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 13 Nationen sorgen für Sicherheit
 Operation Open Spirit/Baltic Sweep erfolgreich beendet

Beeindruckender Anblick: Der Flottenverband von Open Spirit 2005.
Fotos: Arndt (PIZ Marine)
Olpenitz (uz) [16.09.05]. Mit Baltic Sweep 1996 hat alles einmal begonnen. Einheiten der Bundesmarine sorgten bei diesem ersten gezielten Räumeinsatz für sichere Gewässer vor den baltischen Staaten. Damals wurden im bilateralen Einsatz Kampfmittel geräumt. Wieviele Seeminen und andere Kampfmittel in den Gewässern vor der Küster der Staaten im Baltikum unentdeckt sind, ist nicht feststellbar. Allein zum Ende des zweiten Weltkrieges wurden auf deutscher und finnischer Seite mehr als 60.000 Minen eingesetzt. Hinzu kommt eine Vielzahl von früher verlegten Kampfmitteln.
In diesem Jahr waren 20 Marineeinheiten aus 13 Nationen, insgesamt mit rund 850 Mann an der Operation beteiligt. 31 Minen und zwei Torpedos aus dem zweiten Weltkrieg wurden dabei durch den Verband entdeckt und zerstört. Kommandiert wurde Verband von Fregattenkapitän Andreas Stricker, Kommandeur des 3. Minensuchgeschwader aus Olpenitz. Unter seiner Zuständigkeit wurden die einzelnen Verbände im festgelegten Abschnitt eingesetzt. Ein Abschnitt, der vor allem für seine Männer eine besondere Herausforderung war.
Der Grund war mit zahlreichen Findlingen, zum Teil mehrere Meter in der Abmessung, übersäht. Viele Kontakte konnte dabei nicht zweifelsfrei identifiziert werden. "Oft wurde, was das Signal auf dem Sonar-Bildschirm betrifft, der Eindruck erweckt, als könnte es sich dabei um einen Minenkontakt handeln. Nur mittels zeitaufwändiger Zusatzuntersuchungen, bei denen unter anderem unbemannte Unterwasser-Aufklärungs-Drohnen eingesetzt wurden, konnten die Kontakte überprüft und in den meisten Fällen als "nur Stein" abgehakt werden", berichtet der Presseoffizier, Fregattenkapitän Eckhard-Herbert Arndt.
Wichtig sei aber, so betont Fregattenkapitän Stricker gegenüber truppen.info, dass die Gebiete als sicher eingestuft werden können und dort wirklich keine Seekampfmittel mehr gefährlich werden: "Wir haben einen weiteren Beitrag dafür geleistet, dass Schifffahrt und Fischerei vor der lettischen Küste wieder ein Stück sicherer geworden sind." Ein Gebiet, dass sich übrigens sehen lassen kann: Etwa 40 Quadrat-Seemeilen (ca. 70 Quadratkilometer) wurden von den Einheiten für Minen frei erklärt. Zum Vergleiche: Diese Fläche entspricht knapp 15.000 Fußballfeldern. Auch die Arbeitszeit der Männer beeindruckt. Würde man die Arbeitszeit auf ein Boot übertragen ergäbe sich eine Einsatzzeit von rund 9 Wochen.
Als Kommando- und Operationsplattform für Open Spirit 2005 diente der Tender Rhein. Aus Sicht der Bundesmarine waren drei Einheiten, die Minenjagdboote Passau, Fulda und Weiden, an der Operation beteiligt. Allen Beteiligten viel der Abschied Ende der Operation schwer. Und das Abschiedszermoniell entsprechend typisch und herzlich, wie der Presseoffizier erzählt: "Mit einem zünftigen und in Teilen auch sehr nassen Steampass zogen die einzelnen Einheiten des internationalen Marineverbandes am Flaggschiff Tender Rhein vorbei, um sich beim Verbandsführer zum Rückmarsch in die Heimathäfen abzumelden. Weil Seeleute gerne zu Späßen aufgelegt sind, galt auch dieses Mal das ungeschriebene Gesetz: "Mach den anderen nass, ohne selbst nass zu werden." Hier war der Tender Rhein im klaren Vorteil, denn er hat die höheren Aufbauten und weiter reichenden Feuerlösch-Kanonen. Ergebnis: Die Tender-Besatzung kam trockenen Fußes und Hemdes davon."
Was auf keinen Fall zu kurz kommen durfte war der Austausch mit den Soldaten aller Nationen, der herzlich aber auch in einem kameradschaftlichen Wettbewerb. Auch entsprechende Landgänge gehörten zu dieser Operation und die Soldaten konnten so ein Brücke zur Bevölkerung schlagen.
Das wichtigste Ziel aber, so betonte der Kommandeur, war es, dass alle Beteiligten heil nach Hause kommen. Und auch dieses Ziel wurde erreicht. Und eines steth auch schon fest: Die Operation wird kommenden Jahr ihre Fortsetzung finden, dann werden die Verbände vor der Küste Estlands zeigen, was sie können.
Das Ende einer Mine: Fast 150 Meter hoch ist die Sprengwolke, der auf See gezündeten Mine.
Mit Higtech auf der Suche nach Minen und anderen Munitionsaltlasten: Das Bild zeigt die Vorbereitungen am Einsatz einer ferngelenkten Drohne „Pinguin. Sie ist unter anderem mit einer Kamera ausgerüstet, die die Bilder vom Meeresgrund in die Operationszentrale übermittelt.
Interesse: Open Ship während Open Spirit: In Riga nutzten mehrere tausend Besucher die Gelegenheit, sich auf den Schiffen umzusehen.
Nasses Vergnügen: Steampass als optischer und akustischer Höhepunkt von Open Spirit 2005. So mancher Abschiedsgruß wurde mit einem freundlich gemeinten Wasserstrahl von Bord zu Bord unterstützt. Unser Bild zeigt das niederländische Minenjagdboot „Vlaardingen“ beim Passieren des Tender Rhein.
Interview mit dem Kommandeur der Operation "Open Spirit", Fregattenkapitän Stricker
 
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