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Auf Hochglanz zurück in Kiel |
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„Gorch Fock“ beendet ihre 146. Auslandsausbildungsreise |
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Blitzblank wird die "Gorch Fock" vor dem Einlaufen und dafür
müssen alle anpacken. Fotos: Uwe Zeitter |
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Kiel (uz) [21.12.06]. Das Ziel haben die Kadetten der „Gorch
Fock“ bereits vor Augen. Nur ein paar Kilometer über
Kieler Förde trennen das Segelschulschiff der Deutschen Marine
vom Heimathafen Kiel. Und dennoch ist die 146. Auslandsausbildungsreise
noch nicht zu Ende: Traditionell steht am Tag vor dem
Einlaufen das „Rein Schiff“-Machen auf dem Dienstplan
der Besatzung. Das gilt natürlich auch oder erst recht, wenn
nur noch wenige Tage bis Weihnachten verbleiben. Seit
dem Auslaufen, am 31. August,
wurde zwei Mal die Crew getauscht. Während die beiden ersten
Touren den Kieler Sommer noch im Mittelmeer verlängern konnten,
ging es für die Kadetten der Abschlußtour auf dem Heimweg
schon etwas rauher zu. „Auf dem Rückweg haben wir im
Golf von Biscaya und im Englischen Kanal ordentlich was
auf die Mütze gekriegt“, erzählt Kapitän
zur See Norbert Schatz, der Kommandant der „Gorch Fock“.
Wellen mit bis zu zehn Metern Höhe konfrontierten die Besatzung
mit körperlichen Herausforderungen. „Bei den Mahlzeiten
blieb schon mal was übrig und wer seefest war, konnte schon
auch mal zwei oder drei Portionen verdrücken“, grinst
Schatz. Immerhin: Der Albatros, die Gallionsfigur der „Gorch
Fock“ prangte am Ende dieser Reise noch stolz am Bug, was
nach den letzten Ausbildungsreisen nicht mehr der Fall
war. Die Wartungsarbeiten zu Beginn des Jahres und die
Befestigung einer
neuen Figur scheinen sich gelohnt zu haben. Außerdem kann
die „Gorch Fock“ eine Menge vertragen, das behauptet
zumindest der Kapitän und ergänzt: „Man muss dann
eben etwas vorsichtiger agieren.“ Nach zahlreichen Verwendungen
auf dem Schiff war dieser Törn seine Premiere als Kommandant
des Segelschulschiffs. Ein gewöhnungsbedürftiges Gefühl,
wie der Kapitän gesteht: „Bisher konnte ich im Notfall
immer noch mal jemanden fragen, man hat nun wirklich
die Geschicke des Schiffes in der Hand“, gesteht Schatz,
der mit dem Verlauf der Ausbildungsreise sehr zufrieden
ist und seine Vorstellungen und Erwartungen bestätigt sieht. |
Die
Reise barg auch viele außergewöhnliche Überraschungen
für die Crew. Sei es die Hilfe für ein in Seenot geratenes
Sportboot vor der französischen Küste, das Zusammentreffen
mit dem Einsatzverband UNIFIL in der Straße von Gibraltar.
Erstmals in ihrer Geschichte fuhr die Bark dabei ein Postbeutelmanöver.
Auch ein neuer Rekord wurde für die „Gorch Fock“ aufgestellt:
In der Straße von Bonifacio erreicht das Schiff bei Windgeschwindigkeiten
um 55 Knoten (100 km/h) unter Segeln erstmals eine Geschwindigkeit
von 16,5 Knoten (30,5 km/h). Mehr als 9500 Seemeilen (17600
km) hat das Schiff bei dieser 146. Reise zurückgelegt.
Mehr als 80 Prozent dieser Strecke fuhr die „Gorch Fock“ unter
Segeln. Alles in allem verliefen die meisten Abschnitte der
Reise kürzer als geplant. Besondere Häfen waren für
den Kommandanten die Häfen, in denen ein Crewwechsel durchgeführt
wurde. „Das fand dieses Mal in Ibiza und in Malaga statt.
Beide Häfen haben sich hervorragend geeignet für die ‚Zerstreuung‘ der
Besatzung“, berichtet Schatz.
An Bord waren neben Offiziersanwärtern der Deutschen Marine und anderer
Seestreitkräfte aus Estland, Litauen, Frankreich, Benin, Aserbaidschan und
Kasachstan auch 27 Offiziersanwärter des Heeres. Auch die „Landratten“ hatten
mit dem Bordleben keine größeren Probleme – im Gegenteil Kapitän
Schatz zeigte sich beeindruckt von der guten konditionellen Verfassung der Heeresteilnehmer.
Insgesamt sei er mit den Kadetten sehr zufrieden betonte der Kommandant. Ziel
der Reise sei es ja, so Schatz, den Kadetten „Seebeine“ wachsen zu
lassen. „Wir versuchen ihnen klar zu machen, wie man mit dem Element Wasser
klar kommt“, betont der Kommandant. |
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| Lichterglanz: Es weihnachtet auf der "Gorch Fock". |
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Das
sei im Großen und Ganzen gelungen, berichtetet er auch wenn
es einige gab, die wohl für sich feststellen mussten, dass eine
Karriere bei der Marine nicht so ganz das Richtige für sie sei.
Das sei aber bei jeder Reise so erzählt Schatz, der bereits
in
früheren Verwendungen auf der „Gorch Fock“ ähnliche Erfahrung
sammelte.
24 Stunden vor dem Einlaufen liegt die „Gorch Fock“ vor Möltenort
in der Kieler Bucht auf Reede. „Erträglich“ sind die Wort die
der Kommandant für die Situation wählt, dass der greifbare Heimathafen
noch nicht angelaufen werden. „Das Einlaufen ist für einen Seemann
das schönste“, schwärmt er und ergänzt: „Wenn dann
nach vier Monaten die Familie am Kai steht ist das etwas ganz Besonderes.“ Auch
der eine oder andere Kadetten späht mit leicht Wehmütigen Blick über
die Förde auf den Marinestützpunkt. Für Offiziersanwärterinnen
und –anwärter heißt diese reise dann erst einmal Abschied nehmen
vom Segelschiff, die Wahrscheinlich einer Rückkehr ist eher gering.
Bis die „Gorch Fock“ aber unter den Blicken der Angehörigen
wieder in Kiel festmachen kann, ist noch viel zu tun. Eifrig sind die Soldatinnen
und Soldaten mit Schrubbern, Politur und Reinigungsmittel dabei, den betagten
Segler wieder auf Hochglanz zu bringen. Hoch in der Tackelage wird die Weihnachtsbeleuchtung
angebracht und vorne am Bug des Segelschulschiffs ist bereits der Weihnachtsbaum
aufgestellt und macht der Besatzung Vorfreude auf den bevorstehenden Urlaub und
das große Familienfest zu dem die „Gorch Fock“ rechtzeitig
nach Hause gekehrt ist. Viele Besatzungsmitglieder werden wohl die verbleibenden
Stunden bis zum Heiligen Abend noch nutzen, um Weihnachtsgeschenke zu kaufen.
Er selbst gehöre auch zu denen, die in den Auslandshäfen noch nicht
daran gedacht haben: „Ich bin nicht so der Weihnachtsgeschenke-EinKäufer“,
gesteht Norbert Schatz. |
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Gute Laune herrschte am letzten "Tag auf See" unter den Kadetten. |
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Neben
der „Gorch Fock“ schaffte es auch noch das Minenjagdboot
Rottweil
pünktlich vor den Feiertagen zurück in den Kieler Heimathafen. Die „Rottweil“ gehörte
in den letzten 130 Tagen zum ständigen Minenabwehrverband 2 der NATO.
Den Besatzungen vieler anderer Einheiten, die gerade ihren Dienst am Horn von
Afrika oder in der UNIFIL-Mission im östlichen Mittelmeer verrichten, bleibt
ein Weihnachtsfest unter dem heimischen Weihnachtsbaum in diesem Jahr verwehrt.
Kapitän Schatz freut sich aber auch schon auf die Reise im nächsten
Jahr, die wird besonders lange. Die so genannten Frühjahrs- und Herbstreisen
werden dann zusammengelegt und führen die „Gorch Fock“ ab dem
26. März für 9 Monate in die Karibik und an die Ostküsten der
USA und Canadas. Die Rückkehr soll dann ebenfalls wieder am 21. Dezember
rechtzeitig zu den Feiertagen sein. |
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