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 „Time to say good bye“
 „Habicht“ und „Komoran“ heißen nun „Hasdrubal“ und „Giscon“
Rostock (uz) [15.12.05]. Fast zwei Jahre früher als geplant, erfolgte die Außerdienststellung der beiden letzten Schnellboote mit Torpedo-Bewaffnung. In einem feierlichen Zeremoniell wurden die beiden letzten Vertreter der Klasse 143 an die tunesischen Streitkräfte übergeben. „Wir übergeben zwei einsatzbereite und leistungsfähige Boote“, betonte Kapitän zur See Matthias Kähler, der stellvertretende Kommandeur der Schnellbootflottille beim Appell im Marinestützpunkt Hohe Düne.
Das Marinemusikkorps Ostsee aus Kiel „sprach“ mit dem Titel „Time to say good bye“ den Soldaten sichtlich aus der Seele. Nach dem Befehl holt nieder „Flagge und Wimpel“ hatten sie die Aufgabe, alles, was an Bord der Schnellboote Habicht und Kormoran an die Bundeswehr erinnert von Bord zu nehmen. „Für uns ist das fast wie eine Beerdigung“, war von Besuchern und ehemaligen Besatzungsmitgliedern zu hören.

Für die Besatzung hieß es Abschied nehmen.

Aus "Kormoran" wurde "Hasdrubal".
Mit weniger Emotionen ging die Indienststellung der tunesischen Armee vonstatten. Der Kommandeur des tunesischen Verbandes, Comodore Belhaj Slimane bezog sich in seiner Ansprach mehr auf die Formalitäten und Verträge der tunesischen Armee, bevor er das Kommando zur Indienststellung gab und an Bug und Heck der beiden Boote die rote Flagge mit Halbmond aufgezogen wurde. Zugleich wurden die Schilder mit den neuen Namen „Hasdrubal“ und „Giscon“, beide waren große Feldherren, enthüllt. Die Schnellboote werden künftig zu Patrouillenfahrten im Mittelmeer eingesetzt.
Die neuen Besatzungen haben vor der Übergabe eine Ausbildung in Rostock absolviert und werden ihre neuen Einheiten in den nächsten Wochen nach Tunesien überführen.
Von ursprünglich zehn Booten der Klasse 143 wurden insgesamt sechs an Tunesien verkauft. Habicht und Kormoran folgen damit ihren Schwesterbooten Sperber und Greif, die bereits im Juni 2005 übergeben wurden, sowie Seeadler und Geier, die im September folgten. Albatros, Bussard, Falke und Kondor dienen in Wilhelmshafen als Ersatzteilträger für die nahezu baugleichen Boote der Klasse 143A, von denen zehn Stück ihren Dienst bei der Schnellbootflottille versehen.
Die Lücke, die der Verkauf der Boote bei der Flottille hinterläßt, bleibt erst einmal offen. Im Mai 2007 ist die Indienststellung der neuen Korvetten K 130, der Braunschweig-Klasse, geplant. Das sogenannte Typ-Schiff befindet sich derzeit im Bau.
Habicht und Kormoran wurden 1977 als letzte ihrer Klasse von der Bundesmarine in den Dienst genommen. Die Schnellboote waren für die küstennahe Verwendung in der Ostsee gebaut worden. Nach 1990 haben sie ihre eigentliche Aufgabe verloren. In den letzten Jahren haben sich die Boote in den neuen Einsatzregionen im Rahmen der Operation Enduring Freedom bewährt und sich auch den neuen Besitzern empfohlen.
Mit der Außerdienststellung der letzten Schnellboote mit Torpedobewaffnung, werden Torpedos in der Deutschen Marine nur noch von U-Booten, Fregatten, U-Boot-Jagdflugzeugen und –hubschraubern eingesetzt.

Ausgedient: Glocken und Namenschilder der "entlassenen" Boote.
Schwerer Abschied von der langjährigen Einheit: Die Besatzung des Schnellbootes Kormoran.
 
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