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 Abschied in eine unbekannte Zukunft
 U 26 beendet seinen Dienst mit der Fahrt von Eckernförde nach Wilhelmshaven
Kurs auf den letzten Liegeplatz in Wilhelmshaven: U 26 verläßt zum letzten Mal Eckernförde.
Fotos: Zeitter
Eckernförde (uz) [29.0805]. Das Ostseewetter zeigt sich von seiner besten Seite. Auf der Mittelmole des Eckernfördener Marinehafens hat sich eine Gruppe aus Besatzungsmitgliedern von U 26, deren Familienangehörigen und Interessierten gebildet. Zum letzten Mal soll das Unterseeboot an diesem Tag ablegen. Abschied aus Eckernförder für immer, heißt es für das Boot, das noch im vergangenen Jahr mit 342 Tagen den längsten Einsatz eines Unterseebootes im Mittelmeer nach dem zweiten Weltkrieg absolviert hatte. In der mehr als 30jährigen Dienstzeit hat U 26 bis zu diesem Tag 215.726 Seemeilen (etwa 399.524 Kilometer) zurückgelegt. Die letzte Fahrt führt es nochmals durch den Nord-Ostsee-Kanal und durch die Deutsche Bucht nach Wilhelmshaven. Dort wird das Boot am 9. November außer Dienst gestellt.
Kapitänleutnant Arne Herrler ist der letzte Kommandant von U 26. Inzwischen hat er das Kommando über ein Boot der neuen Unterseeboot-Klasse 212 A. Die letzte Fahrt des "26ers", wie Herrler sein Boot nennt, war sein persönlicher Wunsch. Er hat dafür auch viele Männer aus seiner ehemaligen Crew für diesen Abschied "angeheuert". 18 der ursprünglichen 22 Mann sind beim letzten "Leinen los" an Bord.
An Bord einer Fahrt, die zum größten Teil an der Seite des Schleppers "Langeneß" absolviert wird. "Es war mein Wunsch, dass wir zumindest aus eigener Kraft auslaufen und in Wilhelmshaven wieder einlaufen können", betont der Kommandant. Wegen der bevorstehenden Ausmusterung wurde auf anstehende Reparaturen verzichtet. Daher muss U 26 auf eigene Antriebskraft verzichten - auch Tauchen war nicht mehr möglich. Das erklärt auch die Aufforderung an die Mannschaft, sofort zu melden, wenn es tropft oder raucht, wo man es nicht erwartet...
Kapitän zur See Joachim Brune, Kommandeur des ersten U-Bootgeschwaders, fordert zum Abschied die Männer auf, nicht nur den traurigen Anlass zu sehen: Mit der Ausmusterung der Boote wird die Einführung der neuen U-Boot-Klasse ermöglicht und auch die Transformation der Marine ist einen Schritt weiter. "Ich möchte gleich Gesichter sehen, die so strahlen wie die Sonne", sagt der Kapitän, bevor die Männer an Bord gehen.
Für Arne Herrler sind der 26er und seine "Geschwister" auch nach 30 Jahren noch Boote, die sich hervorragend bewährt haben. Eine gehörige Portion Wehmut können er und seine Mannschaft nicht verbergen. Ausschließen will er auch nicht, dass beim letzten Vertäuen in Wilhelmshafen die eine oder andere Träne fließt.
Die weitere Zukunft von U 26 ist noch völlig ungewiss. Erst in den nächsten Monaten wird sich herausstellen, ob es ausländische Interessenten gibt. "Dann hat der 26er Glück gehabt", sagt Herrler gegenüber truppen.info. Wahrscheinlicher ist aber, dass die Schrottpresse wartet. "Dann kommt das Boot in Form von Rasierklingen zurück", wie auf der Mole gescherzt wird.
Kapitänleutnant Herrler (rechts): "Tschüß Eckernförde!"   "Leinen los!"
 
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