Wunstorf (uz) [26.05.10]. Längst
ist der „Girls Day“ zu einem „Future Day“ geworden,
der nicht nur den Mädchen vorbehalten ist, sondern auch Schülern
die Chance einer Berufsorientierung gibt. Das Lufttransportgeschwader
62 in Wunstorf nutzt diesen Tag seit vielen
Jahren, um die verschiedenen
Tätigkeitsfelder
im Geschwader vorzustellen. Eine Überlegung, ob die Veranstaltung
den betriebenen Aufwand wert sei, gebe es so gut wie gar nicht mehr.
Die etwas mehr als 100 Plätze sind meistens innerhalb von Stunden
nach der Veröffentlichung auf der Seite des Aktionstages belegt,
berichten die Verantwortlichen, Hauptmann Florian Wipke und Oberstabsfeldwebel
Norbert Siats, von ihren Erfahrungen. Sie sind sich sicher, dass
auch deutlich mehr Plätze Zuspruch fänden. Die maximalen
Kapazitäten für eine ordentliche Besichtigung seien aber
in der aktuellen Besucherzahl erreicht.
Die Intensionen der Schüler, an diesem Tag teilzunehmen, sind
dabei durchaus unterschiedlich. Sie reichen von der Neugier auf den
Arbeitsplatz des Vaters bis hin zu wirklichen Berufsabsichten. In
einigen Fällen kann sich der Beobachter aber auch den Eindruck
nicht verkneifen, dass ein Tag ohne Schule den primären Antrieb
für den Besuch bei der Luftwaffe bildet.
Dynamisch beginnt das Programm für alle Schüler. Mit einer
Vorführung von „Jannis“, einem von insgesamt 18
Diensthunden, die für die Sicherheit auf dem Fliegerhorst sorgen.
Mit einem beherzten Sprung auf die Bühne stellt er den Eindringling,
der in diesem Fall von einem weiteren Hundeführer gespielt wird.
Mit jeweils zwei Angehörigen des Geschwaders machen sich die
jungen Leute auf den Weg zu verschiedenen Stationen auf dem Gelände.
Stationen, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Immer wieder
erhalten die jungen Leute dabei eine Gelegenheit, um selbst Hand
anzulegen oder die Arbeitsgänge aus nächster Nähe
zu betrachten und sich wirklich einen direkten Einblick zu verschaffen.
Die Soldaten stehen dabei geduldig und vor allem altersgerecht Rede
und Antwort.
Zu den Highlights des Rundgangs dürfte wohl für Viele das
Sitzen im Cockpit der Transall gezählt haben. Doch die Soldatinnen
und Soldaten in Wunstorf zeigen auch, was alles daran hängt,
eines der Arbeitstiere der Luftwaffe, wie die Transportflieger gerne
genannt werden, in die Luft zu bekommen. Besucht werden der Luftumschlag,
der die Frachten transportsicher vorbereitet und die richtige Fracht
für die richtige Maschine zusammenstellt und zum Flugzeug bringt.
Auch in Arbeitsbereiche der Technik, nicht nur solchen, die im Zusammenhang
mit der Luftfahrt stehen, dürfen die Schülerinnen und Schüler
einen Blick werfen. Mit vielen Eindrücken glänzt die Flugsicherung.
Im flugplatzeigenen Tower geht es aber nicht nur um die Sicherung
für Luftfahrzeuge auf dem Fliegerhorst. Hier spielen auch die
Flugvorbereitungen, die Planung der Route und die Beurteilung der
Wetterverhältnisse eine Rolle. Überall berichten Soldaten
aus ihren Alltagsbedingungen und erklären ihre Aufgaben für
jede Gruppe auf das Neue. Doch es sind eben nicht nur die Arbeitsbereiche,
die für die Luftwaffe typisch sind, sondern auch vorwiegend
soldatische Berufsbilder kennenzulernen. In einem kleinen Biwak geben
Soldaten aus dem Objektschutz einen Einblick in das „Leben
im Felde“ und zu infanteristischen Aufgaben. In einer Halle
zeigen Rettungskräfte ihr Arbeitsprofil. Bei einem Rettungswagen,
der bei der Bundeswehr kurz KRKw genannt wird, erfahren die Besucher,
wie die medizinische Versorgung bei der Bundeswehr gewährleistet
wird.
Etwas als Erinnerung gibt es in der Ausbildungswerkstatt, die ebenfalls
auf dem Gelände des Fliegerhorsts untergebracht ist. Hier dürfen
die Kinder und Jugendlichen selbst schon einmal den Platz des Auszubildenden
einnehmen und ein kleines Andenken fertigen. In der Werkstatt der
künftigen Metallbauer werden Bleche vernietet, bei den Mechatronikern
gilt es, mit Lötarbeiten eine Lampe zum Blinken zu bringen.
Zwischendurch, das darf bei einem Besuch bei der Bundeswehr nicht
fehlen, kommen die Besucher zum Mittagessen zusammen. Hier ranken
sich mehr Gespräche um die Schule, als um die Bundeswehr. Eine
Karriere bei der Luftwaffe kann sich in dem Moment fast jeder vorstellen.
Für viele Besucher ist es schon eine wiederholte Teilnahme an
einer Aktion beim „girls day“. Im vergangenen Jahr sei
sie bei einem Rettungsdienst gewesen, erzählt eine Teilnehmerin – da
sei die Luftwaffe schon viel spektakulärer. Wer weiß.
Eine Tischnachbarin hingegen findet alles gar nicht so neu, vieles
kenne sie aus den Erzählungen vom Papa. Ein anderes Grüppchen
ist bereits dabei, die Voraussetzungen für die einzelnen Laufbahnen
abzuwägen
und mit der eigenen Motivation in der Schule zu vergleichen.
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