Durchführung der Kuttermeisterschaften, die gleich in sechs
Klassen ausgetragen werden, und die Unterstützung der Wettkämpfe
in zivilen Klassen. Viel Routine hat der Stabsoffizier inzwischen
im Umgang mit dem Alltagsgeschäft während der Veranstaltung.
Fast nebenbei erledigt er die Anfragen des regelmäßig
klingelnden Handys. "Man muss eben flexibel sein...", lächelt
der Reserveoffizier. |
Ähnlich äußert
sich auch Korvettenkapitän Jens Röder im Gespräch mit
truppen.info. Er ist der erste Offizier des Einsatzgruppenversorgers "Frankfurt
am Main". Der schwimmende Logistikriese ist in diesem Jahr das Flaggschiff
der Kieler Woche und ist die Plattform für unzählige repräsentative
Veranstaltungen – vom Empfang bis zum Gottesdienst. "Es ist
für uns eine große Ehre das Flaggschiff zu sein, besonders
weil sonst eher Kampfschiffe ausgewählt werden", betont Röder.
Eine Menge Arbeit bedeutete die Berufung zum Flaggschiff für seine
Männer und Frauen. Ständig kommen neuen Aufgaben dazu. „Wir
sind da sehr flexibel und für alle Aufträge offen“, bestätigt
der Offizier und weiß, dass er auf die große Motivation
seiner Mannschaft bauen kann. Schon vor dem Einlaufen in Kiel legte
die Besatzung ordentlich Hand an. |
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| Jede Menge
repräsentative Aufgaben kamen auf Korvettenkapitän Jens Röder, den
1. Offizier des Einsatzgruppenversorgers "Frankfurt am Main", bei der
Kieler Woche zu. |
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Das
WM-Spiel der Deutschen Nationalmannschaft wurde in
dieser Zeit über Lautsprecher übertragen.
So konnte die Besatzung trotzdem etwas miterleben. „Wie bekommt
man das so sauber“, fragt eine faszinierte Besucherin beim Blick
auf die Gummimatten und den blitzblanken Boden an Bord
ihren Mann. „Ich
habe noch nie erlebt, dass so schnell 'Reinschiff‘ war“,
bestätigt
der erste Offizier die Moral seiner Soldaten, die freiwillig
den Dienst während der Kieler Woche übernehmen und dabei alle
an einem Strang ziehen. Sie „dulden“ die zusätzliche
Belastung ohne Widerworte. Das bestätigt auch Obermaat Anne Grettmann: „Ich
mache das sehr gerne, schließlich geht es um unser Schiff!“ Sie
schiebt während der Besuchszeiten, dem so genannten „Open
Ship“,
des Einsatzgruppenversorgers auf dem Hubschrauberdeck
am Grillstand hinter der Kasse ihren Dienst – die Aufgaben der
Besatzung sind in diesen Tagen eben etwas ungewöhnlicher. Seit
sechs Monaten gehört sie
zur Besatzung und sieht die Kieler Woche als neue Herausforderung: „Man
wächst mit seinen Aufgaben“,
sagt Obermaat Grettmann. |
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| Obermaat Anne Grettmann, nur eines von vielen Besatzungsmitgliedern der "Frankfurt
am Main", das sich mit viel Spaß an den "Auftrag Kieler Woche" machte. |
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Auch
wenn die „Frankfurt am Main“ in Kiel Heimvorteil geltend
machen kann, anstrengend sind die Tage für die Mannschaft
trotzdem. Für den Versorger besonders schwer, denn die „Frankfurt
am Main“ ist zwar sechsmal so groß wie eine Fregatte,
kann mit rund 160 Mann aber nur über rund drei Viertel der
Personalstärke
einer Fregatte verfügen. Bei den vielen Veranstaltungen
wird jeder Mann und jede Frau gebraucht.
Dazu kommt, dass die Kieler Woche eben ein ganz besonderer Anlaß ist.
Keine andere Veranstaltung kann mit so viel Präsenz der Marinekräfte
aus unterschiedlichen Nationen glänzen. 20 Schiffe und Boote aus
10 Nationen haben im Kieler Marinestützpunkt festgemacht. Wie
für alle Besatzungen gibt es natürlich auch für die
Mannschaft der „Frankfurt am Main“ die Möglichkeit,
das Festgelände und die Stadt zu besuchen. |
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Auch
hier sind die Frauen und Männer stolz darauf, in Uniform ihre Einheit
optisch zu repräsentieren. „Wir haben für jeden Abschnitt
einen Kieler Woche Nachmittag festgelegt“, erzählt Röder.
Als die Männer und Frauen auf der „Frankfurt am Main“ für
die Kieler Woche loslegen mussten, ging es für Fregattenkapitän
Gohde nur noch um den Feinschliff. Er gibt Hilfestellung für die
Verbindungsoffiziere zu den verschiedenen Einheiten und steuert hier
und da noch ein bißchen nach, dennoch, es bleibt ein „Full-Time-Job“. |
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| Die "Frankfurt am Main" als Flaggschiff und Besuchermagnet. |
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Die
Vorbereitung der Kieler Woche beginnt aus Sicht der Marine
mit der Informationsreise der Militärattachès. Hier haben
die Vertreter der Städte, die maritime Veranstaltungen ausrichten,
also Bremerhaven, Wilhelmshaven, Rostock und natürlich Kiel, die
Möglichkeit
bei den internationalen Vertretern in Deutschland zu werben.
Die Attachés
werden dann gebeten, auf dem diplomatischen Wege die teilnehmenden
Einheiten zu melden, die zum Besuch einlaufen werden. Durch
die Übung
BALTOPS, die jährlich im Juni in der Ostsee läuft, hat die
Kieler Woche immer einen Vorteil, denn viele Einheiten
nutzen den Kieler Hafen als ersten Anlaufpunkt nach Übungsende,
die Kieler Woche ist ein zusätzlicher Anreiz.
Nach der Meldung der Schiffe tritt dann der Vorbereitungsstab
in Aktion. Für die Empfänge auf den Einheiten werden Gästelisten
vorbereitet, und das Programm für die Besatzungen liegt auch in den
Händen des Stabes. Egal ob es sportliche oder kulturelle Höhepunkte
sind oder einfach nur der Transfer zum Festgelände ist, Detlev Gohde
und sein Team planen alles, beispielsweise auch ein Rugby-Turnier
zwischen Kieler Teams und den englischen Besatzungen. Selbst
den Versand der Einladung
an die Gäste zu den unterschiedlichen Terminen übernimmt der
Vorbereitungsstab, der zur Kieler Woche auf mehr als 200 Mann,
in unterschiedlichsten Funktionen, anwächst. |
Auch
der Einsatz der Verbindungsoffiziere zu den Einheiten der Gastnationen
wird im Vorbereitungsstab geplant. „Es gibt viele Reserveoffiziere,
die das seit einigen Jahren machen. Da können wir auf erfahrene
Männer mit entsprechenden Sprachkenntnissen zurückgreifen“,
berichtet der Fregattenkapitän. Er selbst will im kommenden Jahr
sein Wissen an einen Nachfolger weitergeben. Der sollte sich dann schon
einmal darauf einstellen, dass auch er auf seinem Balkon abends noch
das eine oder andere Programm fertigstellt.
Dem Engagement und dem Idealismus der beteiligten Marinesoldaten ist dann
wohl auch das abwechslungsreiche „Open Ship“ zu verdanken.
Besonderer Besucherandrang herrschte in diesem Jahr an der „Gorch
Fock“, der wohl bekanntesten Marineeinheit. Ständig drängten
sich die Besucher über die Bark um eine Brise der Seefahrer-Romantik
zu schnuppern. |
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| Segelromantik und Historie: Das Segelschulschiff "Gorch Fock" zog Besucher in seinen Bann. |
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Ein
Jahr lang war die „Gorch Fock“ nicht in den Heimathafen Kiel
eingelaufen, da hatten die Kieler reichlich Sehnsucht.
Der Besucherandrang war wesentlich höher als bei der quasi werftneuen Fregatte „Hessen“. |
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